Alarmierendes Insektensterben vor unserer Tür

Alarmierendes Insektensterben vor unserer Tür

Es wird bald keine Schmetterlinge mehr geben, wenn wir nicht endlich gegensteuern! Eine neue Studie zeigt alarmierende Ergebnisse: In Deutschland ist das Insektensterben besonders gravierend.

Zum ersten Mal zeigen weltweit zusammengefügte Daten, wie gravierend das globale Insektensterben ist: Im April 2020 haben das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), die Universität Leipzig sowie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die bisher umfassendste Studie über den Rückgang der Insekten veröffentlicht. Ein internationales Forscherteam wertete in dieser Meta-Studie 166 Langzeitbeobachtungen von 1676 Standorten in 41 Ländern aus. Die Studie umfasst Untersuchungen zwischen den Jahren 1925 und 2018, die eine Dauer von neun bis 80 Jahren aufwiesen (mittlere Dauer 19 Jahre). Diese Datensätze zeigen alarmierende Veränderungen der Individuenzahlen und bestätigen ältere Untersuchungen zum Insektensterben!

Insektensterben in Deutschland besonders gravierend

Feldheuschrecke am Grashalm
Feldheuschrecke

Ein trauriger Rekord: Deutschland gehört zu den Ländern, in denen das Insektensterben mit besonders hoher Geschwindigkeit voranschreitet. Während die Studie einen weltweiten Rückgang der Insekten von circa neun Prozent innerhalb von zehn Jahren ermittelte, sind es in Deutschland 19 Prozent. Im globalen Durschnitt gehen jährlich 0,92 Prozent der Individuenzahl von landlebenden Insekten wie Schmetterlingen, Heuschrecken oder Ameisen verloren. Das entspricht einem Rückgang von circa 24 Prozent in den nächsten 30 Jahren. In 75 Jahren wird sich die Anzahl an landlebenden Insekten halbiert haben. Für Mitteldeutschland zeigt die Studie, dass in es in den nächsten 30 Jahren 38 Prozent weniger Insekten geben wird. Das heißt, dass jedes Jahr circa zwei Prozent an landlebenden Insekten vor unserer Tür verschwinden. Wir müssen endlich umsteuern!

Schutzgebiete spielen eine zentrale Rolle

Die Studie untermauert die große Bedeutung von Schutzgebieten. Die Insektenpopulation in Gebieten, die exklusiv der Natur vorbehalten sind, verringert sich langsamer als anderenorts. Trotzdem zeigt der Rückgang in besonders geschützten Räumen, dass die aktuellen Managementstrategien nicht ausreichen, um dem Insektensterben und der Artenvielfalt wirksam entgegen zu steuern.

Lebensräume müssen vernetzt sein

Um das Insektensterben zu stoppen, müssen ihre Lebensräume geschützt und weiter entwickelt werden. Das zeigt beispielsweise die positive Entwicklung bei Libellen und andere Süßwasserinsekten in Folge von Gewässerschutzmaßnahmen. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass sich der traurige Trend noch umkehren kann, wenn die Lebensbedingungen von Insekten verbessert werden. Wir Ökolöwen wissen, dass die einzelnen Lebensräume aber unbedingt durch ein Biotopverbundsystem verbunden werden müssen. Erst dann können sich einzelne Populationen genetisch austauschen und überleben.

Wir brauchen Mehr Grün

Die Studie sieht die Gründe für das rasante Insektensterben vor allem beim Menschen. Tagtäglich erleben wir das auch in Leipzig: Brachen, Orte der Artenvielfalt in der Stadt, verschwinden eine nach der anderen. Betonierte Neubauten ohne ökologisch wertvolles Grün entstehen an ihrer Stelle. Grünanlagen werden klinisch rein gehalten. Dabei schließen sich eine lebenswerte Stadt und Artenschutz nicht aus! Mit unserem Appell Mehr Grün für Leipzig fordern wir, dass mehr Grün gepflanzt wird. Mehr Grün muss ökologisch wertvoll und vielfältig sein. Darüber hinaus muss Mehr Grün exklusiv geschützt werden, um das Artensterben zu stoppen. Was es dazu braucht, haben wir unter hier zusammengefasst.

Jede:r Einzelne ist jetzt gefragt

Ob auf dem Balkon, im Garten oder auf der Baumscheibe vor dem Haus – jetzt ist jede:r gefragt. Hilf mit und bestell kostenfrei Samentütchen. Wir Ökolöwen haben für Dich zudem noch wichtige Tipps und Tricks für ein insektenfreundliches Leipzig.

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