Leipzigs Insekten in Not: Jeder m² zählt!

Leipzigs Insekten in Not: Alarmierende Fakten - und was wir jetzt tun können

Was hinter dem dramatischen Insektenschwund steckt und wie Du jetzt zum Schutz von Wildbiene, Schmetterling & Co. beitragen kannst.

Eine betonreiche Straße mit wenig Bäumen und Blühpflanzen. Eine grafisch dargestellte Wildbiene fordert: mehr Blüten - weniger Beton! Jeder Quadratmeter zählt!
Dicht bebaute, graue Straßen bieten Insekten weder Nahrung noch Lebensraum. Es ist: Zu heiß, zu grau, zu leer. Bild: Ökolöwe e.V.

Sachsens Insekten verschwinden leise, aber rasant - auch in Leipzig. Pestizide, monotone Agrarlandschaften, zunehmende Versiegelung und die Klimakrise entziehen ihnen Lebensraum und Nahrung. In urbanen Räumen wie Leipzig kommen versiegelte Flächen, Hitzestau zwischen Gebäuden und das Fehlen blühender Oasen hinzu. Für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten wird es immer schwerer, Nahrung und Nistplätze zu finden.

Insektensterben in Sachsen: belegte Fakten, dramatische Trends

Das Insektensterben ist wissenschaftlich gut belegt. Eine große internationale Studie mit Beteiligung der Universität Leipzig hat Daten von über 1.600 Standorten weltweit analysiert: Die Bestände landlebender Insekten sinken dort im Schnitt um rund 0,9 Prozent pro Jahr. Das sind etwa 24 Prozent weniger in 30 Jahren. Besonders stark trifft es menschlich geprägte Gebiete wie intensive Agrarflächen oder Städte wie Leipzig.

Betroffen sind vor allem Gruppen wie Wildbienen, Käfer, Schmetterlinge und Ameisen. Viele Populationen schrumpfen rapide, zahlreiche Arten gelten in Roten Listen als gefährdet oder regional ausgestorben. Auch in Sachsen zeigen die Daten konkrete Verluste.

Besonders eindrucksvoll machte die Krefelder Studie den Rückgang in Deutschland sichtbar: Ehrenamtler maßen von 1989 bis 2016 in 63 Naturschutzgebieten die Biomasse fliegender Insekten – mit einem Rückgang um 76 Prozent, im Hochsommer sogar um 82 Prozent.

 

Schmetterling, Wildbiene Co. sind in Sachsen besonders betroffen

Die Roten Listen Sachsens, koordiniert vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dokumentieren, dass immer mehr Arten in höhere Gefährdungskategorien wie „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“ aufrücken.

So steht es um ausgewählte Insektengruppen in Sachsen:

  • Blatthorn- und Hirschkäfer: Von 124 in Sachsen erfassten Arten gelten 50 als gefährdet oder bereits ausgestorben – fast jede zweite Art.

  • Laufkäfer, Libellen, Marienkäfer, Köcherfliegen und Zikaden: In den aktuellen Roten Listen wurden jeweils mehr Arten höheren Gefährdungskategorien zugeordnet als in früheren Fassungen.

  • Wildbienen: Von 407 nachgewiesenen Wildbienen-Arten gelten rund 70 Prozent als gefährdet oder bereits ausgestorben.

  • Tagfalter: Rund 58 % der Arten gelten als bedroht oder bereits ausgestorben.

Insekten sind unverzichtbar für unser Ökosystem

Insekten sind das Fundament unserer Ökosysteme. Sie bestäuben einen großen Teil unserer Nutz- und Wildpflanzen. Sie sichern damit Ernten und Artenvielfalt und halten ganze Nahrungsketten am Laufen. Vögel, Fledermäuse, Igel und viele andere Tiere sind direkt auf sie angewiesen.

Gleichzeitig zersetzen Insekten organisches Material und führen Nährstoffe in den Boden zurück, sodass Böden fruchtbar bleiben. Wenn immer mehr Insekten verschwinden, gerät dieses fein abgestimmte System ins Wanken. Die Folgen für Natur, Landwirtschaft und letztlich auch für uns Menschen werden deutlich spürbar sein.

Warum Insekten in Städten wie Leipzig verschwinden

Im urbanen Raum geraten Insekten besonders unter Druck. Flächenversiegelung, dichte Bebauung und fehlendes Grün entziehen ihnen Nahrung und Lebensräume. Hitzeinseln, verstärkt durch Asphalt, Beton und die Klimakrise, verschlechtern die Bedingungen zusätzlich.

Lichtverschmutzung stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus vieler Arten, während der Einsatz von Pestiziden auch in Städten wie Leipzig weiterhin eine Rolle spielt.  

Die Folge: Nicht nur spezialisierte Insektenarten, sondern selbst anpassungsfähige, ehemals häufige Arten gehen zurück. 

Viele dieser Ursachen können wir Ökolöwen gemeinsam mit Dir beeinflussen. 

Ein Schwalbenschwanz sitzt im Stadtgarten Connewitz an einer Wilden Karde
Bild: Ökolöwe e.V.

Was Du für Leipzigs Artenvielfalt tun kannst

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Einladung das Projekt "Leipzig blüht auf" mit einer Förderspende zu unterstützen
Bild: Ökolöwe e.V.

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