Bärlauch im Auwald: Nicht einfach los pflücken

Bärlauch im Auwald: Nicht einfach los pflücken

Der Bärlauch - schon jetzt sprießt der bekannteste Frühblüher des Leipziger Auwaldes. Doch Vorsicht: Es gibt Regeln beim Pflücken, die alle kennen sollten!

Als Knoblauch-Ersatz im Pesto, als Würze im Salat oder auch als Heilkraut gegen Bluthochdruck: Bärlauch ist in vielen Haushalten beliebt. Doch auch wenn er scheinbar überall aus dem Boden sprießt, darf nicht einfach drauf los gesammelt werden. Es gibt Gesetze, die das Pflücken des wilden Knoblauchs regeln.

Nur einen Handstrauß mit nach Hause nehmen

Bärlauch darf nur in kleinen Mengen und für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Das regelt § 14 des Sächsischen Waldgesetzes. Eine kleine Menge entspricht etwa der Größe eines Handstraußes. Wer den wilden Knoblauch in größeren Mengen und für gewerbliche Zwecke sammeln möchte, braucht immer eine Genehmigung des Waldbesitzers oder der Naturschutzbehörde. Außerdem sollte natürlich jedeR beim Pflücken auf die eigenen Schritte achten und die Pflanzen nicht willkürlich zertreten.

Nur außerhalb der Naturschutzgebiete darf Bärlauch gesammelt werden.

Karte: Naturschutzobjekte in Leipzig
Karte: In allen pink und dunkelgrün markierten Bereichen darf nichts gepflückt werden. (Quelle: Stadt Leipzig, Amt für Umweltschutz)

Im Leipziger Auwald befinden sich vier Naturschutzgebiete (NSG) und einige Flächennaturdenkmäler. In diesen Gebieten ist das Sammeln von Bärlauch und allen anderen Pflanzen laut Naturschutzgesetz gänzlich verboten. Das heißt: Es ist untersagt, im nördlichen Auwald im NSG Luppeaue und im NSG Burgaue sowie im südlichen Auwald im NSG Elster- und Pleiße-Auwald und im NSG Lehmlache Lauer Bärlauch zu pflücken. Außerdem ist das Ausgraben der Bärlauch-Zwiebeln verboten. Wer diese Gesetze missachtet, schadet der eigenen Geldbörse. Bis zu 2.500 Euro kann ein solcher Verstoß gemäß § 52 des Sächsischen Waldgesetzes kosten.

Du ertappst TäterInnen auf frischer Tat?

Solltest du SammlerInnen beobachten, die in den Naturschutzgebieten pflücken, zu große Mengen ernten oder Pflanzen ausgraben, wende Dich direkt an die Ordnungsbehörden. Sie sind für jeden Hinweis dankbar. Telefonisch erreichbar ist das Ordnungsamt unter 0341 123 8888 und die Polizeibehörde unter 110.

Nicht zu verwechseln mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen

Wer den wilden Knoblauch für kulinarische Zwecke und den Eigenbedarf verwenden möchte, sollte ihn vor seiner Blüte pflücken, denn dann schmeckt er am Besten. Doch Vorsicht, ehe der Bärlauch seine leicht erkenntlichen, weißen und kugelförmigen Blütenstände ausbildet, ähneln die Blätter denen des giftigen Maiglöckchens und denen der ebenfalls giftigen Herbstzeitlosen. Das einfachste Unterscheidungsmerkmal zwischen den drei Pflanzen ist der für Bärlauch typische Knoblauchgeruch. Wenn Du Dich weiterhin absichern möchtest, sieh Dir die Blätter noch einmal genauer an: Bärlauchblätter sprießen einzeln am Stängel, wohingegen beim Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen zwei oder mehrere Blätter aus dem gleichen Stängel wachsen.

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