Leipzig erarbeitet neues wohnungspolitisches Konzept

Leipzig erarbeitet neues wohnungspolitisches Konzept

Das wohnungspolitische Konzept soll Leitlinien der Leipziger Wohnungspolitik festschreiben. Soziale und ökonomische Aspekte finden in dem Konzeptentwurf bereits Berücksichtigung. Der Ökolöwe fordert in seinem Positionspapier die stärkere Beachtung ökologischer Kriterien.

Luftaufnahme Leipzig Südvorstadt
Leipziger Südvorstadt (Bild: Martin Geisler, CC BY 3.0)

Wohnungspolitik ist Umweltpolitik

Die Ausrichtung im Bereich Wohnungsbau und Siedlungsentwicklung ist eines der wichtigsten Kriterien für das Ausmaß des ökologischen Fußabdrucks einer Stadt. Wohnungspolitik ist gleichzeitig auch Verkehrspolitik und Umweltpolitik. Hier entscheidet sich, ob Leipzig wirklich nachhaltig wachsen kann. Konkret setzt Leipzigs Umweltbund auf die Devise: Sanierung vor Neubau. Wohnungsneubau soll nur in bereits mit der Straßenbahn und Einkaufsmöglichkeiten erschlossenen Gebieten in Form von Flächenrecycling erfolgen. Dies erspart den Bau überdimensionierter Infrastruktur mit entsprechenden Folgekosten. Neubau oder Erwerb freistehender Einfamilienhäuser sollte keine öffentliche Förderung erfahren.

Nutzungsmischung schafft Urbanität und verhindert Flächenfraß

Monofunktionale, reine Wohngebiete verbrauchen überdurchschnittlich viel Fläche und verursachen sehr lange Wege. Wir wollen stattdessen eine hohe Nutzungsmischung und Kleinteiligkeit, sowohl in den Grundstückszuschnitten, den Besitzverhältnissen, als auch im Design. Dabei sollte stärker als in der Vergangenheit auf Geschosswohnungsbau gesetzt werden, um dem fortschreitenden Flächenfraß entgegenzuwirken. Eine stringente Nachverdichtung im Innenbereich der kompakten Stadt, schafft kurze Wege und schützt Flächen im Außenbereich auf denen sich die Natur entfaltet. Das Bevölkerungswachstum hat bei allen Vorteilen, auch die Kehrseite, dass nicht jede Brachfläche in der Stadt erhalten werden kann.

Ökologisch besonders wertvolle Brachflächen langfristig sichern

Leipzig braucht daher jetzt ein aktives, strategisches Brachflächenmanagement, statt der Entwicklung hinterherzurennen - wie im Fall des Leopoldparks oder der Nachbarschaftsgärten. Das muss auch personell untersetzt sein. Mit einer aktiven, dem Gemeinwohl verpflichteten Liegenschaftspolitik können jene Brachflächen und Zwischennutzungen vorausschauend, nach für alle nachvollziehbaren Kriterien, identifiziert und langfristig erhalten werden, die für das Quartier aus ökologischen, sozialen oder kulturellen Gründen von herausragender Bedeutung sind.

Zum Weiterlesen:

Das wohnungspolitische Konzept der Stadt Leipzig

Autofrei wohnen in Leipzig

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