Forstwirtschaft nur mit Naturschutzauflagen im Auwald

Forstwirtschaft nur mit Naturschutzauflagen im Auwald

Naturschutz ist das oberste Ziel im Leipziger Auwald. Alles andere muss sich unterordnen. Das gilt auch bei der Forstwirtschaft.

Herbst im Leipziger Auwald

Um eine intakte Aue in Leipzig wieder vorzufinden, braucht die Auenlandschaft dringend Wasser. Der Auwald kann nur gerettet werden, wenn er an natürliche Fließgewässer angeschlossen wird. Forstliche Maßnahmen ersetzen keinesfalls natürliche Prozesse. Sie können lediglich dabei helfen, eine Artenzusammensetzung zu fördern, die typisch für einen Auwald ist. In ihrer Wirkung sind Forstmaßnahmen jedoch begrenzt.

Viele Akteure in Leipzigs Stadtgesellschaft haben gegensätzliche Interessen, wenn es um die Entwicklung der Leipziger Auenlandschaft geht. Da der Leipziger Auwald Natura 2000-Gebiet ist, müssen aber immer die Belange des Natur- und Artenschutzes an erster Stelle stehen. Und dies gilt auch bei den forstlichen Eingriffen im Auwald.

Naturschutzfachliche Auflagen für den Forstwirtschaftsplan nötig

Wir Ökolöwen sprechen uns grundsätzlich für eine sensible und kleinräumigere Umsetzung von forstlichen Maßnahmen aus. Vor allem in der Nonne sind die Eingriffe in einem deutlich ausgedehnteren Zeitraum zu realisieren.

Der neue Forstwirschaftsplan soll noch in diesem Jahr dem Stadtrat vorgelegt werden. Wir Ökolöwen konnten bereits erreichen, dass geplante Fällungen im FFH-Gebiet „Bienitz- und Moormergelgebiet“ nicht mehr Teil des aktuellen Forstwirtschaftsplans sind. Jetzt muss der Forstwirtschaftsplan noch mit verbindlichen naturschutzfachlichen Auflagen versehen werden. Ohne diese darf der Plan nicht beschlossen werden:

Keine zusätzlichen Fällungen

Durch die letzten extrem trockenen Jahre sind sehr viele Bäume von Krankheiten befallen und sollen gefällt werden, da sie nicht mehr standsicher sind. Diese dürfen keine zusätzlichen Fällungen darstellen, sondern müssen im Forstwirtschaftsplan berücksichtigt werden.

Ökologische Forstbegleitung

Zu allen Maßnahmen hat eine ökologische Forstbegleitung zu erfolgen. Hierbei kontrollieren Sachverständige die Bäume direkt vor der Fällung. So wird das Risiko verringert, unentdeckte Lebensstätten zu zerstören oder Tiere zu verletzen bzw. zu töten. Die ökologische Forstbegleitung stellt sicher, dass die Umsetzung den naturschutzfachlichen Anforderungen entspricht.

Stark- und Biotopbäume erhalten

Stark- und Biotopbäume sind von der Fällung ausgeschlossen (Ausnahme nur bei akuter Verkehrssicherung). Zudem werden generell keine Stieleichen entnommen. Als Grundlage hierfür dient die Starkbaumkartierung. Diese muss dem Forstwirtschaftsplan als verbindliche Grundlage angefügt werden.

Abgestufte Verkehrssicherheit

Es gilt eine abgestufte Verkehrssicherheit: An Hauptverkehrswegen werden weiterhin Maßnahmen zur Verkehrssicherung durchgeführt, damit die LeipzigerInnen sicher im Auwald unterwegs sein können. An Nebenwegen dürfen Bäume nur dann vorsorglich aus dem Bestand genommen werden, wenn von ihnen eine hohe Gefahr auf die WaldbesucherInnen ausgeht. Hierbei gilt es, zukünftig das Wegenetz zu reduzieren. Denn weniger Wege heißt weniger Fällungen aufgrund von Verkehrssicherung.

Verbindliches Totholzkonzept

Es gilt nicht nur den Anteil an Biotopbäumen, sondern auch den Anteil an Totholz zu erhöhen. Sie bieten für geschützte Arten wichtige Lebensräume. Das vorhandene Totholzkonzept muss dem Forstwirtschaftsplan verbindlich hinzugefügt werden.

Natur- und Artenschutz gewährleisten

Alle Maßnahmen, die nötig sind, um Natur- und Artenschutz bei forstlichen Eingriffen zu gewährleisten, sind umzusetzen.

Alle Forstarbeiten im Auwald müssen umgehend eingestellt werden, solange der neue Forstwirtschaftsplan noch nicht durch die Gremien angehört und durch den Stadtrat beschlossen wurde.

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