Parkraummanagement in Leipzig

Parkraummanagement in Leipzig

Der Ökolöwe schlägt im Rahmen des Bürgerwettbewerbs "Ideen für den Stadtverkehr" ein Parkraummanagementsystem vor. Denn es gibt keinen grundgesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf einen Parkplatz vor dem Haus!

Auto fährt an parkenden Autos vorbei

Den knappen Raum intelligent nutzen!

Öffentlicher Raum ist endlich und die Nutzungsansprüche an diesen Raum könnten facettenreicher kaum sein. Ruhender Verkehr ist auch Verkehr! Parkende Autos prägen den Anblick vieler Straßenräume, vor allen den der bei den Leipzigern sehr beliebten kernstädtischen Gründerzeitvierteln. Das Problem hierbei: Diese Viertel sind älter als das Auto. Der Bau neuer Parkplätze ist in diesen Quartieren nur in seltenen Fällen möglich und steht diesen sehr beliebten Strukturen entgegen. Es ist deshalb wichtig diese Viertel mit guter ÖPNV- und Radverkehrsinfrastruktur auszustatten und zusätzlich Carsharing anzubieten, um den Parkdruck in Grenzen zu halten. Im Leipziger Waldstraßenviertel gibt es gerade einmal 312 Kraftfahrzeuge pro tausend Einwohner [1] und die Parkplatzsituation ist trotz der guten Bedingungen für andere Verkehrsträger sehr angespannt. Was wäre, wenn nun jeder dort ein Auto hätte? Genau deshalb müssen wir versuchen mit dem Platz, der uns zur Verfügung steht, intelligenter umzugehen.

Die Wirkung von Parkgebühren

Selbstverständlich gibt es notwendigen Verkehr und einige sind wirklich auf ihren privaten Pkw angewiesen, allerdings stehen die meisten Autos 23 von 24 Stunden täglich. Entweder am Wohn-, am Arbeitsort oder anderswo. Gerade Pendler fahren morgens mit dem Auto in die Stadt, „blockieren“ dann den ganzen Tag einen Parkplatz, um am Abend wieder an den Stadtrand zu fahren. Ein angepasstes Parkraumbewirtschaftungssystem kann Situation gerade für die Anwohner verbessern, Berlin und Wien haben bereits eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung. Dort sank nach der Einführung der Parkdruck um 15-20%. Denn das "Instrument Parkgebühr" beeinflusst das Mobilitätsverhalten von Berufspendlern und Besuchern dahingehend, dass diese in die bewirtschafteten Zonen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder das Fahrrad bevorzugen.

Wir schlagen deshalb vor, in Leipzig innerhalb des Tangentenvierecks bzw. der wachsenden Gründerzeitgebiete flächendeckend, ein Parkraummanagementsystem einzuführen. Denkbar wäre hier eine Art Mischprinzip, bei dem Anwohner deutlich günstiger eine Jahresvignette erwerben können und nur Auswärtige die volle Parkgebühr entrichten müssen.

Zum Weiterlesen:

Parkraummanagementkonzept Berlin

Die Idee zur Parkraumbewirtschaftung in Leipzig zum Download:

Parkraummanagement in Leipzig.pdf (577,7 KiB)

[1] Stand 2010 Angabe für Zentrum Nordwest; Quelle: http://statistik.leipzig.de

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