Mitmachen beim Masterplan Grün
Mitmachen beim Masterplan Grün
Eine zentrale Forderung des Ökolöwen-Appells 'Mehr Grün für Leipzig' wurde endlich angegangen. Die Stadt beginnt die Arbeit zum Masterplan Grün.
Viele grüne Flächen in Leipzig geraten in den Fokus für Bauvorhaben. So verschwinden Brachen, Grünflächen, Bäume, Sträucher und Hecken täglich direkt vor unseren Türen. Das muss sich ändern!
Erfolg: Beteiligung zum Masterplan Grün
Mit dem Start der Bürgerbeteiligung zum Masterplan Grün wurde 2019 eine zentrale Forderung unseres Appells Mehr Grün für Leipzig endlich angegangen.
Im Juni 2018 wurde das Beteiligungsverfahren zum Masterplan Grün beschlossen. Die Erarbeitungsphase des Masterplans sah vor, die Bevölkerung sowie die Umweltverbände mit verschiedenen Formaten intensiv zu beteiligen. Wir Ökolöwen haben den gesamten Prozess proaktiv begleitet und auf schnelle Umsetzung des Masterplans gepocht. Jeder Tag zählt, denn Leipzig wird mehr und mehr zugebaut.
Online-Umfrage zum Masterplan Grün ausgewertet
Seit dem 31. Mai 2019 ist die Online-Umfrage zum Masterplan Grün abgeschlossen. Rund 3.500 Leipziger:innen haben sich beteiligt. Die Stadt Leipzig veröffentlichte erste Ergebnisse:
- Für 87 Prozent der Teilnehmer:innen ist Stadtgrün und Gewässer sehr wichtig für das eigene Wohlbefinden und die Lebensqualität.
- Dreiviertel wünschen sich möglichst viel Grün für Leipzig. Für 56 Prozent davon sollte Grün nah an der eigenen Wohnung sein.
- Knapp 80 Prozent der Teilnehmenden sagen, dass ihnen das Thema Klimaanpassung sehr wichtig ist, gefolgt von Biodiversität mit 75 Prozent.
- Sorgen bestehen hingegen beim Thema Bauaktivitäten in der Stadt und dem damit zusammenhängenden Grünschwund, sowie beim Thema Straßenbäume.
- So wünscht sich ein Fünftel vor allem mehr begrünte Straßen in ihrem eigenen Stadtteil.
- Für jede:n zweite:n Befragte:n ist der Grünanteil im Umfeld sogar ausschlaggebend für die Wahl des eigenen Wohnortes.
- Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden fühlt sich von schlechter Luft und Hitze stark bis sehr stark belastet.
- Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Vernetzung von Stadtgrün schnellstmöglich vorangetrieben werden muss, damit mehr grüne Rad- und Fußwege entstehen.
Diese erste Bilanz sowie die hohe Teilnehmer:innenzahl bestätigen, dass Mehr Grün für Leipzig das ist, was die Leipziger:innen wollen. Nun gilt es, den Masterplan Grün zügig aufzustellen, damit Leipzig für uns und kommende Generationen lebenswert bleibt. Alle Umfrageergebnisse findest Du auf dem Beteiligungsportal der Stadt Leipzig.
Am 10. April veranstaltete die Stadt das erste Bürgerforum zum Masterplan Grün in der Stadtbibliothek. Über 200 LeipzigerInnen diskutierten über Leipzigs grüne Zukunft und brachten ihre Ideen und Wünsche für 'Mehr Grün für Leipzig' ein.
Die Stadt präsentierte den Teilnehmer:innen erste Ergebnisse der Online-Umfrage: Stadtgrün ist für 99,6 Prozent der LeipzigerInnen von sehr großer Bedeutung. Besonders wichtig sind ihnen eine gesamtstädtische Begrünung sowie das eigene, grüne Wohnumfeld. Die Teilnehmer:innen der Umfrage wünschen sich vor allem in ihrem Stadtteil mehr Straßenbäume, grüne Wegeverbindungen sowie begrünte Stadtplätze und den Erhalt grüner Brachflächen. Die Befragten suchen Leipzigs grüne Orte hauptsächlich zum Entspannen, Natur genießen, Spazieren gehen und wegen der frischen Luft auf.
Trotz Regen und Kälte nahmen am 4. Mai 2019 über 20 LeipzigerInnen am ersten "Forschungs-Spaziergang" teil und diskutierten direkt vor Ort, ob Leipzig wirklich so grün ist, wie viele annehmen. Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar zeigte zusammen mit uns Ökolöwen den scharfen Kontrast zwischen grünen Inseln und grauen Betonwüsten auf. Die Teilnehmer:innen waren sich einig: Hinterhöfe gilt es zu grünen Oasen umzuwandeln. Gerade hier ist noch viel Nachholbedarf.
Am zweiten Leipziger Grüngang nahmen über 35 Leipziger:innen teil. Bei sonnigem Wetter führte uns der Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar durch die Wildnis des Leipziger Nordens. Hier wurde schnell klar: Leipzigs Freiflächen mit hoher ökologischer Bedeutung brauchen einen Schutzstatus. Die Teilnehmer:innen waren sich schnell einig, dass Leipzig mehr blühende Wiesen braucht anstelle von englischem Einheitsrasen.
Mit über 40 Leipziger:innen spazierten wir Ökolöwen mit der Frage durch die Ostvorstadt: Entstehen zu Neubauten auch genug neue grüne Freiräume? Schnell wurde klar: Es fehlt vor allem an grünen Verbindungen für Fuß- und Radverkehr abseits des motorisierten Verkehrs.
Auch die Anpassung der Stadt an den Klimawandel wurde diskutiert. Wir stellten fest, dass es viele kleine grüne Flächen gibt, die nicht der Mindestanforderung von 2.000 Quadratmetern entsprechen, aber dennoch für ein nachhaltig wachsendes und grünes Leipzig essentiell sind!
Wir thematisierten auch die Qualität unserer Parkflächen mit dem Spaziergangsforscher Bertram Weißhaar. Der stark frequentierten Lene-Voigt-Park mit dem baufälligen Stephani-Platz um die Ecke, der aber Platz für Stadtnatur lässt, zeigte sehr deutlich den gravierenden Unterschied.
Die Grünflächenpflege war wieder ein Thema. Wilde Natur wurde von einigen Teilnehmern:innen als ungepflegt und unordentlich wahrgenommen. Hier braucht es Aufklärungsarbeit, damit das Bild einer multifunktionalen Grünfläche zum Konsens wird.
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