Dieskaustraße: Ökolöwe wendet sich an den Stadtrat

Dieskaustraße: Ökolöwe wendet sich wiederholt an den Stadtrat

Die Dieskaustraße soll umgestaltet werden: überbreite Fahrspur oder genügend Platz für Fußgänger:innen und Straßenbäume? Der Stadtrat trifft die Entscheidung.

Die Leipziger Dieskaustraße soll saniert werden.

Die Dieskaustraße in Großzschocher und Kleinzschocher soll zwischen der Brückenstraße und Antonienstraße auf einer Länge von circa 2,4 Kilometer ab dem Jahr 2023 in Bauabschnitten umgestaltet werden. Die öffentliche Diskussion zu dem Bauvorhaben von Stadt und LVB läuft mindestens seit 2016. Auch wir Ökolöwen mussten in der Vorplanung wiederholt deutliche Kritik üben und hatten uns mehrfach an den Stadtrat gewandt.

Update Oktober 2022: LVB legen Pläne für Dieskaustraße zur Genehmigung vor – Chance für die Aufwertung des Adlers wird vertan

Die LVB legen einen Teil der Baupläne zur Genehmigung vor. Dabei handelt es sich vorerst nur um den Abschnitt vom Adler bis zur Kulkwitzer Straße. Zu den Plänen beziehen wir Ökolöwen Stellung. Sie zeigen nach vielen Korrekturen nun durchaus viele positive Ansätze, weisen jedoch auch immer noch grobe Mängel auf:

  • So sind immer noch zu wenige Straßenbäume vorgesehen.
  • Die Gehwege sind deutlich zu schmal.
  • An einigen Stellen fehlen sichere Querungsmöglichkeiten.
  • Die Chance, den Adler als Stadtplatz aufzuwerten, wird verschenkt.
  • Es werden zwar Radwege eingeordnet, diese sind mit 1,25 bis 1,60 Metern jedoch zu schmal.
  • Es werden Fahrradbügel vorgesehen, jedoch in zu geringer Anzahl.

Die Pläne müssen vor dem Bau noch angepasst werden! In unserer ausführlichen Stellungnahme schlagen wir Ökolöwen konstruktive Verbesserungsmöglichkeiten vor.

Ökolöwen-Stellungnahme zum Umbauplan der Dieskaustraße zwischen Adler und Kulkwitzer Straße

Update Mai 2020: Stadtrat stimmt für breitere Gehwege und Straßenbäume

Das Verkehrsamt der Stadt Leipzig hatte dem Stadtrat im Januar 2020 die Sanierungspläne für die Dieskaustraße vorgelegt. Anstatt die Variante aus der Bürger:innenbeteiligung einzureichen, die alle Verkehrsteilnehmer:innen berücksichtigt, wollte das Verkehrsamt überbreite Fahrspuren beschließen lassen.

Die Folge: Die Gehwege würden dann viel zu schmal werden, für Straßenbäume ist dann kein Platz mehr. Wir Ökolöwen hatten uns rechtzeitig an den Stadtrat gewandt: Während Baubürgermeisterin Dubrau und Verkehrsamtsleiter Jana trotz deutlicher und fachlich fundierter Kritik, unbeirrt an der fehlerhaften Planung festhielten, haben die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen ein Änderungsantrag verfasst, der die Variante aus der Bürger:innenbeteiligung beinhaltet.

Der Stadtrat hat letztlich für den Änderungsantrag von Die Linke und Bündnis 90 / Die Grünen votiert und damit die Pläne des Verkehrsamtes für die Dieskaustraße korrigiert. In dem umstrittenen Abschnitt, von der Radrennbahn stadtauswärts, wird jetzt eine sachgerecht gepflanzte Baumallee vorgesehen. Die Mindestbreite der Gehwege von 2.50 Metern wird respektiert. Wir danken den Stadträt:innen, dass sie dem Wunsch vieler Bürger:innen nach guten Bedingungen für nachhaltige Mobilitätsformen und einer grüne und lebenswerte Stadt nachgekommen sind.

Ursprüngliche Planvariante der Bürg:innenbeteiligung

Straßenquerschnitt aus der Bürger:innenbeteiligung
Straßenquerschnitt aus der Bürger:innenbeteiligung

Die ursprüngliche Planvariante entstand 2016 im Rahmen einer Bürger:innenbeteiligung. In dem Abschnitt zwischen Arthur-Nagel- und Windorfer Straße ist genügend Platz für Straßenbäume und auch für einigermaßen vernünftige Fußwege eingeräumt worden. Zudem werden in dieser Variante die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer:innen berücksichtigt: Es ist Platz für Radwege und die Fußwege entsprechen wenigstens der vorgeschriebenen Mindestbreite von 2,50 Metern. Der Kleingartenverein, der Wertstoffhof sowie die Anwohner:innen bekommen Parkplätze. Bisher parken diese auf den viel zu schmalen Fußwegen und blockieren Fuß- und Radverkehr.

Planvariante der Verwaltung

Straßenquerschnitt der Verwaltung mit überbreiten Autospuren
Straßenquerschnitt der Verwaltung mit überbreiten Autospuren

Die Variante der Verwaltung im Planungsabschnitt zwischen Arthur-Nagel- und Windorfer Straße schlägt eine überbreite Kfz-Fahrspur auf Kosten der Gehwege und sachgerecht gepflanzter Straßenbäume vor. Diese Variante ist nicht genehmigungsreif! Es wurden Straßenbäume auf dem Papier eingezeichnet, die so nie gepflanzt werden können, weil sie die Gehwege zu sehr einengen. Es bliebe nur eine Restbreite von etwas mehr als einem Meter für Fußgänger:innen. Die verbindliche Mindestbreite von 2,5 Metern hält das Verkehrsamt bewußt nicht ein.  

Dieser Pfusch widerspricht in eklatanter Weise den Festlegungen im STEP Verkehr und öffentlicher Raum. Es ist unerhört, dass die Verwaltung solch eine Variante dem Rat zur Abstimmung vorlegt, die bestehende Ratsbeschlüsse und verbindliche Stadtentwicklungskonzepte ad absurdum führt. Es ist auch ein Dammbruch für andere Straßenräume auf Kosten von Fußgänger:innen zu befürchten, sollte der Änderungsantrag keine Mehrheit finden. 

In der Ratsversammlung soll die Umgestaltung der Dieskaustraße final beschlossen werden. Wir Ökolöwen haben uns stellvertretend für die Unterstützer:innen unserer Appelle Fußgänger gehen vor und Mehr Grün für Leipzig noch einmal an den Stadtrat gewandt, mit der eindringlichen Bitte, den Änderungsantrag zu beschließen. Nur mit dem Änderungsantrag wird der Abschnitt der Dieskaustraße fußgängerfreundlich und bekommt sachgerecht gepflanzte Straßenbäume.

 

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