Wie wäre es mit einem Baum für jeden Heizpilz?

Wie wäre es mit einem Baum für jeden Heizpilz?

Heizpilze stoßen äußerst viel CO2 aus und sind dadurch eine Belastung für unser Klima. Deswegen haben wir Ökolöwen uns dafür eingesetzt, das Thema in die Ratsversammlung zu bringen, um ein Verbot oder zumindest Kompensationen für den CO2 Ausstoß der Heizpilze zu erwirken.

Heizpilze vor einem Lokal

Die Fraktionen der Grünen und der Linken engagieren sich in der Ratsversammlung für ein Verbot von Heizpilzen, wie es bereits in Berlin, München, Köln und Stuttgart der Fall ist. Bemerkenswert war dazu die Reaktion von Holm Retsch, Chef des Gastgewerbeverbandes Dehoga. Der behauptet, dass Heizpilze nicht zum Klimawandel beitragen. Das sehen wir anders: Heizpilze sind echte Giftpilze und haben einen Einfluss auf das Klima. Der Dehoga-Chef vergisst zudem bei seiner Kosten-Nutzen-Rechnung einen Punkt: Der Kneipenbetreiber spart, indem er die Strahler aufstellt, ohne für den Schaden an unserer Umwelt aufzukommen. Die Kosten trägt die Allgemeinheit. WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass sich die tatsächlichen Kosten einer Tonne CO2 auf ca. 207 Euro belaufen. Retsch rechnet mit zwei Tonnen CO2 pro Heizstrahler und Jahr. Alle 500 Leipziger Heizstrahler kosten die Allgemeinheit damit etwa 207.000 Euro jährlich.

eine ganze Menge Heizpilze
Eine ganze Menge Heizpilze in den Freisitzen entlang der Karl-Liebknecht-Straße

Wir Ökolöwen unterstützt ein generelles Verbot von Heizpilzen.

Falls ein Verbot nicht durchzusetzen ist, sollten die KneipenbesitzerInnen fairerweise die Kosten für die Schäden an der Umwelt kompensieren. Wir schlagen vor, nach dem Verursacherprinzip von Gaststättenbetreibern eine Gebühr für die Nutzung der Klimakiller zu erheben. Die Einnahmen sollten dazu verwendet werden, Bäume im Stadtgebiet zu pflanzen. Diese können dann den CO2-Ausstoß der Wärmestrahler kompensieren. So würde die CO2-Bilanz vor Ort ausgeglichen und die Stadt wird gleichzeitig grüner und attraktiver für die LeipzigerInnen und ihre Gäste.

Nachtrag

Der Stadtrat hat entschieden: ab Oktober 2017 müssen Gastronomen und Gastronominnen für jeden Heizpilz je nach Lage des Lokals zwischen 20 und 30 Euro zahlen. Das hierbei eingenommene Geld soll für Baumpflanzungen verwendet werden. Zusätzlich wird die erlaubte Anzahl auf einen Heizpilz pro 20 m² beschränkt.

Quellen:

  • Moore, F. & Diaz, D. (2015): Temperature impacts on economic growth warrant stringent mitigation policy. In: Nature Climate Change. Online herausgegeben am 15. Januar 2015
  • http://news.stanford.edu/2015/01/12/emissions-social-costs-011215/
  • Studie zur Wirtschaftlichkeit von Heizpilzen des UBA: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3735.pdf

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