Mobilität 2030 - Stadtrat für Nachhaltigkeitsszenario

Mobilitätsstrategie 2030 - Stadtrat beschließt Nachhaltigkeits-Szenario

Die Diskussion über Leipzigs Mobilität von morgen schlägt eine entscheidende Richtung ein: Der Stadtrat hat das Nachhaltigkeits-Szenario beschlossen. Für diese Mobilitätsstrategie haben auch wir Ökolöwen intensiv geworben und drängen jetzt auf eine schnelle Umsetzung.

Fahrradfahrer im Sonnenlicht, Autobus und Straßenbahn
Das Nachhaltigkeitsszenario bedeutet die Förderung einer stadtverträglichen und alle Bevölkerungsgruppen einschließenden Mobilität (Bild: Stadt Leipzig).

Die Mobilitätsstrategie 2030 bestimmt den Weg, wie die beschlossenen Ziele des Stadtentwicklungsplans (STEP) Verkehr und Öffentlicher Raum konkret verwirklicht werden sollen. Ein wesentliches Ziel des STEP Verkehr und Öffentlicher Raum ist die Steigerung des Anteils umweltfreundlicher Verkehrsarten auf 70 Prozent. Nur so kann es gelingen, die Belastung durch den Autoverkehr, trotz des enormen Bevölkerungswachstums in etwa auf heutigem Niveau zu halten.

Nachhaltigkeits-Szenario - Starker Umweltverbund und hohe Lebensqualität

Vorteile des Nachhaltigkeits-Szenario für die einzelnen Verkehrsmittel
Was bringt das Nachhaltigkeitsszenario für die einzelnen Verkehrsmittel? (Grafik: Stadt Leipzig)
Wir Ökolöwen hatten im April 2018 abschließend das Nachhaltigkeits-Szenario als Vorzugsszenario für Leipzig zur Umsetzung empfohlen. Der Umweltverbund muss im Ganzen gestärkt werden. Das Nachhaltigkeits-Szenario sieht für den ÖPNV einen höheren Verkehrsanteil und damit verbunden eine deutlich höhere Investitionsquote vor als das Fahrradstadt-Szenario. Für den Fußverkehr wird ebenfalls, mit 24 Prozent, ein höherer Anteil als im Fahrradstadt-Szenario angestrebt.
 
Das Nachhaltigkeits-Szenario legt besonderen Fokus auf eine lebenswerte Stadtgestaltung und die Qualität des öffentlichen Raums unabhängig von der bloßen Verkehrsfunktion. Dieser Empfehlung ist der Stadtrat in der Septembersitzung 2018 gefolgt und hat klar für das Nachhaltigkeits-Szenario gestimmt. 

Nach dem Szenario kommt die Umsetzungsstrategie

Das Jahr 2030 ist nicht mehr weit entfernt. Deshalb ist es notwendig, aus dem Vorzugs-Szenario zügig eine Umsetzungsstrategie mit konkreten Maßnahmen abzuleiten. Ein solcher Zeit- und Maßnahmenplan muss dem Stadtrat im Jahr 2019 vorgelegt werden, so die Beschlusslage.

Dabei geht´s nun ans Eingemachte. Die Autolobby wird versuchen, den Bau neuer Straßen durch Leipzigs grüne Lungen in diese Liste zu schreiben. Wir Ökolöwen streiten dafür, dass gemäß der beschlossenen Nachhaltigkeits-Strategie dem Umweltverbund aus Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr sowie Carsharing der Vorrang in der Maßnahmenliste gegeben wird. Damit wir das tun können, benötigen wir Deine Unterstützung! 

Hintergrundinformationen

Das Nachhaltigkeits-Szenario in Zahlen
Kennzahlen des Nachhaltigkeits-Szenarios
Die Kennzahlen für das Nachhaltigkeits-Szenario (Grafik: Stadt Leipzig)

Das Nachhaltigkeits-Szenario bringt gegenüber der einfachen Fortschreibung des Status quo eine Reihe von Vorteilen mit. So soll die Stickoxid-Belastung in der Stadt mit der Umsetzung dieser Strategie um 20 Prozent reduziert werden. Damit würde Leipzig die Grenzwerte für NO2 deutlich unterschreiten. Ein generelles Fahrverbot für Dieselautos muss dann nicht verhängt werden.

Die Anzahl der Fahrgäste im ÖPNV soll von heute 156 Mio. Menschen pro Jahr auf 220 Mio. Menschen ansteigen. Dafür wird deutlich mehr investiert als heute - auch für die Infrastruktur für FußgängerInnen und RadfahrerInnen.

Auf der Seite der Stadt Leipzig sind weitere Informationen zum Nachhaltigkeits-Szenario aufbereitet.

Das Nachhaltigkeits-Szenario und die Auswirkungen auf Bus und Bahn im Nahverkehrsplan
Auswirkungen der Szenarien
Die Auswirkungen der Szenarien auf die Finanzierung und Angebotsentwicklung von Bus und Bahn (Grafik: Stadt Leipzig)

Die Mobilitätsstrategie ist auch Grundlage für die Erstellung des Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig, die längst überfällig ist. Wir Ökolöwen hatten dazu in einem 10-Punkte-Programm "Zukunftsplan für Bus und Bahn" grundlegende Vorschläge erarbeitet. Eine unserer wesentlichen Forderungen war dabei immer, dass die Stadt Leipzig die Kürzungen im ÖPNV zurücknehmen muss. Die Stadt zahlte einmal 60 Mio. Euro für den Betrieb von Bus und Bahn an die LVB, heute sind es nur noch 45 Mio. Euro. In einer wachsenden Stadt müssen wir mittelfristig wieder zu den 60 Mio. Euro kommen. Genau das hat der Stadtrat nun mit dem Nachhaltigkeits-Szenario beschlossen - ein toller Erfolg. Damit wird die Grundlage gelegt, um überhaupt über das Wann und Wie von Angebotsverbesserungen und günstigeren Tickets diskutieren zu können.

Sechs Szenarien standen zur Diskussion
Übersicht der Mobilitätsszenarien
Die sechs Szenarien im Überblick (Grafik: Stadt Leipzig)

Fachleute der Verwaltung haben den Verkehr in der Stadt in den letzten Monaten analysiert, Prognosen abgeglichen und verschiedene Modelle durchgerechnet. Im Ergebnis wurden sechs Szenarien zur Diskussion gestellt.

Aus Sicht des Ökolöwen waren jene Szenarien auszuschließen, die zu einer Zementierung des Status quo führen. Gleiches galt für Szenarien, die nicht mit den Zielen des STEP in Einklang stehen und bei denen eine Umsetzung aufgrund ungeklärter Rechtsfragen bis 2030 unwahrscheinlich ist. Damit verblieben das Fahrradstadt-Szenario sowie das Nachhaltigkeits-Szenario als sinnvolle und realistische Handlungsrahmen für die nächsten zwölf Jahre. Auch bei der Befragung unserer Mitglieder, zu der wir im Oktober 2017 aufgerufen hatten, wurden diese beiden Szenarien eindeutig favorisiert. Die Stadt Leipzig hat detaillierte Informationen zu den jeweiligen Szenarien zusammengefasst: Mobilitätsstrategien 2030 für Leipzig.

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