Die Bornaische Straße wird umgebaut - Was ist geplant?

Die Bornaische Straße wird umgebaut

Ab Ende 2018 wird die Bornaische Straße zwischen Wiedebachplatz und Ecksteinstraße grundhaft saniert. Der Ökolöwe kritisierte dabei, dass die Stadtverwaltung in der Bornaischen Straße Bäume fällen will, um Parkplätze auf den Gehweg zu bauen. Die Pläne wurden nun nachgebessert.

Bornaische Straße mit Straßenbahnschienen und parkenden Autos

Die Planung von Stadt und LVB nimmt bei der kommenden Sanierung im Grundsatz die durchaus gelungene Straßenraumgestaltung aus dem kürzlich sanierten Abschnitt zwischen Hildebrandtstraße und S-Bahnhof Connewitz auf. Im neuen Bauabschnitt sollen jetzt allerdings Bäume gefällt werden, um Parkplätze zu bauen. Ein Beispiel aus der Entwurfsplanung von 2017: Der Baum vor der im Viertel sehr beliebten Eisdiele „Brakers“ sollte verschwinden und der Fußweg auf eine Restbreite von nur noch 2,34 Meter halbiert werden. Dort ist aber heute so viel los, dass man den Gehweg eigentlich noch weiter verbreitern müsste, hatte der Ökolöwe im Beteiligungsverfahren angemerkt.

Bornaische Straße, Eisdiele Brakers mit und ohne Parkplatz
In den ursprünglichen Plänen sollte vor der Eisdiele Brakers ein Baum gefällt und stattdessen ein Parkplatz gebaut werden. Dies konnten wir abwenden. Jetzt werden sogar Sitzbänke vor dem Baum installiert.

Für Geschäftsstraßen wie die Bornaische gilt eine Regelbreite für Fußwege von sechs Metern. Grundlage hierfür ist die Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt). Die Planung unterschreitet die im Stadtentwicklungsplan (STEP) Verkehr und Öffentlicher Raum festgelegte Mindestbreite für Gehwege in Geschäftsstraßen an einigen Stellen deutlich. Dies betrifft insbesondere die landwärtige Seite und zwar überall dort, wo Parkplätze auf dem heutigen Gehweg eingerichtet werden. Auf der stadteinwärtigen Seite wird in der neuen Planfassung nun der Gehweg an vielen Stellen deutlich verbreitert. Die Einfahrten zu den Nebenstraßen erhalten sogenannte Gehwegnasen, die den Querungsweg für Fußgänger verkürzen. In die neuen Pläne wurde ein weiteres Detail eingeführt, das der Ökolöwe schon länger fordert. An der Einmündung zur Stockartstraße werden die Gehwegplatten nach Kopenhagener Vorbild über die Nebenstraße hinweg durchgezogen. Damit wird der Vorrang der Fußgänger eindeutig markiert. Dies sollte auch in den übrigen Nebenstraßen so gemacht werden.

Lücken im Radnetz schließen

Positiv anzumerken ist, dass der Straßenabschnitt Radfahrstreifen bekommt. Die bisherige Situation mit dem sehr schmalen Fahrbereich zwischen den parkenden PKW und den Straßenbahnschienen ist ein großes Sicherheitsrisiko für RadfahrerInnen. An vergleichbaren Stellen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen. Aus Sicht des Ökolöwen sollte der Radfahrstreifen im weiteren Verlauf zwischen dem kleinen Wiedebachplatz und dem Connewitzer Kreuz fortgesetzt werden, was bisher nicht vorgesehen ist. So besteht die Chance, eine durchgängige Radwegeverbindung von Leipzigs Innenstadt bis nach Markkleeberg zu schaffen.

Straßenbahnhaltestelle wandert nach Norden

Eine weitere Neuerung ist, dass die Haltestelle „Pfeffingerstraße“ verlegt wird. Weil diese aufgrund des barrierefreien Umbaus einen 46 Meter langen Hochbord erhalten soll, passt sie nicht an den bisherigen Standort. Sie soll rund 70 Meter nach Norden zwischen die Stockartstraße und die Einmündung der Bernhard-Göring-Straße verlegt werden. Damit vergrößert sich der Haltestellenabstand nach Süden hin zur Hildebrandtstraße. Das ist keine optimale Erschließung für einen so dicht bewohnten Streckenabschnitt. Die Straßenbahn fährt an vielen potentiellen Fahrgästen vorbei. Die fußläufige Entfernung zur nächsten Haltestelle ist für viele Connewitzer zu lang.

Baumfällungen besser ausgleichen

Der Ökolöwe verlangt, dass auch bei der neuen Planfassung noch nachgebessert wird. Insbesondere das Fällen von Bäumen für Parkplätze ist nicht akzeptabel. Leipzigs hohe Lebensqualität, ist vor allen Dingen dem vielen Grün zu verdanken. Dieses Pfund sollte man nicht leichtfertig verspielen. Die neun Bäume, die laut der Pläne gefällt werden, müssen in größerem Umfang ausgeglichen werden. Bisher ist das Nachpflanzen von lediglich acht Bäumen geplant. Der Ökolöwe fordert, dass an allen Einmündungen zu den Nebenstraßen sogenannte 'Baumtore' mit jeweils zwei Bäumen neu gepflanzt werden. Damit hätte man nach dem Umbau mehr Bäume an der Bornaischen Straße als vorher.

Die Bornaische ist mehr als eine Straße

Der Ökolöwe empfiehlt, in der Feinplanung ein Landschaftsarchitekturbüro hinzuzuziehen, so wie das z. B. in der Könneritzstraße geschehen ist. Eine lebendige Geschäftsstraße wie die Bornaische Straße darf nicht nur nach verkehrsplanerischen Aspekten durchoptimiert werden, sondern muss auch berücksichtigen, dass diese Straße der Lebensmittelpunkt für die Bewohner und Bewohnerinnen des Viertels ist.

Die Umbaupläne im Detail finden Sie unter:
Bauvorhaben Bornaische Straße

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