Stadt der kurzen Wege

Stadt der kurzen Wege

Fußänger:innen und Fahrradfahrer:innen brauchen kurze Wege, um alle wichtigen Orte im Alltag schnell zu erreichen. Wir Ökolöwen fordern: Leipzig muss eine Stadt der kurzen Wege werden!

So genannte Superblocks bieten auch auf der Straße Raum für Fußgänger:innen
 
Die Stadt der kurzen Wege hält Distanzen zwischen Wohnort, Arbeitsplatz, Nahversorgung und Dienstleistungen gering und wirkt dadurch einem großen Verkehrsaufkommen entgegen. Durch die kurzen Wege erreicht man alles bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Gleichzeitig nehmen Abgas- und Lärmbelästigung ab.

Leitbild Stadt der kurzen Wege

Modell einer Stadt der kurzen Wege. ©Quartier Zukunft – Labor Stadt/KIT
Modell einer Stadt der kurzen Wege. ©Quartier Zukunft – Labor Stadt/KIT
Bis in die 1990er Jahre orientierten sich Stadtplaner:innen am Leitbild der autogerechten Stadt. Dies brachte einen steigenden Flächenbedarf der Autos mit sich. Durch die funktionsräumliche Trennung von Arbeiten, Wohnen und Einkaufen kam es zu Zersiedelung und größeren Distanzen, die überwunden werden mussten. Die Strecken wurden dementsprechend aus- und umgebaut. Aufgrund der Ausrichtung der Siedlungsentwicklung am Auto und einer schlechteren Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs, gerieten viele Menschen in Abhängigkeit vom Auto. Aus ökologischer Sicht führt diese Abhängigkeit zu mehr Luft- und Lärmverschmutzung.

Kurze Wege für Leipzig

Auch viele Leipziger:innen sind aufgrund langer Fahrstrecken vom Auto abhängig. Sie brauchen aber kurze Wege, damit sie als Fußgänger:innen schnell alltägliche Besorgungen erledigen können und die Umwelt geschont wird. Deshalb fordern wir Ökolöwen eine Stadt der kurzen Wege. Paris beschreitet diesen Weg schon konsequent und will zur 15-Minuten-Stadt werden.
 

Umsetzung in die Praxis

Um eine Stadt nach dem Leitbild der kurzen Wege zu entwickeln braucht es konkrete Umsetzungen in der Planung. Daher ergeben sich für uns folgende Forderungen an die Stadtverwaltung:
 
1. Neue Baugebiete an nachhaltige Standorte lenken
Eigenheimsiedlungen auf der grünen Wiese sollen nicht mehr ausgewiesen werden. Stattdessen muss sich die Siedlungsentwicklung an den Straßen- und S-Bahnhaltestellten ausrichten. Generell darf nur dort gebaut werden, wo schon Infrastruktur liegt. Wenn flächensparsam gebaut wird, ist in der Kernstadt noch genügend Platz, um das Wachstum abzubilden. Leipzig hat große, ehemalige Bahnflächen.   
2. Nutzungsmischung in monofunktionalen Gebieten
Mehr Menschen wollen zu Fuß zur Arbeit kommen. Deshalb muss in monofunktionalen Gebieten von Nutzungsmischung Gebrauch gemacht werden. So soll in Gewerbegebieten, wie der Alten Messe, Wohnraum entstehen und umgekehrt soll in Wohngebieten wie Grünau, Raum für neue Arbeitsplätze vorgehalten werden.
3. Kompakte Stadtviertel
Die einzelnen Stadtviertel Leipzigs müssen all das bieten, was man zum Leben braucht: Geschäfte, Wohnungen und Arbeitsstätten sollen gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Außerdem müssen Parks und viel Grün in allen Vierteln zur Verfügung stehen und zur Erholung einladen. Alle wichtigen Ziele müssen innerhalb von 15 Minuten erreichbar sein.
4. Vertikale Flächennutzung
Der Bau von eingeschossigen Supermärkten und Discountern mit großen Parkplätzen daneben muss vermieden werden, da diese unnötig viel Fläche verbrauchen. Stattdessen sollen auch die oberen Stockwerke von Neubauten beispielsweise für Mietwohnungen genutzt werden. Es geht darum, verschiedene Nutzungen clever zu stapeln. Die Idee, einzelne Stadtfunktionen isoliert nebeneinander zu sortieren, hat das Verkehrsproblem verursacht, das wir heute beklagen.  
5. Dichtes Wegenetz
In allen Stadtvierteln muss ein dichtes Wegenetz bestehen. Das ist wichtig für alle Verkehrsteilnehmer:innen ohne Motor.
6. Kurze Wege für kurze Beine
Kitas und Schulen sollen in der Nähe der Wohnorte errichtet werden, um Kindern und buchstäblich ‚kurzen Beinen‘ kurze Wege zu ermöglichen. Gleiches gilt für Einrichtungen, die von Senior:innen nachgefragt werden. Deren Beine sind zwar nicht immer kurz, dafür aber nicht mehr so stark.
7. Tausend kleine Leipziger Läden
Im Sinne 1.000 kleiner "Leipziger Läden" sollen kleine Läden die Erdgeschosse in allen Stadtvierteln Leipzigs beleben. Dafür wird ein städtisches Förderprogramm benötigt, das lokale Einzelhändler:innen bezüglich der Renovierung oder mit einer Starthilfe unterstützt. Gleichzeitig sind wir alle gefragt. Wir müssen jetzt kleinen Leipziger Läden helfen.
 
Durch die Umsetzung dieser Forderungen und die Orientierung am Leitbild der Stadt der kurzen Wege erreichen wir ein lebenswerteres Leipzig mit weniger Luftverschmutzung und Lärmbelästigung und schützen sowohl das Klima als auch unsere Gesundheit! 

Appell für ein fußgängerfreundliches Leipzig

Unterschreibe hier den Appell für ein fußgängerfreundliches Leipzig
Fußgänger gehen vor! Für ein fußgängerfreundliches Leipzig.
Diese und andere Forderungen richten wir Ökolöwen in unserem Appell "Fußgänger gehen vor!" an den Stadtrat und die Stadtverwaltung. Unterschreibe auch Du und setz Dich mit uns gemeinsam für ein fußgängerfreundliches Leipzig ein.
 
Zur weiteren Information:
In diesem Video wird das Konzept der ‘Walkable City’, also der Stadt der kurzen Wege ausführlich erklärt.
Dieser Artikel zeigt, wie wichtig die Umsetzung der Stadt der kurzen Wege besonders in unserer aktuellen Situation ist.

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