Sicher auf eisigen Wegen – mit Splitt statt Streusalz

Sicher auf eisigen Wegen – mit Splitt statt Streusalz

Mit dem Winter kündigen sich auch eisige Wege an. HausmeisterInnen und Privatpersonen reagieren oft mit dem Einsatz von Streusalz - obwohl das in Leipzig aus gutem Grund verboten ist.

Bild von Schnee schippen im Winter (Quelle: pixabay)

Streusalz in Leipzig nicht zulässig

Allzu häufig ist der Griff zum Streusalz für HausmeisterInnen, Privatpersonen oder auch die Stadtreinigung selbstverständlich. Mit einem Blick in Paragraph 5 der Winterdienstsatzung der Stadt Leipzig wird jedoch klar: "Die Verwendung von auftauenden Streumitteln wie Streusalz ist nur erlaubt, wenn auf Grund besonderer Witterungsbedingungen (z. B. Blitzeis) mit anderen Mitteln keine hinreichende Wirkung erzielt werden kann." Das heißt, dass  lediglich der städtische Winterdienst Streusalz einsetzen darf – und das auch nur im Ausnahmefall. Ordnungswidrigkeiten werden von der Stadt Leipzig mit bis zu 500 Euro Geldbuße geahndet.

Streusalz gefährdet Umwelt und Natur

Streusalz wirkt sich negativ auf Pflanzen, Bäume, Tiere und auch Gebäude aus. Zudem ist Salz nicht  besonders effektiv: Es macht Wege und Straßen zwar kurzfristig trittfest. Sobald es aber wieder überfriert, muss nachgestreut werden.

Gefahr für Pflanzen und Bäume

Kommen Pflanzen zum Beispiel durch Spritzwasser von Kraftfahrzeugen direkt mit dem Salz in Kontakt, sind häufig Verätzungen die Folge. Zudem reichert sich Salz im Boden an.  Ein erhöhter Salzgehalt im Boden wäscht lebensnotwendige Nährstoffe aus und erschwert so die Nährstoffaufnahme der Pflanze.

Durch die hohe Salzkonzentration sterben außerdem die Feinwurzeln der Pflanzen ab. Dadurch wird die lebensnotwendige Symbiose zu den Bodenpilzen gestört, was wiederum mangelnde Wasserversorgung und ein Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt der Pflanze bedeutet. In vielen Fällen lassen sie auch vorzeitig ihre Blätter fallen.

Durch die verursachten Mangelerscheinungen und das geschwächte Wachstum ist die Pflanze insgesamt anfälliger gegen Krankheiten. Die Schäden sind umso gravierender, je näher die Vegetation an Straßen und Wegen steht. Auch sind z.B. Ahorn, Linde und Rosskastanie, die vorwiegend Straßenbaumarten sind, von Natur aus salzempfindlicher als andere, sodass diese besonders durch den Einsatz von Streusalz gefährdet sind.

Gefahr für Tiere

Nicht nur für Pflanzen stellt Streusalz ein gravierendes Problem dar. Das aggressive Streusalz greift die Pfoten der Vierbeiner an. Vor allem Hunde bekommen spröde und rissige Pfoten, was zu schlimmen Entzündungen führen kann. Katzen sind davon nicht so sehr betroffen, da sie für gewöhnlich abseits der Wege unterwegs sind, auf denen gestreut wird.

Gefahr für Gebäude

Auch Fahrzeuge oder Betonbauwerke werden stark durch die korrosive Salzwirkung angegriffen, da das Salz zu Zersetzungen führt. Dies verursacht hohe Reparaturkosten. Selbst Schuhe und Reifen verschleißen durch das Salz schneller.

Was tun bei glatten Wegen?

Auch ohne umweltgefährdendes Streusalz müssen Privatpersonen auf Wegen nicht rutschen: Wir Ökolöwen wie auch das Umweltbundesamt empfehlen, den Schnee mit dem Schieber zu räumen und mechanische Streumittel wie Sand, Splitt oder Blähschiefer zu verwenden. Diese stumpfen glatte Wege zuverlässig ab und schonen dabei auch Bäume und Sträucher am Wegesrand. Umweltfreundliche Produkte sind in den Geschäften am Blauen Engel leicht zu erkennen. Hilfreich ist es zudem, frühzeitig den Schnee zu räumen.  Zum einen kommt man so der gesetzlichen Räumungspflicht nach, zum anderen macht es in den meisten Fällen zusätzlichen Streumitteleinsatz überflüssig. Wer sich unsicher ist, wie und wann er oder sie zum Räumen von Wegen verpflichtet ist, findet weitere Antworten zum Winterdienst bei der Stadtreinigung Leipzig.

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