gestapelte gefällte Bäume in einem Hinterhof

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Leipzig wächst und überall werden Bäume und Sträucher gerodet, um Häuser und Parkplätze zu bauen. Dadurch verschwinden grüne Inseln und Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Ich fordere den Stadtrat und die Stadtverwaltung auf, Leipzigs Stadtgrün besser zu schützen.
Zudem fordere ich einen Masterplan für mehr Grün in Leipzig, der zügig umgesetzt wird.

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Unsere Forderungen für Mehr Grün für Leipzig

Leipzig soll blühen
Werde selbst aktiv und bringe Leipzig zum blühen
Leipzig als grüne Stadt ist bedroht: Tagtäglich verschwinden durch den Bauboom Bäume, Sträucher und Grünflächen. Diese Entwicklung ist ein großer Verlust, denn nur eine grüne Stadt bringt Lebensqualität - nicht nur für uns Menschen. Wir Ökolöwen haben die Vision von Leipzig als eine Stadt, in der Menschen gerne leben und die auch Vögeln, Insekten und anderen Tieren natürliche Lebensräume bietet. Mehr Grün macht die Stadt nicht nur schön, sondern verbessert das Stadtklima, sorgt für saubere Luft und bietet Tieren Rückzug und Nahrung. Pflanzen sind wahre Multitalente!
 
Parks, Straßenbäume, bepflanzte Dächer oder grüne Hinterhöfe, wir Ökolöwen fordern überall Mehr Grün. Leipzig muss eine Stadt der Artenvielfalt sein, denn das globale Artensterben findet auch vor unserer Haustür statt. Von der Hausfassade bis hin zur Leipziger Aue, erst ein Netz unterschiedlicher grüner und natürlicher Strukturen bietet ausreichend Lebensräume, um das Artensterben zu stoppen. Deshalb brauchen wir: Mehr Grün für Leipzig.

Mehr Grün sichern

Der Trend zur Bebauung hält an. Dabei geht wertvoller Lebensraum für Vögel, Insekten und Pflanzen verloren. Wir fordern, dass die Stadt Leipzig Mehr Grün erhält:

Baumschutz gesetzlich garantieren
Baum- und Gehölzschutz umsetzen und kontrollieren
  • Es gibt eine gesetzliche Schonzeit für Bäume und andere Gehölze, um Nist- und Brutplätze nicht zu zerstören. Diese gesetzliche Vorgabe wird immer wieder missachtet. Wir Ökolöwen fordern die Naturschutzbehörde auf, die gesetzliche Schonzeit konsequent durchzusetzen, denn das ist ihre Aufgabe.
  • Besonders alte Bäume brauchen starken Schutz. Sie sind nicht nur wertvolle Zeitzeugen, sondern auch ein Zuhause für hunderte Tier- und Insektenarten. Die Naturschutzbehörde muss diese besonders alten Bäume in Leipzig unter Naturschutz stellen.
  • Auch Straßenbäume brauchen besonderen Schutz. Ihre Baumscheiben brauchen lockeren Boden und müssen frei bleiben. Trotzdem stehen immer wieder Autos, Mülltonnen oder gar Verkehrsschilder auf den Baumscheiben. Wir Ökolöwen fordern die Stadtverwaltung auf, die Baumscheiben freizuhalten, um so die Gesundheit der Bäume zu sichern.
  • Bäume müssen auch auf Baustellen geschützt sein. Zu oft werden Wurzeln weggebaggert oder Bäume gerammt, obwohl es klare Vorschriften zum Schutz der Bäume gibt. Die Stadtverwaltung muss strikt kontrollieren, dass diese Baumschutzmaßnahmen eingehalten werden.
  • Neben Bäumen sind Hecken für Vögel, Insekten und Kleinsäugetiere essentieller Lebensraum in der Stadt. Genau wie Kletterpflanzen werden sie zu oft unachtsam beseitigt. Die Stadtverwaltung muss Hecken und Kletterpflanzen ebenso unter Schutz stellen wie Bäume.
Grünflächen müssen Grün bleiben
  • In jedem Viertel gibt es grüne Ecken, die Treffpunkt für Leipziger:innen und Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind. Diese müssen von der Stadt Leipzig mit allen Mitteln vor Bebauung gesichert werden. Es braucht deswegen eine “Rote Liste” jener Grünflächen, die für die Viertel aus ökologischen, sozialen und kulturellen Gründen von hoher Bedeutung sind.
  • Die Stadt hat mit der Veränderungssperre ein Instrument in der Hand, wertvolle Grünflächen vorerst vor Bebauung zu schützen. Wir Ökolöwen fordern, dass die Stadt Leipzig diese Möglichkeit zum Schutz der Lebensqualität und der Artenvielfalt konsequent nutzt und ein klares Zeichen an Investoren setzt: Wertvolle Freiflächen werden nicht bebaut!
  • Die Stadt Leipzig hat das Recht vor anderen Interessenten Grundstücke zu kaufen und so vor Bebauung zu sichern. Wir Ökolöwen fordern, dass die Stadt Leipzig ihr gesetzliches Vorkaufsrecht wahrnimmt und so jedes Jahr mindestens grüne Flächen in der Größe des Lene-Voigt-Parks erwirbt. Mit einem gezielten Grünkaufprogramm muss die Stadt Leipzig die wichtigen grünen Korridore und Verbindungen der Stadt sichern und ausbauen.
Grüne Stadtentwicklung realisieren
  • Versiegelte Flächen werden vor Grünflächen bebaut. Um nicht noch mehr grüne Flächen und die auf ihnen lebende Artenvielfalt zu zerstören, muss die Stadt Leipzig immer nach diesem Grundsatz handeln.
  • Gerade am Stadtrand wird durch neue Eigenheimsiedlungen immer mehr wertvoller Boden versiegelt. Dem kann entgegengewirkt werden, wenn in der Stadt selbst nachverdichtet wird. Das heißt: Es darf nur dort gebaut werden, wo Gebiete bereits erschlossen und die Böden bereits versiegelt sind.
  • Auch im Stadtbereich kann Leipzig durch Stadtplanung seinen Beitrag zu mehr Lebensqualität und Artenvielfalt leisten, in dem das Prinzip der kompakten Stadt zum Tragen kommt. Es gilt, Gebäude in die Höhe zu bauen anstatt in die Breite. Außerdem müssen kurze Wege im Alltag aller Stadtbewohner:innen möglich werden.
  • Sind neue Bauprojekte geplant, müssen auf dem Bauland gewachsene Bäume und Hecken in die Planung integriert werden. Wenn das nicht möglich ist, müssen die Bauunternehmer:innen einen konsequenten Ausgleich für den Grünverlust leisten und in unmittelbarer Nähe neues Grün pflanzen.

Mehr Grün pflanzen

In der Stadt ist nur begrenzt Platz. Deswegen müssen wir Lebensraum teilen und auch leblosen Beton begrünen. Wir brauchen Mehr Grün in der Stadt:

Mehr Straßenbäume für Leipzig
  • Wir Ökolöwen haben das Leipziger Straßenbaumkonzept auf den Weg gebracht. Wir bleiben dran und fordern kontinuierlich, dass jedes Jahr 1.000 neue Straßenbäume gepflanzt werden.
  • Straßenbäume kosten Geld. In den letzten Jahren mussten wir Ökolöwen immer wieder um Geld für neue Straßenbäume im Haushalt kämpfen. Wir fordern die Stadt Leipzig auf, in Zukunft die jährliche Pflanzung und Pflege von 1.000 neuen Straßenbäumen zu garantieren.
  • In Hitzesommern spenden Straßenbäume Schatten. Sie brauchen in dieser Zeit ausreichend Wasser, damit sie nicht vertrocknen. Die Stadt muss die Bewässerung von Stadtbäumen gewährleisten.
Mehr Grün für Stadtplätze
  • Stadtplätze sind Orte der Begegnung. Schattenspendende Bäume und Wiesenblumen in angelegten Beeten laden zum Verweilen ein und bieten zahlreichen Tierarten Lebensraum. Viele Plätze in Leipzig sind momentan aber eher unwirtliche Straßenkreuzungen als attraktive Treffpunkte. Das muss sich ändern. Wir fordern ein Stadtplatzprogramm für Plätze mit Bäumen und viel ökologisch wertvollem Grün.
Mehr Grün an der Fassade
  • Fassadengrün wirkt wie eine Klimaanlage und bietet Nahrung und Rückzug für Vögel und Insekten im Stadtgebiet. Mit unserem Projekt Kletterfix haben wir Ökolöwen schon viele Gebäude in Leipzig begrünt. Jetzt muss die Stadt Leipzig nachziehen und jedes Jahr zwanzig städtische Gebäude mit Fassadenbegrünung bepflanzen.
  • Fassaden von Parkhäusern, Parkdecks und Fahrradgaragen eignen sich ideal für Kletterpflanzen. Laut Stellplatzsatzung müssen funktionale Gebäude dieser Art begrünt werden, das haben wir Ökolöwen 2019 erfolgreich durchgesetzt. Jetzt muss diese Pflicht zur Fassadenbegrünung auch umgesetzt werden! Für gewerblich genutzte Gebäude braucht es zügig ähnliche Vorschriften.
Mehr Grün auf dem Dach
  • Auch auf Dächern ist mehr Grün möglich. Bepflanzte Dächer isolieren Gebäude, filtern Feinstaub und entlasten bei Starkregen die Kanalisation. Fernab der Straße bieten sie außerdem einen idealen Rückzugsort für Insekten und Vögel. Wir Ökolöwen fordern, dass die Stadtverwaltung diese Chance nutzt und die Dächer städtischer Neubauten begrünt.
  • Die Stadt hat das Förderprogramm für die Begrünung von Dächern endlich auf den Weg gebracht.
  • Dächer von Parkhäusern, Parkdecks und Fahrradgaragen müssen laut Stellplatzsatzung bereits bepflanzt werden, das haben wir Ökolöwen erreicht. Jetzt muss diese Pflicht auch umgesetzt werden! Für gewerblich genutzte Gebäude braucht es zügig ebenso die Vorschrift, Dächer zu begrünen.
Mehr Grün bei Neubauten
  • Artenvielfalt muss in einer modernen Stadtarchitektur mitgedacht werden. Mit dem Animal-Aided-Design steht ein Konzept zur Verfügung, das bereits in anderen Städten Anwendung findet. Die Idee: schon bei der Planung von Gebäuden werden die Bedürfnisse der Tierwelt berücksichtigt und integriert. Die Stadt Leipzig als Bauherrin muss hier Vorbild sein und in einem Modellprojekt das Animal-Aided-Design umsetzen.
  • Neubauten mit Schottergärten sind verlorener Lebensraum. Die Anlage solch lebloser Steinwüsten muss verboten werden.
  • Grüne Hinterhöfe sollen den Bewohner:innen als Nachbarschaftstreff dienen. Wir Ökolöwen fordern deshalb für alle Neubauten grüne Hinterhöfe anstatt grauer Parkplätze.
  • Auch Fassaden und Dächer müssen bei Neubauten ökologisch wertvoll begrünt werden.
  • Für mehr Grün bei Neubauten braucht es Verbindlichkeit. Wir Ökolöwen fordern eine Grünsatzung für Leipzig. Animal-Aided-Design, grüne Hinterhöfe, Fassaden und Dächer müssen leitende Grundsätze für Neubauten in Leipzig sein. Dabei gilt: Grün ist nur dann ökologisch wertvoll, wenn es Lebensraum für verschiedene, heimische Tierarten bieten kann.
Mehr Flächen entsiegeln
  • Versiegelung hat starke negative Auswirkungen auf unsere Umwelt: Erstens steigt das Risiko für Überschwemmungen und zweitens sinkt der Grundwasserpegel. Und dennoch nimmt die Versiegelung in Leipzig tagtäglich zu. Deswegen fordern wir Ökolöwen ein Entsiegelungsprogramm der Stadt Leipzig. Dieses Programm ist ein wichtiger Baustein für die Schwammstadt Leipzig.
  • Zu viele Leipziger:innen blicken aus ihrem Fenster auf zugeparkte, graue Hinterhöfe. Um die Hinterhöfe zu grünen Treffpunkten der Hausgemeinschaft umzuwandeln, muss die Stadt Leipzig Anreize für Eigentümer:innen schaffen.
  • Versiegelte Flächen müssen im öffentlichen Raum dort renaturiert werden, wo Stadtviertel nicht grün genug sind. Grüne Orte müssen für alle Leipziger:innen fußläufig erreichbar sein.
  • Auch der öffentliche Nahverkehr kann seinen Teil beitragen, denn Straßenbahnen können auf einem grünen Gleisbett fahren. Das ist gut für das Stadtklima und dämpft den Verkehrslärm. Dafür müssen Anlagen entsiegelt und ökologisch bepflanzt werden. Die Leipziger Verkehrsbetriebe müssen endlich ihr Rasengleisprogramm aufstellen.
Mehr Grün vernetzen
  • Begleitgrün, Parks, Gärten, Wiesen und Wälder sind Teil eines großen Systems, das verbunden werden muss. Für Leipziger:innen entstehen so grüne Wege durch die Stadt. Für die Vielfalt der Arten ist Grünraumvernetzung überlebenswichtig, denn erst dann können sich Populationen genetisch austauschen. Die Stadt Leipzig muss bestehende Brachen sinnvoll renaturieren, um ein Grünwegenetz und Biotopverbundsystem zu schaffen. Die grünen Ringe und Achsen müssen deshalb weiterentwickelt und ergänzt werden.
  • Ein Biotopverbundsystem geht über die Stadtgrenzen hinaus. Der genetische Austausch der Arten muss auch mit dem Umland stattfinden können. Grünraumvernetzung zwischen Stadt und Umland stärken auch die grüne Lunge Auwald, führen zu einem gesunden Stadtklima und verbessern die Luft. Deshalb fordern wir Ökolöwen einen Waldgürtel rund um Leipzig. Um dies zu realisieren, muss die Kompensation für Bauprojekte endlich systematisch genutzt werden.

Mehr Grün beleben

Grün ist nicht gleich Grün. Stadtgrün muss artenreich und vielfältig sein. Wir fordern, dass Mehr Grün aufgewertet und belebt wird:

Neue Standards bei der Grünpflege
  • Eine lebenswerte Stadt und Artenschutz schließen sich nicht aus. Wir Ökolöwen wissen: Eine Liegewiese im Park kann zugleich Blühwiese sein. Für mehr Artenvielfalt in Leipziger Parks und Grünanlagen haben wir einiges auf den Weg gebracht: Den Maßnahmenkatalog für den Schutz von Insekten, die neuen Pflegegrundsätze für natürliche Grünanlagen sowie das Pflegekonzept Clara-Zetkin- und Johanna-Park für mehr Artenschutz trotz intensiver Nutzung. Jetzt müssen die Stadtverwaltung und der Stadtrat diese neuen Standards für die Grünflächenpflege zügig beschließen.
  • Ob an Mittelstreifen oder Verkehrsinseln, Straßenbegleitgrün ist meist lebloses Beiwerk des Straßenverkehrs. Dabei beweisen Pilotprojekte, dass es auch anders geht und ungenutzte Verkehrsflächen zu kräuterreichen Blühoasen umgestaltet werden können. Wir Ökolöwen haben erreicht, dass die bestehenden "Standards zur Pflege des Straßenbegleitgrüns" überarbeitet werden müssen. Mehr Artenvielfalt am Straßenrand muss Standard werden!
Städtische Unternehmen in die Pflicht nehmen
  • Die Pflege städtischer Grünflächen übernimmt zu großen Teilen der Eigenbetrieb Leipziger Stadtreinigung. Hier muss investiert werden, um von konventioneller auf insektenfreundliche Grünpflege umzusteigen. Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es daher finanzielle Mittel für Schulungen, Geräte und Maschinen, Personalkosten sowie Pflanzen.
  • Vom städtischen Pflegeheim bis zu den Stadtwerken, städtische Unternehmen verwalten einen Großteil von Leipzigs Grünflächen. Klinisch reine Rasenflächen sind vermeintlich kostengünstig, aber verlorener Lebensraum für Insekten, Vögel, Igel und andere Tiere. Wir fordern die Stadt Leipzig auf, neue Pflegestandards umzusetzen und ihre Grünflächen bewusst artenfreundlich zu gestalten.
  • Große Tochterunternehmen wie die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH oder die Leipziger Verkehrsbetriebe müssen hier mit großem Vorbild vorangehen und ökologische Standards zur Flächenbewirtschaftung in die Eigentümerziele aufnehmen. Denn nur so wird insektenfreundliche Grünflächenpflege verbindlich.
Blühwiesen für Leipzig
  • Die Stadt Leipzig muss jährlich zehn große Blühflächen mit ökologisch wertvollen Blühpflanzen und Stauden anlegen. Der Bürgerbahnhof Plagwitz soll hier Vorbild werden: Als Pilotprojekt können auf dem ehemaligen Plagwitzer Bahnhofsgelände Blühflächen zügig umgesetzt werden.
  • Auch Baumscheiben können blühen. Bürger:innen soll es einfacher gemacht werden, ihre Stadt auf diese Weise eigenständig zu verschönern. Mit einer bewussten Auswahl des Saatgutes kann jede:r in seiner Straße einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Mehr Grün exklusiv schützen

Es muss Gebiete geben, die der Natur vorbehalten sind. Die Leipziger Aue ist das bedeutendste Schutzgebiet unter ihnen. Wir fordern, dass Mehr Grün exklusiv geschützt wird:

Leipziger Aue braucht exklusiven Schutz
  • In der Leipziger Auenlandschaft wurden vor allem im letzten Jahrhundert Flüsse begradigt und eingedeicht. Seitdem bleiben Überflutungen der Aue aus. Zudem wurde durch den Braunkohletagebau der Grundwasserspiegel massiv gesenkt. Um die Aue vor dem Vertrocknen zu retten und ihre Einzigartigkeit zu erhalten, muss das Auensystem wieder an natürliche Gewässer angeschlossen werden. Das oberste Ziel ist es, die Leipziger Auenlandschaft zu revitalisieren. Denn eine intakte Auenlandschaft ist der beste Hochwasser-, Arten- und Biotopschutz.
  • Durch die fehlenden dynamischen Wasserstände werden die Arten verdrängt und langfristig aussterben. Um dem entgegen zu wirken, braucht es endlich das Naturschutzleitbild auf Landesebene. Das Naturschutzleitbild muss klarstellen: Im Leipziger Auensystem ist Arten- und Naturschutz unverhandelbar. Dabei geht der Erhalt der Artenvielfalt vor dem Schutz einzelner Arten.
  • Um dieses Naturschutzleitbild auf kommunaler Ebene zu implementieren, braucht die Stadt Leipzig eine:n Auen-Entwicklungs-Beauftragte:n auf Dezernatsebene. Diese Stelle muss auch für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sorgen, denn klare und saubere Gewässer sind überlebenswichtig für den Erhalt der Artenvielfalt.
Leipziger Aue braucht Wasser
  • Die Leipziger Aue muss wieder als natürliche Überschwemmungsfläche dienen. Für vorsorgenden und naturverträglichen Hochwasserschutz müssen deshalb bestehende Gebäude, Deiche und überflüssige Infrastruktur, die der Revitalisierung im Wege stehen, in der Aue rückgebaut oder verlagert werden.
  • Im südlichen Auwald wird seit 27 Jahren eine fünf Hektar große Fläche jährlich geflutet, wodurch sich die Artengemeinschaft des Auwaldes erfolgreich stabilisiert. Wir fordern die Landestalsperrenverwaltung auf, dieses Projekt zum Auwald-Revitalisierungsprojekt „Dynamische Aue“ zu vergrößern und endlich umzusetzen. 
  • Die Nord-West-Aue braucht ebenso Wasser. Hier soll endlich wieder Wasser in den alten, historischen Flussverläufen fließen. Dafür fordern wir Ökolöwen verbandsübergreifend ein offenes Verfahren zur Revitalisierung der Nord-West-Aue in Sinne des Naturschutzes. 
  • Aufgrund der fehlenden Wasserdynamik verschiebt sich die Artenzusammensetzung im Auwald zu Gunsten Auwald untypischer Arten. Deswegen ist momentan reiner Prozessschutz nicht möglich. Für den Erhalt und die Ausprägung des Auwaldes ist die Wiedervernässung und eine darauf abgestimmte Forstwirtschaft mit Naturschutzauflagen erforderlich.
  • Ob Frisch-, Stromtal-, oder Feuchtwiese, gefährdet sind die geschützten Auenwiesen und ihre spezialisierten Pflanzen- und Artengemeinschaften nicht nur durch fehlende Wasserschwankungen, sondern auch durch zu viel Beweidung, intensive Mahd oder Aufforstung. Es muss naturschutzbedingte Pflege und Bewirtschaftung sichergestellt werden.
  • In der Leipziger Aue befinden sich städtische Landwirtschaftsflächen. Wir Ökolöwen fordern: Kein Acker in der Leipziger Aue, sondern extensives Grünland, dass der Revitalisierung nicht im Weg steht. Dafür braucht es neue Klauseln in den Pachtverträgen. 
Leipziger Aue exklusiv genießen
  • Stadtnahe Erholung und Naturschutz passen zusammen. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder mit dem Boot, für Leipziger:innen gibt es viele Möglichkeiten, die Natur im Auwald zu genießen. Für Massentourismus aber sind der Auwald und seine Gewässer nicht der richtige Ort. Pläne, die nicht im Sinne des Arten- und Naturschutzes sind, müssen daher auf Eis gelegt werden.
  • Der Leipziger Auwald ist von zahlreichen Wegen durchkreuzt. Sie laden zu schönen Spaziergängen ein, doch sie zerschneiden gleichzeitig Lebensräume. Die zahlreichen Trampelpfade müssen deshalb reduziert werden. Es braucht mehr Bereiche im Auwald, wo die Natur sich exklusiv entfalten kann.
Biotope anlegen und exklusiv pflegen
  • Spezialisierte Pflanzen und Tiere sind von bestimmten Lebensräumen abhängig. Ob Streuobstwiesen, Feldhecken, Teiche oder Röhrichte, diese Biotope sind für den Erhalt der Artenvielfalt essentiell und müssen gepflegt werden. Der sächsische Umweltminister ist aufgefordert den § 14, der die Pflegepflicht von Biotopen im Sächsischen Naturschutzgesetz bis 2013 regelte, wieder einzuführen. Nur so hat die Naturschutzbehörde wieder das Instrument in der Hand, die Pflege von Biotopen einzufordern.
  • Auch im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen können Biotope angelegt und in ihre Pflege angerechnet werden. Die Stadt Leipzig muss darauf hinwirken, dass das Instandhalten von Biotopen genau durch solche Maßnahmen umgesetzt wird. Seit über dreißig Jahren pflegen wir Ökolöwen wie viele andere Naturschutzverbände Leipziger Biotope ehrenamtlich.
  • Streuobstwiesen sind einer der artenreichsten Lebensräume in Europa. Schon seit Jahrhunderten prägen sie unsere Kulturlandschaft. Zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt braucht es mehr Streuobstwiesen und eine gesicherte Pflege. Die Stadt Leipzig muss sich hierfür einsetzen. Wir Ökolöwen haben im Leipziger Raum viele zugewucherte Streuobstwiesen geweckt und längst vergessene Sorten gepflanzt. Das Projekt muss fortgeführt werden und braucht eine Finanzierung.
Schutzgebiete sichern und erweitern
  • In Leipzigs Schutzgebieten steht der Schutz der Natur an erster Stelle. Damit sind für andere Interessen wie Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Tourismus klare Grenzen gesetzt. Die Stadt Leipzig muss darauf hinwirken, dass in Schutzgebieten ein absolutes Bauverbot herrscht.
  • Das gilt auch für Straßenbaupläne, die immer wieder neu diskutiert werden, obwohl sie klar gegen Naturschutzgesetze verstoßen. Wir Ökolöwen fordern seit Jahren: Keine Schnellstraßen durch Leipzigs grüne Lungen. Diese Pläne müssen endgültig gestrichen werden.
  • Nicht nur die Leipziger Aue, auch alle anderen Schutzgebiete in und um Leipzig müssen gestärkt werden. Für ein funktionierendes Biotopverbundsystem sind große und stabile Schutzgebiete das Herzstück. Dafür muss die Kompensation von Bauprojekten systematisch genutzt werden. 
  • Seit über 20 Jahren sind zahlreiche Schutzgebiete geplant. Wir fordern die Naturschutzbehörde auf, diese Gebiete endlich auszuweisen. Darüber hinaus müssen bestehende Schutzgebietsverordnungen dringend aktualisiert werden.

Mehr Grün managen

Um dem Artensterben in Leipzig wirklich zu begegnen, braucht es effiziente Instrumente. Wir fordern, dass Mehr Grün ein gutes Management als Basis hat:

Masterplan Grün

Seit 2017 fordern wir Ökolöwen den Masterplan Grün, um Leipzigs Stadtgrün besser zu schützen. Seit 2018 läuft der Erarbeitungsprozess dazu nur schleichend. Wir fordern die Stadt Leipzig auf, den Masterplan Grün endlich voranzubringen. Der Masterplan Grün muss die Freiraumstrategie der Stadt Leipzig robust machen, damit die grüne Infrastruktur dieselbe Relevanz wie Verkehrs- und Siedlungsentwicklung hat.

Mehr-Grün-Management

Leipzig muss eine:n Mehr-Grün-Manager:in mit Personalteam aus den verschiedenen Ämtern etablieren, um den Masterplan Grün umzusetzen und zukünftig weiter zu qualifizieren. Darüber hinaus hat das Mehr-Grün-Management die Aufgabe, jährlich konkrete Umsetzungsschritte und Maßnahmen festzulegen. Dafür müssen die Ziele und Maßnahmen für Mehr Grün mit Hilfe eines Finanzplanes umgesetzt werden. Hierbei werden gezielt Förderprojekte beantragt, sowie auch Förderprojekte vergeben.

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