Kritik am REWE-Bauvorhaben am Felsenkeller

Kritik am REWE-Bauvorhaben am Felsenkeller

REWE plant den Bau eines neuen Marktes im Leipziger Westen. Das Gebäude soll zwischen Felsenkeller und der Georg-Maurer-Bibliothek als Flachbau entstehen. Der Stadtrat wird entscheiden, ob nach den bisherigen Plänen gebaut werden darf.

Ansicht der zweiten Zufahrt für den REWE Supermarkt durch den Biergarten an der Karl-Heine-Straße
Ansicht der zweiten Zufahrt für den REWE Supermarkt durch den Biergarten an der Karl-Heine-Straße (Bild: Dezernat Stadtentwicklung und Bau- und Stadtplanungsamt Leipzig)

Zufahrt mitten durch den Biergarten geplant und zu viel Platz für PKWs

Die derzeitige Planung weist einen hohen Flächenverbrauch sowie Eingriffe in benachbarte, bereits genutzte Flächen auf. Neben dem typischen REWE-Flachbau soll Platz für fast 50 PKW-Stellplätze geschaffen werden. Erschlossen wird der Parkplatz zum einen über die Zschochersche Straße. Eine weitere Zufahrt ist von der Karl-Heine-Straße geplant, welche quer durch den direkt anliegenden Biergarten geführt werden soll. Ein Parkplatz und dessen Zufahrt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Biergarten können sich nur negativ auf die bisherige Atmosphäre und Aufenthaltsqualität auswirken.

Das REWE-Baukastenprinzip setzt sich fort

REWE Markt an der Bornaischen Straße in Leipzig
Negativbeispiel REWE-Supermarkt Bornaische Straße: Das Prinzip der Grünen Wiese "Parkplatz neben Supermarkt" funktioniert auch in der Stadt nicht.

Der Ökolöwe bemängelt weiterhin die fehlende städtebauliche Integration des Bauvorhabens. Der freistehende Flachbau bildet einen starken Gegensatz zu den nebenstehenden Häusern. Die unnötige Flächeninanspruchnahme durch den Parkplatz widerspricht den Ansprüchen einer kompakten innerstädtischen Bebauung. Schon bei den Neubauten der REWE-Märkte am Connewitzer Kreuz und der Bornaischen Straße hat der Ökolöwe diese Punkte kritisiert und auf Alternativen hingewiesen. Dennoch wurden bereits weitere dieser Projekte umgesetzt, bspw. auf der Zschocherschen Straße.

Dagegen sieht der Ökolöwe den KONSUM-Neubau auf der Könneritzstraße als gelungene Möglichkeit den vorhandenen städtischen Raum aufzuwerten. Ein weiterer guter Ansatz besteht in der Wiederbelebung leerstehender Gebäude und Einzelhandelsflächen statt Neubau.

REWE benötigt keine 2 Einfahrten

Planungsansicht des REWE Markts am Felsenkeller in Leipzig
REWE-Baukastenplanung zwischen Denkmalschutz auf der Zschocherschen Straße (Quelle: Stadt Leipzig).

REWE präsentiert sich als Unternehmen mit gesellschaftlichem Engagement und Projekten im Bereich Naturschutz, allerdings konnte sich diese Philosophie bisher noch nicht in unseren Städten durchsetzen. Eine Zufahrt über die Zschochersche Straße betrachtet der Ökolöwe als absolut ausreichend. Um weiteren unnötigen Flächenbedarf vermeiden zu können, sollten die PKW-Stellflächen im Gebäude integriert werden. Dies könnte über eine Rampenverbindung auf das Dach des Neubaus erfolgen. Im Neubau könnte ebenfalls zusätzliche Wohnfläche zur Verfügung gestellt werden. Im Eingangsbereich des Marktes müssen mehr Fahrradbügel, auch für Transportfahrräder, vorgesehen werden.

Der Ökolöwe setzt sich für die Erstellung eines Bebauungsplanes ein, damit die Stadt dem Investor klare Vorgaben zum Neubau vorlegen kann. Dies betrifft den Erhalt des Biergartens im ursprünglichen Zustand. Gegen eine Erschließung des REWE-Marktes über eine zweite Zufahrt Karl-Heine-Straße spricht sich der Ökolöwe aus, unabhängig von der Entscheidung des Stadtrates zum Bauvorhaben.

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