Leipzig blüht auf: So gelingen Dir Ansaat und Pflege
So gelingen Dir die Ansaat und Pflege unserer Wildblumenmischung
Mit seiner exklusiven Blühmischung schafft der Ökolöwe e.V. gemeinsam mit tausenden Leipziger:innen bunte, insektenfreundliche Blühinseln auf Balkonen, in Höfen und Gärten. Hier erklären wir Dir, welche Wildblumen die Mischung enthält, welche Insekten davon profitieren und wie Du sie aussäst und pflegst.
Das ist drin in unserer insektenfreundlichen Blühmischung
In unserer Ökolöwen-Blühmischung stecken 28 gebietsheimische Wildblumenarten, die für unsere Fauna besonders wertvoll sind. Die wildschönen Pflanzen, die sich für mehrere Jahre vom Frühjahr bis in den Herbst hinein zeigen, bringen Leben auf den Balkon, aufs Fensterbrett, in den Garten oder Hinterhof.
Bis zu 708 Schmetterlings-, Wildbienen- und andere Insektenarten finden an den heimischen Blüten und Blättern wertvolle Nahrung. Welche Insekten, welche Pflanze aus unserer Blühmischung anfliegen, erfährst Du hier:
So gelingen Dir Ansaat und Pflege
Briefkasten auf, Wildblumenmischung raus und ab in die Erde? Fast! Wenn Du unsere Tipps zur Aussaat und Pflege befolgst, kannst Du Dich auf viele Jahre üppigen Blütenzaubers freuen.
Der Standort: Hier kannst Du die Blühmischung aussäen
Mit einem Tütchen unserer Wildblumenmischung kannst Du einen Quadratmeter zum Blühen bringen. Sie ist für die Aussaat im sonnig oder halbschattig gelegenen Garten, Hinterhof, Hochbeet, Fensterbrett und Balkon geeignet.
Schritt für Schritt: So gelingt die Ansaat...
Der geeignete Aussaatzeitpunkt: Um viele der Wildblumenarten in diesem Sommer zum Keimen und Blühen zu bringen, säst Du die Mischung bis Ende April/Anfang Mai aus. Eine Spätsommer- oder Herbst-Ansaat, also von Mitte August bis Mitte Oktober, garantiert Dir Blüherfolge ab dem folgenden Frühjahr.
Für die Ansaat im Balkonkasten oder im Topf empfehlen wir Dir torffreie Bio-Dachgartenerde. Dachgartenerde enthält mineralische Anteile, die Wasser und Nährstoffe binden und gleichzeitig verhindern, dass die Erde einsackt und verdichtet. Leider sind Dachgarten-Substrate in torffreier Bio-Qualität nur in sehr gut sortierten Baumärkten zu finden. Alternativ kannst Du Dir auch einfach selbst eine ideale Wildblumen-Balkonerde mischen – aus:
- 1/3 torffreier Bio-Universalerde
- 1/3 Sand
- 1/3 Blähton oder Lava
Eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Kieselsteinen am Boden eines Balkonkastens oder Pflanzkübels kann zudem helfen, dass überschüssiges Gieß- oder Regenwasser gut ablaufen kann. Die Pflanzen unserer Blühmischung mögen keine nassen Füße.
Bei der Ansaat im Topf oder auf dem Balkonkasten legst Du die Samen auf die Erde auf und drückst sie anschließend mit einer Maurerkelle oder der flachen Hand gut an. Gieße anfangs mit einer Tülle oder feinen Brause, damit die Samen nicht davonschwimmen. Bis das zarte Pflanzengrün erscheint, ist es wichtig, die Ansaat immer feucht zu halten.
Im Garten oder im Hinterhof kannst Du das Saatgut direkt auf dem durchgelockerten, feinkrümeligen Boden aussäen. Unsere "Leipzig blüht auf"-Mischung enthält fast ausschließlich Lichtkeimer. Das heißt, dass die feinen Saaten nicht mit Erde bedeckt, sondern auf die Substrat-Oberfläche gestreut werden wollen.
Dafür ist eine gute Bodenvorbereitung entscheidend: Entferne Beikräuter sorgfältig und lockere den Boden mit einer Hacke oder Grabegabel auf. Die obere Bodenschicht ziehst Du mit einem Rechen glatt, sodass kleine Krümel und eine ebene Oberfläche entstehen. Die zusätzliche Einarbeitung von Sand ist besonders bei sehr schweren Böden sinnvoll. Durch die Sand-Zugabe wird Staunässe vermieden.
Damit das Saatgut gleichmäßig keimt und währenddessen genug Feuchtigkeit abbekommt, sollte das Saatgut leicht angedrückt werden. Wenn Du keine Walze zur Hand hast, kannst Du Dir auch Bretter unter die Füße binden und dann die Saat-Fläche einmal längs und einmal quer abgehen. Die Bretter sorgen für eine gleichmäßig glatte Oberfläche. Würdest Du die Fläche mit Schuhen ablaufen, würden Löcher entstehen, in denen sich die Saaten beim Gießen sammeln. Im späterem verlauf käme es zu einem lückigen Bewuchs der Fläche.
Wichtig: Die Aussaat in ein bestehendes Rasen- oder Wiesenstück wird nicht gelingen. Unter Konkurrenzdruck fehlen Platz, Licht und Nährstoffe. Unter diesen Bedingungen gehen die Wildpflanzen-Saaten nicht auf.
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So pflegst Du richtig für eine langanhaltende, üppige Blüte
Der Pflegeaufwand von Wildblumen ist überschaubar: Schon nach wenigen Wochen blühen die einjährigen Arten, wie Kornblume und Klatschmohn. Einige Arten werden sich erst im zweiten Jahr zeigen. Viele blühen über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren regelmäßig. Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, Deine Blühinsel möglichst lange zu erhalten:
In den ersten vier Wochen nach der Ansaat solltest Du die Blühmischung kontinuierlich feucht halten. Damit die feinen Saaten oder Keimlinge nicht wegschwemmen, ist es sinnvoll, im Garten eine Gießkanne mit Feintülle oder einen Gießstab zu benutzen, die das Wasser sanft auf der Beetfläche verteilen. Auf dem Balkon hat eine Blumenbrause oder ein Pflanzenbesprüher denselben positiven Effekt. Wichtig: Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.
Keimlinge, die zu nah beieinanderstehen, müssen nicht herausgezogen werden. Die Pflanzen regeln das untereinander – ganz nach dem Prinzip: Der Stärkere gewinnt!
Nach sieben bis acht Wochen kannst Du Dich über die ersten Blüten freuen. Weitere Wildblumen-Schönheiten werden sich innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Wochen zeigen. Die Pflanzen solltest Du weiterhin regelmäßig mit Wasser versorgen - vor allem, wenn Du im Kasten, Hochbeet oder Topf gärtnerst oder keine regelmäßigen Niederschläge in Sicht sind.
Im ersten Jahr nach der Ansaat brauchen die Pflanzen der Blühmischung keine Düngung. Da sich unter den 28 Wildpflanzen sowohl Arten mit niedrigem als auch Arten mit einem höheren Nährstoffbedarf befinden, hilft es in dieser Hinsicht aufmerksam zu beobachten, wie sich die Mischung entwickelt. Werden die Pflanzen gelb und wachsen nicht mehr, kannst Du sie mit etwas organischem Bio-Flüssigdünger unterstützen. Tipp: Die Dosierempfehlungen auf der Dünger-Packung beziehen sich auf Zierpflanzen. Für die Wildblumen-Mischung reicht deshalb die Hälfte der empfohlenen Düngermenge.
Nach dem Sommer lässt Du die abgeblühten Blütenstände stehen. Bis die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft über zehn Grad liegen, bleibt die Gartenschere bitte im Schrank. Einerseits bieten die abgeblühten Pflanzenteile ein geschütztes Überwinterungsquartier für Insekten, zum anderen helfen die Samen in den Blütenständen Vögeln durch die nahrungsarme kalte Jahreszeit. Was an Saaten übrig bleibt, fällt zu Boden und produziert in der kommenden Saison noch mehr Blütenfülle.
Ein Winterschutz ist sinnvoll, wenn es sehr kalt und gleichzeitig sonnig ist. Die wintergrünen Pflanzenteile verdunsten dann Wasser, können aber aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachtanken und vertrocknen. Tipp: Exponierte Töpfe oder Balkonkästen kannst Du auf den schattigen Balkonboden stellen.
Im warmen Frühjahr schneidest Du das Abgeblühte eine knappe Handbreit über dem Boden ab und darfst Dich schon bald über das frisch austreibende Grün freuen.
Jetzt bilden sich am Boden die Rosetten der zweijährigen Arten. Aus den flach am Boden kreisförmig wachsenden Blättern wachsen zu Beginn der zweiten Saison wunderschöne und oft sehr imposante Wildblüher. Generell darfst Du Dich auf ein ganz anderes Blütenarrangement als im ersten Jahr freuen, denn nun dominieren neben den zweijährigen die mehrjährigen Arten der Blühmischung.
Nach ungefähr fünf Jahren ist eine Neuansaat oder Neubepflanzung des Beetes oder der Pflanzgefäße sinnvoll. Wenige konkurrenzstarke Arten dominieren dann das Bild. Die Erde in den Pflanzgefäßen solltest Du bei dieser Gelegenheit austauschen.
Säen, pflegen, freuen: Lass uns Leipzig gemeinsam zum Blühen bringen und die Artenvielfalt in unserer Stadt stärken. Danke, dass Du mitmachst!
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