Neues Stadtviertel am Bayerischen Bahnhof entsteht

NEUES STADTVIERTEL AM BAYERISCHEN BAHNHOF ENTSTEHT

Klimaneutrale Bauweise, grüne Parks und Fassaden, weniger Autos und mehr Platz für Flanieren, Spiel, Rad fahren und Natur - das fordern wir Ökolöwen für das neue Stadtviertel, das am Bayerischen Bahnhof entsteht.

Bildquelle: Stadt Leipzig / Stadtbau AG

Zwischen dem Bayerischen Bahnhof (rechts im Bild) und der Richard-Lehmann-Straße entsteht in den nächsten Jahren ein komplett neuer Stadtteil mit rund 1.600 Wohnungen. Viele hundert neue Arbeitsplätze, Kitas und zwei neue Schulen sind vorgesehen. Bereits im Jahr 2011 wurden erste Pläne erarbeitet und mit der Bürgerschaft abgestimmt. Auf Basis dieser Pläne wird das Vorhaben aktuell weiterentwickelt. Am Ende steht ein Masterplan, der alle wichtigen Punkte enthält.

Wir Ökolöwen bringen uns intensiv in die Verbändebeteiligung zu dem Projekt ein, um wichtige Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu setzen. Folgende Punkte adressieren wir Ökolöwen an die Projektentwickler:

Klimaneutrale Stadt
Quartier BedZED in Großbritannien: Wind- und Solarenergie werden auf den Häusern gewonnen. Regenwasser vor Ort gemanaged und genutzt. Foto: Tom Chance CC BY 2.0
Quartier BedZED in Großbritannien: Wind- und Solarenergie werden auf den Häusern gewonnen. Regenwasser vor Ort gemanaged und genutzt. Foto: Tom Chance CC BY 2.0

Mit dem Klimanotstand für Leipzig müssen alle Beschlussvorlagen ab sofort einen Klimacheck bestehen. Der Masterplan für das neue Stadtviertel ist so eine Beschlussvorlage. Der Klimacheck kann aus Ökolöwen-Sicht nur als bestanden gelten, wenn am Bayerischen Bahnhof ein klimaneutrales Quartier entwickelt wird. U.a. diese Punkte müssen abgesichert sein:

  • Solardächer
  • Energieeffizientes Bauen / Nullenergiehäuser
  • klimaneutrale Wärmeerzeugung
  • Frischluftschneise freihalten
  • Versiegelung minimieren
  • Starkregenspeicher integrieren
Grüne Stadt und Naturschutz
Animal Aided Design (AAD) ist eine Methode zur Integration von Tierbedürfnissen in die Stadtentwicklung, entwickelt von der Uni Kassel und der TU München. Am Bayrischen Bahnhof sollte ein Pilotprojekt entstehen. Grafik: Uni Kassel / Sophie Jahnke
Animal Aided Design (AAD) ist eine Methode zur Integration von Tierbedürfnissen in die Stadtentwicklung, entwickelt von der Uni Kassel und der TU München. Am Bayrischen Bahnhof sollte ein Pilotprojekt entstehen. Grafik: Uni Kassel / Sophie Jahnke

Wir Ökolöwen setzen uns mit unserem Appell Mehr Grün für Leipzig für eine ökologische Stadtentwicklung ein. Gerade bei der Entwicklung neuer Baugebiete muss die Stadtverwaltung die Nagelprobe bestehen. Am Bayerischen Bahnhof heißt das für uns Ökolöwen konkret:

  • Großen Stadtteilpark sichern und entwickeln
  • Naturfläche für Ausgleich vor Ort vorhalten
  • Animal Aided Design umsetzen
  • Ökologisch wertvolle Blühwiesen integrieren
  • Ökologisch wertvolle, standortgerechte Hecken sichern und anlegen
  • Essbare Stadt und Gemeinschaftsgärten integrieren
  • Gründächer, Fassadenbegrünung
  • Straßenbäume
  • Ausgleich, der nicht vor Ort stattfinden kann, zur Renaturierung des Leipziger Auwalds einsetzen
Nachhaltige Mobilität
Die Aktiv-Achse Süd soll den Bayerischen Bahnhof über einen Radweg mit dem Markkleeberger See verbinden
Die Aktiv-Achse Süd soll den Bayerischen Bahnhof über einen Radweg mit dem Markkleeberger See verbinden

Das neue Stadtviertel am Bayerischen Bahnhof ist gut mit dem ÖPNV erschlossen. An den beiden S-Bahn-Stationen am Bayerischen Bahnhof und am MDR halten alle S-Bahnlinien der Stadt. An der Semmelweisbrücke wird perspektivisch eine neue Straßenbahnlinie halten – gute Voraussetzungen also, um an dieser Stelle ein autofreies Quartier zu entwickeln und ein nachhaltiges Mobilitätskonzept umzusetzen, das folgende Punkte beinhalten muss:

  • Aktiv-Achse Süd umsetzen
  • Attraktive Fuß- /Radverbindungen in Ost-West-Richtung durch das Gebiet gewährleisten
  • reine Fußwege zum Flanieren anbieten, engmaschiges Blockraster für kurze Fußwege
  • FußgängerInnen müssen zukünftig direkt durch den Portikus am Bayerischen Bahnhof flanieren können, wie am Brandenburger Tor; der Park muss aus allen Richtungen auf kürzestem Weg erreichbar sein
  • Fuß- /Radbrücke über S-Bahn-Trog in die Tarostraße bauen
  • Brücke über die Gleise (für Fuß-/ Radverkehr) auf Höhe Steinstraße bauen
  • S-Bahn-Haltepunkt MDR zum Mobilitätskreuz ausbauen
  • Fahrrad-Parkhaus (B+R) an der S-Bahn-Station MDR sowie am Bayerischen Bahnhof
  • Zweiter Gleisübergang direkt am S-Bahn-Haltepunkt MDR (direkter Zugang Scharnhorststraße)
  • Autofreies Quartier mit Quartiersgarage an der Semmelweisstraße
  • Nutzungsmischung in den Blöcken, kleinteiliger Einzelhandel im Erdgeschoss
  • Entlastung der Lößniger Straße von Kfz-Verkehr
  • Fahrradbügel vor jedem Hauseingang
  • teilAuto-Stationen integrieren

Schon 2020 soll Baubeginn sein

Der Masterplan, der unsere Punkte aufnehmen soll, steckt den Rahmen für die Bebauungspläne ab und ist zusammen mit einem städtebaulichen Vertrag bindend für die Investoren. Das sind an dieser Stelle die Stadtbau AG und die BUWOG. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Investoren peilen einen Baubeginn für Ende 2020 an. Im Jahr 2027 sollen das Stadtviertel und der neue Stadtteilpark fertig sein.

Weitere Informationen:

leipzig.de/bauen-und-wohnen/stadtentwicklung/projekte/stadtraum-bayerischer-bahnhof
bayerischerbahnhofleipzig.de

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