Promenadenring stadtverträglich gestalten!

Promenadenring stadtverträglich gestalten!

FußgängerInnen und Fahrgästen der LVB haben vor dem Hauptbahnhof viel zu wenig Platz. Nach Bündnis90/Die Grünen, SPD und DIE LINKE hat nun auch die CDU-Fraktion einen Vorschlag gemacht, wie man den Verkehr vor dem Hauptbahnhof zukünftig organisieren könnte.

Hauptbahnhof Leipzig Empfangsgebäude aus Richtung des Tröndlinrings
Hauptbahnhof Leipzig Empfangsgebäude aus Richtung des Tröndlinrings (Bild: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0)
Ausgangspunkt der Diskussion war die aktuell äußerst mangelhafte Situation für FußgängerInnen und Fahrgäste der LVB vor dem Hauptbahnhof, denen deutlich zu wenig Platz eingeräumt wird, während der Kfz-Verkehr über sieben eigene Spuren verfügen kann. Einen durchgängigen Radweg gibt es auf der Nordseite des Promenadenrings bis heute nicht.
 
Der Ökolöwe freut sich über das neue Problembewusstsein, ist allerdings verwundert darüber, dass nun gerade die CDU mit einem Betontrog vor dem Hauptbahnhof den mit Abstand teuersten Vorschlag aller Fraktionen eingebracht hat.

Betontrog der CDU ist Griff in die Mottenkiste der 60er Jahre

Solch ein Betontrog ist ein millionenteurer Griff in die Mottenkiste der 60er Jahre, der die Probleme für viel Geld nur an die Ein- und Ausfahrten des Trogs verlagert, statt sie zu lösen. Während der mehrjährigen Bauzeit müssten weite Teile des nördlichen Rings gesperrt und der Straßenbahnverkehr gekappt werden. Andere wichtige Verkehrsprojekte, wie der Ausbau des ÖPNV sowie des Rad- und Fußverkehrs, die Sanierung desolater Straßen oder der Erhalt von Brücken in den Ortsteilen, müssten auf Eis gelegt werden, weil der Trog ein Großteil der vorhandenen Finanzmittel bindet. Städtebaulich ist dieser Vorschlag mehr als unvorteilhaft und schadet dem Stadtbild rings um den Hauptbahnhof.

Der Ökolöwe empfiehlt stattdessen das Augenmerk auf Lösungen zu legen, die in einem überschaubaren Finanzrahmen in den nächsten drei bis fünf Jahren die Situation für die Kunden der LVB vor dem Hauptbahnhof verbessern und das gesamte Umfeld stadtgestalterisch aufwerten.

Situation für Fahrgäste, Fußgänger und Radfahrer am Hauptbahnhof zeitnah verbessern

Da sehen wir die besseren Argumente derzeit eher bei den anderen großen Stadtratsfraktionen. Wir können an der Stelle nicht auf Millionenprojekte warten, die wenn überhaupt erst weit nach 2030 zum Tragen kommen und in ihrem tatsächlichen Nutzen zweifelhaft bleiben. Wir brauchen im nächsten Jahr eine vertiefende Diskussion der Fachleute und dann eine zeitnahe Umsetzung.

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