Biber im Leipziger Auwald

Die Weichholzaue - der Lebensraum des Bibers

Ursprünglich war der Biber in fast allen Flussregionen Europas von Skandinavien bis zum Mittelmeer beheimatet. Durch intensive Bejagung wurde er weitgehend ausgerottet – aber jetzt hat der Biber seinen Weg in das Leipziger Auensystem zurückgefunden!

eine vom Biber umgenagte Weide
eine vom Biber gefällte Weide

Die Weichholzaue ist ein optimaler Biber–Lebensraum

Der Europäische Biber ist das neue Leipziger Auwaldtier 2018. Biber kommen natürlicherweise in den Auen naturnaher Flusssysteme vor. Die vegetarisch lebenden Säuger ernähren sich im Sommer von allerlei Kräutern, Blättern und Früchten. Der limitierende Faktor für das Überleben von Bibern ist jedoch die Verfügbarkeit von Winternahrung. In der kalten Jahreszeit ernähren sich Biber vorrangig von der Rinde von Weiden und Pappeln - Baumarten, die in den Weichholzauen von Flüssen vorkommen. Um die weitere Ausbreitung des Bibers in seinem ursprünglichen Lebensraum wieder zu ermöglichen, muss dieser Lebensraum, der durch Flussbegradigung und die Errichtung von Dämmen weitgehend zerstört wurde, wieder hergestellt werden.

verschiedene Fraßspuren von Bibern an Baumstämmen
unterschiedliche Biberfraßspuren

Biber und Auwald brauchen Zugang zum Wasser

Seit Jahren fordert der Ökolöwe, dass der Leipziger Auwald wieder aktiv an die Flüsse angeschlossen wird und Deiche stellenweise rückgebaut werden. Durch die Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik mit schwankenden Wasserständen kann sich an den Gewässerufern die weiden- und pappelreiche Weichholzaue ausbilden - ein optimaler Lebensraum für Biber. Weichholzauen sind aufgrund ihrer besonderen naturschutzfachlichen Bedeutung durch das Bundesnaturschutzgesetz und europaweit durch die FFH-Richtlinie als besonders schützens- und forderungswürdiger Lebensraum eingestuft. Auch dem Europäischen Biber selbst kommt durch diese beiden Gesetze ein besonderer Schutzstatus zu. Damit sich die Biberpopulationen in Deutschland wieder erholen, müssen ihre Lebensräume erhalten oder wieder hergestellt werden. 

ein 2014 von Bibern gefällter Baum im Auwald
bereits 2014 wurden am Elsterflutbett Biber-Spuren entdeckt

Die Rückkehr der (fast) Ausgestorbenen

Bereits im frühen Mittelalter wurde der Biber wegen seines qualitativ hochwertigen Pelzes und wegen seines Fleisches so stark bejagt, dass er in Europa, Asien und sogar in Nordamerika fast ausgerottet war. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es in Europa nur noch sehr wenige vereinzelte Bibervorkommen, so zum Beispiel an der Mittelelbe. Durch die Unter-Schutz-Stellung des Bibers hat er es geschafft, von dort langsam über die Saale und die Weiße Elster bis ins Leipziger Stadtgebiet einzuwandern. Mittlerweile gibt es hier in Bereichen der Weichholzauen an der Weißen Elster sogar geschätzte 7 Biberreviere! Dabei kann ein Biberrevier von einem Biber bis zu einer Mehrgenerationen-Biberfamilie besiedelt werden.

Literatur und mehr rund um den Biber finden Sie in unserer Umweltbibliothek Leipzig.

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