Verkehrsamt verbaut Zukunft der Luppe-Aue

Verkehrsamt verbaut Zukunft der Luppe-Aue

Das Verkehrsamt plant den Neubau der Nahlebrücke. Doch damit dreht es der Luppe-Aue den Wasserhahn zu. Wir Ökolöwen fordern: Ohne Auenkonzept kein Brückenbau!

Erst im August 2020 verkündete der sächsische Umweltminister Wolfram Günther bei einem Besuch im Leipziger Auwald, dass das Leipziger Auensystem gerettet werden muss. So wollen das Land Sachsen zusammen mit der Stadt Leipzig Rettungsmaßnahmen erarbeiten. Und dabei ist eines klar: Ohne Wasser keine Rettung! Aber das Leipziger Verkehrsamt hat andere Pläne und will die Nahlebrücke im Verlauf der Gustav-Esche-Straße viel zu klein erneuern. Wenn diese Brücke nicht größer gebaut wird, dann bleibt die Nahle ein reiner Abflusskanal. Der Luppe-Aue wird der Wasserhahn zugedreht!

Leipzigs Flüsse müssen wieder natürlich fließen

Die Nahle wurde zur Drainage der Aue tief ausgebaut.
Die Nahle muss wieder natürlich fließen, um die Aue vor dem Vertrocknen zu retten.

Damit die gesamte Elster-Luppe-Aue eine Zukunft hat, müssen endlich die kanalisierten Flüsse wieder renaturiert werden. Nur so kann der ökologische Zustand der Gewässer sowie auch deren Attraktivität verbessert werden. Um die Nahle als natürlichen Luppe-Fluss zu renaturieren, braucht sie ein breites und hochliegendes Flussbett mit Platz für eine strukturreiche Uferzone.

Aber dies scheint das Verkehrsamt nicht zu interessieren und schreibt die Flussregulierung wie vor 100 Jahren fort, als gäbe es keinen defizitären Wasserhaushalt in der Aue! Die alte Luppe wurde in den 1920/30er Jahren als Nahle zur Drainage der Aue tief ausgebaut und bewirkt deren fortschreitende Austrocknung. Zusammen mit der Weißen Elster war dieses Fließgewässer aber ursprünglich Teil eines umfangreichen Binnendeltas, dass für eine regelmäßige Überflutung der Elster-Luppe-Aue sorgte. Das gilt es wiederherzustellen!

Ohne Auenkonzept kein Brückenbau

Die renaturierte Ruhr bei Ansberg
Vorbildhaft: Die renaturierte Ruhr bei Arnsberg. (Bildquelle: Stadt Arnsberg)

Erst im Mai 2020 sprach sich auch der Leipziger Stadtrat für die Rettung der Leipziger Auenlandschaft aus und hat ein Auwald-Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Dieses Konzept hat die explizite Auflage: Keine Maßnahmen dürfen der Revitalisierung im Weg stehen. Daher haben wir Ökolöwen uns an den Stadtrat gewandt, um auf die Fehlplanungen des Verkehrsamtes hinzuweisen. So hoffen wir, dass der Stadtrat das Verkehrsamt nun beauftragt, die Brücke an das Auenkonzept anzupassen und entsprechend größer zu planen.

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