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Wir LeipzigerInnen brauchen endlich einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen.

Ich fordere Oberbürgermeister Jung und Ministerpräsident Kretschmer als verantwortliche Entscheider in Stadt und Land auf:

  • Machen Sie Leipzig zur Pilotregion für vorbildlichen Nahverkehr in Sachsen und Deutschland.
  • Führen Sie in Leipzig ein günstiges 365-Euro-Jahresticket ein, damit jede/r für einen Euro am Tag umweltfreundlich mobil sein kann.
  • Organisieren Sie gemeinsam Kommunal-, Landes- und Bundesmittel für eine auskömmliche Finanzierung des 365-Euro-Jahrestickets.
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Die Vorteile eines günstigen 365-Euro-Jahrestickets auf einen Blick

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  • Alle LeipzigerInnen können für nur einen Euro am Tag umweltfreundlich mobil sein.
  • Das Ticket kann sofort eingeführt werden. Es gibt keine rechtlichen Hürden.
  • Das Ticket stärkt Leipzigs Nahverkehr und sorgt für mehr Fahrgäste und planbare Einnahmen für die Verkehrsbetriebe. Die Abo-Quote nimmt deutlich zu.
  • Der Kauf des Tickets ist freiwillig. Niemand wird zum Kauf des Tickets gezwungen.
  • Das Beispiel Wien zeigt: Mit dem Ticket steigen tausende AutofahrerInnen auf Bus und Bahn um. Wien verzeichnet heute - sieben Jahre nach Einführung des Tickets - mehr verkaufte ÖPNV-Jahreskarten als zugelassene PKW.
  • Mehr ÖPNV-NutzerInnen bedeuten saubere Luft und weniger Stau.
  • Das Image von Bus und Bahn verändert sich aufgrund der vielen neuen NutzerInnen positiv.
  • Weniger Kosten für Mobilität bedeutet mehr Kaufkraft für den Laden um die Ecke.
Was hat das 365-Euro-Jahresticket in Wien bewirkt?
Anteil von ÖPNV am Verkehrsmix in Wien und Leipzig im Vergleich
Höherer ÖPNV-Anteil in Wien gegenüber Leipzig (Grafik: Ökolöwe).

Die Einführung der 365-Euro-Jahreskarte in Wien im Jahr 2012 ist eine echte Erfolgsgeschichte – für den öffentlichen Nahverkehr wie auch die Lebensqualität der Stadt. Die Zahl der Fahrgäste stieg weiterhin kontinuierlich an. Der Marktanteil (Modal Split) des öffentlichen Nahverkehrs erhöhte sich auf 38 Prozent, was einer der höchten Werte in ganz Europa ist. Zudem hat das neue Ticket viele GelegenheitsnutzerInnen zu DauernutzerInnen gemacht. Das sorgt für planbare Einnahmen und zeigt die gesteigerte Akzeptanz des Wiener Nahverkehrsangebotes. Zum Vergleich: Wir LeipzigerInnen nutzen lediglich für 18 Prozent unserer Wege Bus und Bahn.

 

In Wien: Mehr verkaufte Jahreskarten als zugelassene PKW
In Wien gibt es mehr verkaufte Jahreskarten als zugelassene PKW (Grafik: Ökolöwe).


Ein Blick auf die Anzahl der PKW-BesitzerInnen und JahreskarteninhaberInnen in Wien beweist außerdem: Mit der günstigen Jahreskarte hat sich die Zahl der JahreskarteninhaberInnen seit 2012 mehr als verdoppelt! Die Zahl der PKW-BesitzerInnen stieg im gleichen Zeitraum nur sehr leicht, um ca. 4 Prozent. Damit gibt es in Wien mittlerweile mehr JahreskarteninhaberInnen als PKW-BesitzerInnen. 

Wien ist es gelungen, trotz enormen Bevölkerungswachstums die Verkehrsbelastung auf verträglichem Niveau zu halten. Immer mehr Menschen steigen für ihre täglichen Wege aufs Rad oder nutzen den ÖPNV. So legen die WienerInnen 73 Prozent aller Wege mit dem Umweltverbund aus Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr zurück. Ein Wert, den Leipzig noch als Ziel vor sich hat. Auch deshalb erhält Wien regelmäßig den Titel lebenswerteste Stadt der Welt.

Was kann das 365-Euro-Jahresticket?
Preis für ein ÖPNV-Jahresticket in Wien und Leipzig im Vergleich
WienerInnen fahren schon heute für 1 Euro am Tag mit Bus & Bahn (Grafik: Ökolöwe).

Seit Mai 2012 hat man in Wien die Möglichkeit, eine Jahreskarte für 365 Euro (bei einmaliger Zahlung) zu erwerben – das entspricht genau einem Euro pro Tag. Davor kostete sie 449 Euro pro Jahr. Das Ticket bezieht sich auf eine Person und ist nicht übertragbar. Fahrräder und Hunde können kostenlos mitgeführt werden. Zum Vergleich: In Leipzig erhalten Fahrgäste mit dem ABO Light der Leipziger Verkehrsbetriebe vergleichbare Leistungen. Kostenpunkt: 648,80 Euro (Stand 2019). Bei einmaliger Zahlung gibt es 5 Prozent Nachlass. Für Fahrräder und Hunde muss in Leipzig ein Extraticket gekauf werden.

Rechnet sich das 365-Euro-Jahresticket für das Verkehrsunternehmen?

Um das günstige Jahresticket einführen zu können, muss der Preis für eine ABO Light Jahreskarte um 44 Prozent gesenkt werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Differenz auszugleichen:

  • Einen höheren Absatz von Jahreskarten.
  • Das Anheben anderer Tarife. Hierunter fallen zum Beispiel Einzelfahrscheine oder Tages- und Wochenkarten.
  • Höhere Ausgleichszahlungen an die Verkehrsbetriebe durch Stadt und Land.

Das Beispiel Wien zeigt, dass die Finanzierung einer günstigen 365-Euro-Jahreskarte über diese drei Säulen gut funktionieren kann. Die Erlöse aus Fahrkarten stiegen trotz des günstigen Tickets weiter an. Lediglich im ersten vollen Jahr der Gültigkeit der neuen Jahreskarte (2013) gingen die Erlöse aus Fahrkarten leicht zurück -von 477 Mio. auf 475 Mio. Euro. Danach stiegen sie wieder auf 495 Mio. Euro im Jahr 2014 an. Das Ticket hat sich in Wien also nach 2 Jahren „gerechnet“. Heute erzielen die Wiener Linien fast die Hälfte Ihrer Fahrkarteneinnahmen aus den günstigen Jahrestickets.

Aufgrund der höheren Preisdifferenz in Leipzig dürfte es hier etwas länger dauern, bis die Verkehrsbetriebe durch Mehrverkäufe des 365-Euro-Tickets die gleichen Fahrgeldeinnahmen erwirtschaften wie bisher. Diese Übergangszeit muss durch andere Mittel ausgeglichen werden, etwa durch Landes- und/oder Bundesmittel.

Was ist mit dem Ausbau des ÖPNV-Angebots?

Neben der Einführung einer günstigen Jahreskarte ist es wichtig, auch das ÖPNV-Angebot weiter auszubauen. Wien weihte im ersten Jahr nach der Ticketeinführung beispielsweise eine neue U-Bahn Strecke ein (Verlängerung der U2).

Der Leipziger Stadtrat hat die Mittel für den Nahverkehr in den kommenden Jahren deutlich aufgestockt. Bis zum Jahr 2023 soll sich der Ausgleichsbetrag für den Betrieb von Bus und Bahn bei 55 Mio. Euro einpendeln, so der Beschluss. Ab dem Jahr 2024 will die Stadt Leipzig einen jährlichen Ausgleichsbetrag von 60-65 Mio. Euro jährlich zahlen. Für das Jahr 2030 sieht der bereits gefasste Beschluss zur Leipziger Mobilitätsstrategie jährliche Ausgleichszahlungen von 80 bis 90 Mio. Euro vor. 

Für darüber hinausgehende Infrastrukturmaßnahmen sind die Förderquoten seitens des Bundes und des Landes entscheidend. An dieser Stelle müssen die Bundes- und Landesregierung vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzabkommens und der Verpflichtung zur Luftreinhaltung aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz stärker als bisher Verantwortung übernehmen. Die Kommunen dürfen mit diesen übergeordneten Aufgaben nicht allein gelassen werden.

Klar ist: Günstige Ticketpreise sind nur ein Baustein. Ein attraktives ÖPNV-Angebot ist genauso wichtig. Welche Verbesserungen wir Ökolöwen dafür in Leipzig konkret vorschlagen, zeigen wir in unserem „Zukunftsplan für Bus und Bahn“ und unserer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig.

 

Hintergrund – Die Leipziger Fahrpreisspirale
Kürzung der städtischen Zuschüsse und Preissteigerungen für Einzelticket in Leipzig
In Leipzig steigen die Preise für Bus & Bahn seit vielen Jahren (Grafik: Ökolöwe).

Seit vielen Jahren steigen die Fahrpreise für Bus und Bahn in Leipzig. Im Jahr 2004 kostete ein Einzelfahrschein beispielsweise noch 1,30 Euro. 2019 kostet der gleiche Fahrschein 2,70 Euro. Der Grund für diesen Anstieg war eine radikale Kürzung der städtischen Zuschüsse in den vergangenen 15 Jahren. Genauso lang wird in der Öffentlichkeit über Möglichkeiten diskutiert, wie sich der Leipziger Nahverkehr finanzieren lässt. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund hat viele Ideen und Konzepte analysiert, verglichen und dann wieder verworfen – vom Bürgerticket bis zu einer Nahverkehrsabgabe für Grundstücksbesitzer.

Während der langjährigen Diskussionen stiegen die Fahrpreise immer weiter an. Im Herbst 2018 zog der Stadtrat die Reißleine und beschloss ein Fahrpreismoratorium für die Jahre 2019 und 2020. Gleichzeitig hob der Stadtrat die Ausgleichsbeträge für den Betrieb von Bus und Bahn an. Damit bleibt der Fahrpreis vorerst stabil. Was nach 2020 passiert, steht noch in den Sternen. Eine weitere Fahrpreiserhöhung ist aber wahrscheinlich.

Das 365-Euro-Jahresticket für Bus und Bahn in Leipzig zeigt an dieser Stelle einen neuen, realistischen Weg für langfristig bezahlbare Fahrpreise auf.

Selbst aktiv werden - Appell-Listen zum Download

Offene Briefe an Ministerpräsident Michael Kretschmer und Oberbürgermeister Burkhard Jung im März 2019 - 365-Euro-Jahresticket und ÖPNV-Projekte in Strukturförderliste der Kohlekommission