Stadthafen eröffnet – Ökolöwe e.V. warnt vor Zerstörung des Auwalds

Stadthafen eröffnet

Ökolöwe e.V. warnt vor Zerstörung des Auwalds

Mit der heutigen Eröffnung des Stadthafens beginnt ein neues Kapitel der Übernutzung des Leipziger Auwalds. Der Stadthafen wirbt mit Motorboottouren durch den südlichen Auwald und schafft 40 neue Liegeplätze für private Motorboote. Um den Auwald weiter touristisch zu erschließen, sind umfangreiche Umbauarbeiten an Gewässern geplant: Flüsse sollen vertieft und Ufer verbaut werden.

Die Gewässer Pleiße und Elster im Auwald sind an Sommertagen bereits ohne zusätzlichen Bootsbetrieb überfüllt. Motorboote, hohe Besucherzahlen und intensive Ufernutzung schaden Brut- und Rückzugsgebieten von Vögeln, wie dem Eisvogel, und zerstören Lebensräume sensibler Tierarten wie dem Biber. Trittschäden und Müll verschlechtern Wasserqualität und Ufervegetation zusätzlich.

Bis heute gibt es keinen verbindlichen Plan zur Rettung des Auwalds. Auch das seit Langem angekündigte Auenentwicklungskonzept liegt noch nicht vor – während touristische Projekte Stück für Stück umgesetzt werden.

„Der Leipziger Auwald stirbt – und die Stadt eröffnet einen Hafen für Motorboottouren durch eben diesen Auwald. Millionenschwere Investitionen in den Wassertourismus machen die Auwaldrettung im schlimmsten Fall unmöglich”, kritisiert Bozena Nawka, Umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwe e.V.

Der Ökolöwe e.V. fordert die Stadt dazu auf, der Auwaldrettung Vorrang zu geben und touristische Pläne daran anzupassen.

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