Parksuchverkehr in der Innenstadt stoppen

Parksuchverkehr in der Innenstadt stoppen

Die Leipziger Innenstadt leidet unter Parksuchverkehr. Ein konsequentes Parkverbot und die effektive Lenkung in Parkhäuser könnte das vermeiden.

Parken in der Innenstadt
31 Parkhäuser, Tiefgaragen und Parkplätze bieten ausreichend Platz für LeipzigerInnen und Gäste, die die Innenstadt mit dem Pkw besuchen möchten.

Kapazitäten bleiben ungenutzt

Neues Parkleitsystem
Fotomontage: Eine Ergänzung im Parkinformationssystem könnte Parksuchverkehr vermeiden und in Parkhäuser und Tiefgaragen lenken.

31 Parkhäuser, Tiefgaragen und Parkplätze in und um die Leipziger Innenstadt bieten ca. 10.200 Pkw-Stellplätze. Dieses Potenzial wird nicht annähernd ausgeschöpft. Im Zuge neuer Bauprojekte werden stetig neue Kapazitäten geschaffen. Lediglich an besonders besucherreichen Tagen, wie an den Adventswochenenden, sind alle innerstädtischen Tiefgaragen und Parkhäuser ausgelastet. Gerade einmal 239 Stellplätze gibt es noch im öffentlichen Straßenraum. Viele AutofahrerInnen versuchen nun genau einen dieser 239 Plätze zu belegen, statt in ein Parkhaus zu fahren. Dadurch erzeugen sie unverhältnismäßig hohen Parksuchverkehr.

Öffentlichkeit stärker informieren

Um den Autoverkehr erfolgreich umzulenken, gilt es das geforderte einheitliche Parkverbot im öffentlichen Straßenraum der City durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten. Das Parkinformationssystem verweist bereits heute auf die aktuellen Kapazitäten in Tiefgaragen und Parkhäusern. Darüber hinaus müssen AutofahrerInnen zukünftig über das notwendige Parkverbot im innerstädtischen Straßenraum informiert werden, bevor sie in die Innenstadt einfahren. Auf diese Weise lassen sich Gäste und LeipzigerInnen auf direktem Weg in Tiefgaragen und Parkhäuser lenken, ohne dass sie vorher die Innenstadt auf der Suche nach einem Parkplatz durchqueren.

Leipzig braucht stadtbildgerechtes Parken

Karl-Marx-Platz Leipzig 1996
Der heutige Augustusplatz wurde 1966 noch als Parkplatz genutzt (Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-E0906-0007-001 / CC-BY-SA 3.0).

Der Augustusplatz wie auch viele andere Stadtplätze wurden bis in die 1990er Jahre als Parkplätze genutzt. Den ruhenden Verkehr in der Innenstadt auf diese Art zu organisieren, ist nicht mehr zeitgemäß. Heute orientiert sich die Stadt am Konzept der autoarmen Innenstadt. Der Ökolöwe empfiehlt, dieses Leitbild auch in Bezug auf den ruhenden Verkehr konsequent umzusetzen. Die verbleibenden Stellplätze im öffentlichen Straßenraum sollten dafür schrittweise zurückgenommen werden. Auf diese Weise entsteht ein einheitliches System für den ruhenden Verkehr, das ohne Stellplätze im öffentlichen Straßenraum auskommt.

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