Kein Straßendurchbruch in den Leipziger Auwald!
Kein Straßendurchbruch in den Leipziger Auwald!
Die Stadt plant im Leipziger Norden einen Straßendurchbruch in den Auwald. Wir Ökolöwen sagen: Nicht mit uns. Unterzeichne jetzt den Ökolöwen-Appell.
Die Stadt plant den Bau einer neuen Straße zwischen B6 und Georg-Schumann-Straße für den Autoverkehr, sowie eine Brücke für Rad- und Fußverkehr über die Weiße Elster zum Auensee. Damit würde die Stadt in das FFH-Gebiet Leipziger Auwald eingreifen – ein nach EU-Recht besonders geschütztes Naturschutzgebiet.
Heute ein Durchstich – morgen eine Verkehrsschneise?
Wir Ökolöwen befürchten eine Salamitaktik: Ist die Auto-Trasse erst gebaut und die Brückenplanung begonnen, kann sie später einfach für Autoverkehr umgewidmet werden – als letzter Baustein für den Mittleren Ring Nordwest, eine seit Jahren geplante Verkehrsschneise mitten durch den Auwald.
Was heute als Radbrücke verkauft wird, könnte morgen der letzte Spatenstich für eine Verkehrsschneise durch Leipzigs wichtigstes Naturschutzgebiet sein.
Der Ökolöwe e.V. stellt sich gegen den Straßendurchbruch in den Auwald. Wir fordern von der Stadt und den Stadträt:innen:
- Streichen Sie die Trassenfreihaltung zwischen Georg-Schumann-Straße und Gustav-Esche-Straße endgültig aus dem Flächennutzungsplan.
- Verzichten Sie endgültig auf die Planung des Mittleren Ring Nordwest durch den Auwald.
FAQ
Der Stadtrat hat die Verlängerung der Straßenbahn nach Wahren bis zum S-Bahnhof beschlossen – das begrüßen wir ausdrücklich. In derselben Beschlussvorlage steckte jedoch mehr: eine neue Straße zwischen B6 und Georg-Schumann-Straße sowie eine Brücke für Rad- und Fußverkehr über die Weiße Elster zum Auensee. Lies unsere Stellungnahme:
Die Stadt hat Pläne für eine Schnellstraße quer durch Leipziger Parks und Wälder in der Schublade und könnte sie jederzeit fortführen. Das Straßenprojekt nennt sich Mittlerer Ring. Es ist über 50 Jahre alt und stammt aus einer Zeit, in der vom Klimawandel noch keine Rede war und ganze Wohnviertel für Stadtautobahnen platt gemacht wurden.
Einen Großteil der Pläne für den Mittleren Ring beerdigte die Stadt in den letzten 30 Jahren dank der hartnäckigen Proteste von Umweltaktiven wie uns Ökolöwen. Doch die Pläne für die Abschnitte Südost, Nordwest und West bedrohen weiterhin unser wertvolles Stadtgrün.
Schutzgebiete im Auwald würden zerstört. Stadtteilparks wie der Stünzer Park, Schönauer Park und der Wilhelm-Külz-Park würden asphaltiert. Kleingartenanlagen entlang der S-Bahn in Lößnig würden planiert.
Wirtschaftsverbände und einige Stadträt:innen scharren schon mit den Füßen: Sie wollen das Projekt Mittlerer Ring fortführen. Dabei werden die Schnellstraßen für den Kfz-Verkehr weder benötigt, noch sind sie zeitgemäß.
Der Mittlere Ring Nordwest würde mitten durch den Leipziger Auwald führen. Wir befürchten, dass der jetzt geplante Straßendurchbruch der letzte Baustein für dieses Projekt ist – auch wenn er aktuell nur als Rad- und Fußverkehrsverbindung deklariert wird.
Wenige Meter östlich und westlich der geplanten Trasse bestehen bereits Radverbindungen, die den Bedarf abdecken. Gleichzeitig würde die Brücke das FFH-Schutzgebiet Leipziger Ausystem zerschneiden und die Tür für eine spätere Umplanung als Autostraße öffnen. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Wenn die Stadt tatsächlich Geld für Radbrücken übrig hat, sollte sie es dort einsetzen, wo es wirklich fehlt: an den seit ewig versprochenen Radschnellwegen oder an Barrieren, deren Überbrückung ganze Stadtviertel neu verbinden würde.
FFH steht für Fauna-Flora-Habitat. FFH-Gebiete sind Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und unterliegen strengen rechtlichen Auflagen – Eingriffe sind nur in engen Ausnahmefällen zulässig.
Weiße Elster im FFH-Gebiet Leipziger Auwald an der Auenseestraße




Brache zwischen B6 und Georg-Schumann-Straße, die für den Mittleren Ring geopfert wird




Der Flächennutzungsplan legt fest, wie die Flächen einer Stadt langfristig genutzt werden dürfen – etwa als Wohngebiet, Gewerbefläche oder eben als Verkehrstrasse. Ist eine Fläche darin als "Trassenfreihaltung" vorgemerkt, bleibt die Option für einen späteren Straßenbau bestehen, selbst wenn aktuell nur ein kleinerer Ausbau geplant ist. Genau das wollen wir für den Auwald zwischen Georg-Schumann-Straße und Gustav-Esche-Straße verhindern.
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