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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
20.01.2017 (aktualisiert am 07.02.2017)

Zukunftsplan für den Nahverkehr

Zukunftsplan für den Nahverkehr

Sie sind gefragt!


Wie soll sich der öffentliche Personenverkehr in Leipzig entwickeln? Die Zukunft des ÖPNV steht auf dem Scheideweg. In welche Richtung es geht, beschreibt der Nahverkehrsplan, welcher Ende des Jahres beschlossen werden soll. Der Ökolöwe wird zu diesem Plan Position beziehen. Dazu brauchen wir Ihre Hinweise. Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge, Wünsche und Kritikpunkte zur aktuellen Situation von Bus und Bahn in Leipzig.

In der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes werden die Qualitätsmerkmale für den ÖPNV festgelegt. Es geht um die zukünftige Entwicklung, Maßnahmen und deren Finanzierung. Momentan legen die Leipzigerinnen und Leipziger nur etwa 17 % der Wege mit Bus und Bahn zurück. Andere Städte wie Halle, Dresden oder Potsdam weisen dagegen Werte von über 20 % auf. Hier zeigen sich die Potenziale, die für Leipzig bestehen.

Teilen Sie uns Ihre Vorschläge, Ideen und Erfahrungen mit.

Der Ökolöwe wird sich für einen starken ÖPNV, gegen finanzielle Kürzungen und für den Ausbau einsetzen. Die folgenden Themenbereiche sieht der Ökolöwe als besonders wichtig an, um die Qualität des Leipziger Nahverkehrs zu verbessern und mehr Menschen zum Bahn- und Busfahren anzuregen.

 

Preiswert in Leipzig mobil
Ohne langes Warten zu jeder Zeit unterwegs
Schnell und bequem zur nächsten Haltestelle
Neue Ziele erreichen
Umsteigen leicht gemacht
Schnell und zuverlässig zum Ziel
Sicher und sorglos fahren
Mit trockenen Füßen einsteigen
Entspannt in Bus und Bahn

 

Preiswert in Leipzig mobil (Tarifgestaltung / Finanzierung)

BildquelleDie finanzielle Unterstützung der Stadt für den ÖPNV wurde in den letzten Jahren stark gekürzt. Dadurch werden Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge zunehmend erschwert. Gleichzeitig steigen die Fahrpreise vom Einzelticket bis zur Zeitfahrkarten immer weiter. Die Fahrgäste zahlen also höhere Preise für ein Angebot, welches kaum verbessert wird. Die Tarifgestaltung ist nicht direkter Bestandteil des Nahverkehrsplans, aber ein wichtiger Punkt für die Attraktivität des ÖPNV und kann somit mehr Menschen zum Umsteigen vom PKW ermutigen.

Beispielforderungen:

  • Rücknahme der städtischen Mittelkürzungen: statt momentan 45 Millionen Euro wieder 60 Millionen Euro Ausgleichsbetrag jährlich

 

Ohne langes Warten zu jeder Zeit unterwegs (Takte / Bedienungshäufigkeiten)

 Wie häufig eine Haltestelle von Bussen und Bahnen angefahren wird, ist von der Lage im Netz und der Tageszeit abhängig. Laut altem Nahverkehrsplan sollen innerstädtische Haltestellen werktags von 6:00 bis 19:30 Uhr im 5 bis 10-Minuten-Takt bedient werden. Da die Fahrgastzahlen künftig steigen werden, müssen Takte aber weiter verdichtet werden, umso die zusätzlichen Menschen auch in den Hauptverkehrszeiten komfortabel befördern zu können. Bereits jetzt gibt es auf einigen Linien extreme Engpässe und überfüllte Fahrzeuge. Auch an Wochenenden und in den Randlagen der Stadt Leipzig sollten Haltestellen zudem regelmäßig bedient werden.

(Bildquelle: Frank Vincent; Lizenz: CreativeCommons by-sa-3.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • Verdichtung des Taktes von 15 auf 10 Minuten bei den Linien 14, 89
  • Prüfung eines 5-Minuten-Taktes auf besonders nachgefragten Linien

 

Schnell und bequem zur nächsten Haltestelle (Haltestellenverdichtung /   Haltestellenzugang)

 Jede Fahrt im ÖPNV beginnt und endet an einer Haltestelle. Da der Weg von der Wohnung zur Haltestelle in der Regel zu Fuß zurückgelegt wird, sollte dieser möglichst kurz sein. Die LVB fährt aber an vielen Kunden einfach vorbei. Im alten Nahverkehrsplan wird eine maximale Luftlinienentfernung von 300 bis 500 Meter von der Wohnung zur Haltestelle angesetzt. Die tatsächliche Strecke ist aber häufig länger und durch weitere Hindernisse, wie Ampeln, können auf dem Weg bis zur nächsten Haltestelle weit über 5 Minuten vergehen. Im Vergleich zum eigenen PKW, der direkt vor der Haustür steht, sind dies unzumutbare Zeiten. 

(Bildquelle: Frank Vincent; Lizenz: CreativeCommons by-sa-3.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • neue Haltestelle am Sportbad an der Elster, Linien 1, 2, 60, 74
  • die nächste Haltestelle sollte in der Regel maximal 3 Minuten von der Wohnung / Arbeit entfernt sein

 

Neue Ziele erreichen (Linienführung / neue Linien)

 Das Leipziger Liniennetz ist zu einer Zeit entstanden als Wohnen, Arbeiten und Erholung in der Stadt noch anders verteilt waren als heute. Diese Struktur wird sich auch zukünftig ändern. Leipzig wächst und neue Wohngebiete und Arbeitsplätze werden in den nächsten Jahren entstehen. Bis jetzt gibt es noch zahlreiche Gebiete, die schlecht mit dem Nahverkehr erreichbar sind. Das betrifft besonders Wohngebiete in Randlagen, Industrie- und Gewerbegebiete vor allem im Norden der Stadt, aber auch Freizeitziele, wie den Cospudener und Markkleeberger See. Diese sollten jetzt mit neuen Linien erschlossen werden. Weiterhin müssen die Stadtteile durch neue Buslinien direkt miteinander verbunden werden. Wege innerhalb der Stadt sollten mit Bus und Bahn mindestens genau so schnell wie mit dem PKW zurückgelegt werden können.

Beispielforderungen:

  • kurzfristige Erweiterung der Linie 11 zum Markkleeberger See und Trassenfreihaltung / Untersuchungsstrecke Linie 9 zum Cospudener See
  • neue tangentiale Buslinien einführen (z. B. Südvorstadt - Musikviertel - Bachviertel)

 

Umsteigen leicht gemacht (Verknüpfungen / Umstiege)

 Die wichtigsten Ziele der Stadt sollten möglichst direkt erreicht werden können, also ohne umständliche Linienführung und häufiges Umsteigen. Jedoch lassen sich auf einigen Fahrtrelationen Umstiege von einer Linie auf die andere nicht vermeiden. Ist dies der Fall, sollte für eine Anschlusssicherung mit möglichst kurzen Wartezeiten gesorgt werden. Auf der anderen Seite sind Umsteigewege an den Haltestellen möglichst direkt und kurz zu gestalten. In Leipzig betrifft dies insbesondere den Umstieg an S-Bahnhöfen zwischen Zug und Straßenbahn oder Bus. Häufig genutzte Haltestellen sollten mit Fahrradabstellplätzen ausgestattet werden.

Beispielforderungen:

  • S-Bahnhöfe Stötteritz, Plagwitz, Connewitz: Herstellung direkter Umsteigewege zwischen Zug und Straßenbahn / Bus
  • Erhöhung der Anzahl an Verknüpfungspunkten und verbesserte Anschlussbeziehungen

 

Schnell und zuverlässig zum Ziel (Fahrzeiten / Pünktlichkeit / Zuverlässigkeit)

 Neben dem schnellen Zugang zur Haltestelle, ist auch die Fahrzeit im Fahrzeug möglichst kurz zu halten. Beschleunigungen lassen sich insbesondere durch optimierte Ampelschaltungen mit Bevorrechtigung für den Nahverkehr erzielen. Weiterhin sollten auch marode Streckenabschnitte erneuert werden, denn die Anzahl von Langsamfahrstrecken nimmt jährlich zu. Fahrzeiten lassen sich dadurch minimieren. Weiterhin erweisen sich Busspuren als effektives Mittel zur Beschleunigung des ÖPNV. Dadurch können Wege schneller zurückgelegt werden als im PKW.

(Bildquelle: Smiley.toerist; Lizenz: CreativeCommons by-sa-4.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • Konsequente ÖPNV-Bevorrechtigung an allen Ampeln

 

Sicher und sorglos fahren (Verkehrssicherheit / soziale Sicherheit)

 Auch die Sicherheit hat einen großen Einfluss auf den Komfort während der Fahrt. Auf der einen Seite ist damit der Zugang zur Haltestelle und zum Fahrzeug gemeint. Haltestellen in Randlage werden im Gegensatz zu Haltestelleninseln als entspannter empfunden. Ist beim Einsteigen dennoch eine Fahrbahnquerung notwendig, gilt es sichere Querungsmöglichkeiten und Haltestellensignalisierungen herzustellen. Die Warteflächen sind so zu gestalten, dass sie genügend Platz zum Warten und Begegnen bieten, auch mit Kinderwagen und Rollstuhl. 

Besonders in den Abend- und Nachtstunden kommt das Problem der sozialen Unsicherheit hinzu. Durch ausreichende Beleuchtung an den Haltestellen kann das persönliche Sicherheitsempfinden erhöht werden. Ziel sollte es sein, Wartezeiten zu verkürzen und Umsteigezeiten möglichst gering zu halten. Innerhalb der Fahrzeuge ist zusätzlich der Einsatz von Sicherheitspersonal denkbar.

(Bildquelle: Falk2; Lizenz: CreativeCommons by-sa-4.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • Verbreiterung der Warteflächen an stark frequentierten Haltestellen
  • Einsatz von Sicherheitspersonal in den Abendstunden

 

Mit trockenen Füßen einsteigen (Haltestellenausstattung)

 Jede vierte Haltestelle in Leipzig hat keinen Fahrgastunterstand. Mittels Wetterschutz und Sitzmöglichkeiten ist der Aufenthalt an allen Haltestellen möglichst komfortabel zu gestalten. Auch der Fahrscheinerwerb sollte dort über Fahrkartenautomaten möglich sein. An Haltestellen, die von besonders vielen Menschen genutzt werden, ist je Fahrtrichtung ein Fahrscheinautomat vorzusehen. Die digitalen Informationsanzeigen sollten an weiteren Haltestellen errichtet werden. Auch beim barrierefreien Ausbau von Haltestellen besteht weiter Handlungsbedarf.

(Bildquelle: Joeb07; Lizenz: CreativeCommons by-sa-3.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • Fahrgastunterstände an allen Haltestellen

 

Entspannt in Bahn und Bus (Fahrzeugausstattung)

 Besonders bei längeren Fahrten sollte jedem Fahrgast ein Sitzplatz im Fahrzeug zur Verfügung stehen. Das heißt, die eingesetzten Busse und Bahnen sind großzügig zu dimensionieren. Selbst in den Hauptverkehrszeiten muss zusätzlich die Mitnahme von Rollstühlen und Kinderwagen gewährleistet werden. Deshalb ist es wichtig, dass bei jeder Fahrt barrierefreie Fahrzeuge eingesetzt werden. Im Vergleich zu anderen Städten werden die Straßenbahnen in Leipzig als lärmintensiver wahrgenommen. Hier muss besonders im Bereich der Fahrzeug- und Gleiswartung nachgebessert werden.

(Bildquelle: Falk2; Lizenz: CreativeCommons by-sa-4.0-de; Originaldatei)

Beispielforderungen:

  • Sonderprogramm Lärmsanierung für regelmäßiges Schleifen von Rädern und Schienen 

 

Schreiben Sie uns!

Wie könnte aus Ihrer Sicht der Nahverkehr in Leipzig verbessert werden und wo sehen Sie zurzeit die größten Probleme? Egal ob Sie den ÖPNV nie, gelegentlich oder täglich nutzen. Teilen Sie uns Ihre Vorschläge, Ideen und Erfahrungen mit. Oder fehlen Ihnen weitere Themenbereiche, die noch ergänzt werden sollten? Bleiben Sie auf dem Laufenden! Wir informieren Sie über die Entwicklung im Nahverkehrsplan für Leipzig und weitere Themen im Bereich nachhaltige Mobilität.


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