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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
26.01.2017 (aktualisiert am 28.03.2017)

Baumfällungen in der Nonne

Baumfällungen in der Nonne

Uns erreichten in den letzten Tagen viele Nachfragen zu den Forstarbeiten im Auwald. Insbesondere im Bereich der "Nonne" finden aktuell Fällungen statt, die vom Ausmaß und Eindruck massiv wirken. Doch gibt es wichtige Gründe und auch Grund zur Hoffnung, dass der Abschnitt im Auwald und auch der Waldbereich "Nonne" in Zukunft gestärkt werden.

Grundlage für die Fällungen ist der Forstwirtschaftsplan, der auch unter wissenschaftlicher Begleitung und Beteiligung der anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbände aufgestellt wurde. Vor jeder Maßnahme findet eine Begehung statt, um für den Naturschutz wertvolle Bäume zu markieren. Außerdem werden Rückegassen diskutiert und festgelegt, um negative Folgen weitestgehend zu minimieren. Der Stadtforst selbst ist immerhin FSC-zertifiziert und es werden Aufträge nur an FSC-zertifizierte Unternehmen vergeben. Bevor ein Baum gefällt wird, sind im Vorfeld bereits sehr viele Schutzmaßnahmen ergriffen worden. Dennoch sind wir immer wieder vom Eindruck der Fällarbeiten überwältigt ...

Warum werden so viele Eschen gefällt?

Im Leipziger Auwald ist das europaweite Eschentriebsterben mit starker Verzögerung leider doch angekommen und befällt immer mehr Eschen. Die Pilzsporen verteilen sich in der Luft und infizieren die Bäume über ihre Blätter. Die vom Pilz befallenen Eschen beginnen zu faulen und sterben oft ab. Um zu verhindern, dass Menschen durch herabfallende, abgestorbene Äste verletzt werden, müssen bereits erkrankte Eschen zügig beschnitten oder entnommen werden. Besonders an Waldwegen, Straßen und Spielplätzen werden die Bäume zum Schutz der Menschen vom Stadtforst entfernt.

Warum werden auch gesunde Bäume gefällt?

Dem Waldbestand im gesamten Auwald fehlt zum einen die gesunde Durchmischung junger und alter Bäume, Sträucher und Bodenpflanzen. Durch den kontrollierten und wissenschaftlich begleiteten Waldumbau, soll ein Teil des Baumbestandes verjüngt und somit die Altersstruktur des Auwaldes durchmischt werden.

Zum anderen muss dringend die typische Strukturvielfalt aus alten, großen Bäumen, Totholz, jungen Bäumen und Sträuchern sowie Krautpflanzen wie das Buschwindröschen wiederhergestellt werden. Mitverantwortlich für den Rückgang der Artenvielfalt sind Deiche, die die regelmäßigen Überschwemmungen der Auenlandschaft verhindern. So etablierten sich auwalduntypische Baumarten, die im natürlichen Auwald nicht in dieser Dominanz vorkommen. Der schnell wachsende Ahorn beispielsweise verdrängt massiv die auentypische Eiche. Er wächst schneller und nimmt jungen Eichen das notwendige Licht. Dadurch ist der Eichenbestand im Leipziger Auwald sehr stark zurückgegangen. Eichen sind aber besonders wichtig für einen Auwald, da viele selten gewordene Arten um sie herum ihren Lebensraum finden.

Um also die lichtbedürftigen Eichen und andere auentypische Arten zu fördern, werden mit dem sogenannten Femelhieb im Leipziger Auwald kranke und auwalduntypische Bäume entnommen. In die Femellöcher werden im Herbst bevorzugt neue Eichen eingepflanzt. Außerdem wachsen in den ausgelichteten Bereichen Sträucher und Pflanzen wie der Märzenbecher. Der Auwald gewinnt Jahr für Jahr an Struktur- und Artenreichtum. Typische Tier- und Pflanzenarten siedeln sich wieder im Auenwald an.

Eine intakte Aue vereint Artenvielfalt und Hochwasserschutz

Seit Jahren fordert der Ökolöwe, dass die Restbestände der Leipziger Auenlandschaft wieder, wie früher, an die Flüsse angeschlossen werden. Damit Lebensräume wie die Hartholzaue oder Arten wie die Rotbauchunke wieder eine Chance haben. Eine solch intakte Aue ist zudem der beste Hochwasserschutz.

Nicht zuletzt gehören zur Auenlandschaft Lichtungen und mäandrierende Fließgewässer mit ihren Kiesbänken und Abbruchkanten. So braucht bspw. der Eisvogel junge Bäume und Sträucher als Ansitzwarte zum Jagen und Abbruchkanten, um Bruthöhlen zu bauen.


Die Baumfällungen wirken massiv, aber dadurch wird der Auwald nicht nur lebendiger, sondern er gewinnt weiter an Natürlichkeit. Wir Ökolöwen arbeiten engagiert daran, dass wir die übrig gebliebene Auenlandschaft der nachfolgenden Generation in einem besseren, gesünderen und natürlicheren Zustand übergeben können, als wir ihn von unseren Vorfahren übernommen haben.

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