Leipzigs Insekten in Not: Jeder m² zählt!
Leipzigs Insekten in Not: Alarmierende Fakten - und was wir jetzt tun können
Was hinter dem dramatischen Insektenschwund steckt und wie Du auf dem Balkon, dem Fensterbrett, im Garten oder Baumbeet Insektenretter:in wirst, erfährst Du hier.
Sachsens Insekten verschwinden leise, aber rasant. Die Haupttreiber: Pestizide, monotone Agrarlandschaften, Versiegelung, Klimakrise. In urbanen Räumen wie Leipzig wird es für Wildbienen, Schmetterlinge & Co. immer schwieriger, Nahrung und Lebensraum zu finden. Es ist: Zu heiß, zu grau, zu leer.
Insektensterben in Sachsen: belegte Fakten, dramatische Trends
Eine internationale Meta-Analyse unter Leitung von iDiv, der Universität Leipzig und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wertete Daten aus 166 Langzeitstudien an 1.676 Standorten weltweit aus. Sie ist die bislang umfassendste Untersuchung zu globalen Insektenbeständen und erschien in der Fachzeitschrift Science.
Das zentrale Ergebnis:
Landlebende Insekten wie Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Ameisen nehmen weltweit deutlich ab. Im globalen Durchschnitt gingen ihre Bestände um 0,92 % pro Jahr zurück – das entspricht rund 24 % weniger Insekten innerhalb von 30 Jahren. Besonders stark betroffen sind Regionen in Europa (vor allem Deutschland) und Teilen der USA, mit beschleunigten Rückgängen seit etwa 2005.
Die Situation in Sachsen: deutliche Gefährdung bei vielen Insekten-Artengruppen
Die Roten Listen Sachsens, koordiniert vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dokumentieren eine kontinuierliche Verschärfung der Gefährdungslage:
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Die Gefährdungssituation bei Blatthorn- und Hirschkäfern (2024):
Von 124 in Sachsen erfassten Arten gelten 50 als gefährdet oder bereits ausgestorben. -
Die Gefährdungssituation bei Laufkäfern (2022), Libellen (2024), Marienkäfern (2020), Köcherfliegen (2019) und Zikaden (2023):
In allen aktualisierten Listen wurden mehr Arten höheren Gefährdungskategorien, wie „stark gefährdet“, „vom Aussterben bedroht“, zugeordnet als in früheren Fassungen. -
Die Gefährdungssituation bei Sachsens Wildbienen:
Die letzte Rote Liste (2005) erfasst 407 Arten, von denen 70,5 % als gefährdet gelten – darunter 62 bereits ausgestorbene Arten. Eine aktualisierte Landesliste fehlt bislang, doch Monitoring-Daten des NABU zeigen anhaltende Rückgänge. -
Die Gefährdungssituation bei den Tagfaltern (2007):
Rund 58 % der Arten gelten als bedroht oder bereits ausgestorben.
Warum Insekten in Städten wie Leipzig verschwinden
Im urbanen Raum geraten Insekten besonders unter Druck. Flächenversiegelung, dichte Bebauung und fehlendes Grün entziehen ihnen Nahrung und Lebensräume. Hitzeinseln, verstärkt durch die Klimakrise, verschlechtern die Bedingungen zusätzlich. Lichtverschmutzung stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus vieler Arten, während der Einsatz von Pestiziden auch in Städten wie Leipzig weiterhin eine Rolle spielt. Die Folge: Nicht nur spezialisierte Insektenarten, sondern selbst anpassungsfähige, ehemals häufige Arten gehen zurück.
Was Du für Leipzigs Artenvielfalt tun kannst
Naturschutz beginnt nicht erst im Naturschutzgebiet am Stadtrand, sondern direkt vor Deiner Haustür, auf Deinem Baumbeet, auf Deinem Balkon oder in Deinem Garten.
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Blühendes und Grünes in die Stadt bringen: Gebietsheimische Wildpflanzen sind wertvolle Nektar- und Pollenbuffets für Insekten. Die bunte Leipzig blüht auf-Blühmischung des Ökolöwe e.V. ist speziell auf Leipzigs Insekten abgestimmt. Bestelle sie hier kostenfrei!
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Jeder Quadratmeter zählt - deshalb denke auch vertikal: Platzsparende Fassadenbegrünungen sind nicht nur wunderschön, sie dienen auch als natürliche Dämmung und Graffiti-Schutz und unterstützen Vögel und Insekten. Der Ökolöwe e.V. bietet mit dem Projekt Kletterfix kostenfreie Beratung und passende Pflanzen.
- Lust, ein Baumbeet insektenfreundlich zu bepflanzen?: Tausende Baumbeete an Leipzigs Straßen warten darauf, bepflanzt und gepflegt zu werden. Möchtest Du Leipzig blüht auf-Blühpat:in für ein Baumbeet werden? Dann informiere Dich und melde Dich bei uns!
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Pestizide? Nein danke. Verzichte im Garten und auf dem Balkon auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel.
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Licht aus, Sterne an: Reduziere abends und nachts Außenbeleuchtung. Nachtaktive Insekten danken es Dir.
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Wohnraum schaffen: Insekten brauchen einen strukturreichen Lebensraum. Lass ein paar wilde Ecke in Deinem Garten wachsen und integriere Totholz, Naturteiche und Trockensteinelemente.
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