Der Parkbogen Ost – neue grüne Wege für Leipzig!

Der Parkbogen Ost – neue grüne Wege für Leipzig!

Auch Leipzigs Osten braucht ein grünes Wegeband für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Wir Ökolöwen machen uns stark für die Umsetzung des Parkbogen Ost.

Der Ostabschnitt des Parkbogen Ost bildet das Kernstück und verläuft in Höhenlage einer stillgelegten S-Bahntrasse (Visu: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH)

Im Leipziger Osten mangelt es an Wegen, auf denen sich Anwohner:innen stressfrei und ungestört vom Autoverkehr fortbewegen können. Durch den City-Tunnel und die damit verbundene Stilllegung des inneren S-Bahnrings im Jahr 2013 entstand die Idee des Parkbogen Ost – ein circa fünf Kilometer langes grünes Aktivband aus Fuß- und Radwegen, das bogenförmig die Quartiere des Leipziger Ostens umschließt. Gute Argumente für den Parkbogen Ost gibt es viele:

Der Parkbogenverlauf gliedert sich in die drei Bereiche: Südabschnitt, Ostabschnitt und Nordspange (Grafik: Stadt Leipzig)
Der Parkbogenverlauf gliedert sich in die drei Bereiche: Südabschnitt, Ostabschnitt und Nordspange (Grafik: Stadt Leipzig)
  • Lückenschluss in Leipzigs grünem Wegenetz
  • Grün- und Freiflächen der Stadtteile in Leipzigs Osten werden miteinander verbunden
  • Schaffung einer attraktiven und schnellen und auch für Kinder sicheren fuß- und radläufigen Verbindung
  • Synergieeffekte für eine nachhaltige Stadtentwicklung in den Ortsteilen
  • Hoher Beteiligungsgrad der Anwohner:innen
  • Weniger klimaschädliche Emissionen, Beitrag zu sauberer Luft, weniger Verkehrslärm, angenehmes Leben

Die ersten Umsetzungsschritte des Parkbogen Ost wurden bereits gemacht: Er ist bereits Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK) für den Leipziger Osten. Außerdem steht die Verbindung im Hauptnetz Rad der Stadt Leipzig. Ein Masterplan ist erstellt. Für einen weiteren Abschnitt hat der Stadtrat jetzt grünes Licht gegeben. Wir Ökolöwen unterstützen die Planungsvorlage der Verwaltung und drängen darauf, dass der Plan jetzt schnellstmöglich in die Tat umgesetzt wird.

Der Parkbogen Ost teilt sich dabei in drei wesentliche Entwicklungsabschnitte:

Südabschnitt – vom Johannisplatz durch den Lene-Voigt-Park
Der Lene-Voigt-Park ist Teil des Parkbogen Ost (By Prolineserver - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2852051)
Der Lene-Voigt-Park ist Teil des Parkbogen Ost

Der in den letzten 15 Jahren im Wesentlichen fertiggestellte Südabschnitt verläuft von dem markanten Auftakt am Johannisplatz zum Lene-Voigt-Park. Da dieser innenstadtnahe Bereich der Trasse vor allem auf öffentlichen Straßen verläuft, ist hier eine qualifizierte und sichere Radwegeführung erforderlich. Im Lene-Voigt-Park selbst führt die grüne Wegeverbindung bis zur S-Bahn-Zugangsstelle in Anger-Crottendorf. Dort setzt dann der Ostabschnitt an. Im Kernbereich des Lene-Voigt-Parks gibt es durch den hohen Nutzungsdruck auch Konflikte mit Fußgänger:innen. Hier wird unter anderem geprüft, ob Straßen am Rand des Parks zu echten Fahrradstraßen qualifiziert werden können, damit sich der Konflikt etwas entspannen lässt.

Ostabschnitt - Sellerhäuser Bogen
Der Parkbogen Ost auf dem Sellerhäuser Viadukt (Visu: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH)
Der Parkbogen Ost als Hochradweg auf dem Sellerhäuser Viadukt (Visu: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH)

Der in Höhenlage der ehemaligen Bahntrasse verlaufende Abschnitt wird das Kernstück des grünen Bogens bilden. Als verbindendes Element ermöglicht der Ostabschnitt eine ungestörte und autofreie Anbindung von Reudnitz, Anger-Crottendorf, Stötteritz, Sellerhausen und Schönefeld. Eine attraktive Begrünung und Aufweitung der Wegeführung sowie die geschickte Umnutzung noch vorhandener ehemaliger Bahnsteige soll neue Aufenthaltsqualitäten, Ruheorte und einen Raum für Informationsangebote schaffen. Ein Höhepunkt ist dabei der Hochradweg über das Sellerhäuser Viadukt. Das Andocken mit den angrenzenden Quartieren soll über barrierefreie Rampen und Treppenanlagen gewährleistet werden. Die Stadt Leipzig hat einen Wettbewerb ausgelobt, bei der das Berliner Büro SINAI den besten Entwurf vorzeigen konnte. Die Stadt Leipzig beantragt jetzt Fördermittel über das 'Programm Nationale Projekte des Städtebaus'. Damit soll der Ostabschnitt zwischen 2021 und 2024 gebaut werden. Perspektvisch soll zusätzlich in südliche Richtung eine grüne Radverbindung an der Bahn durch Stötteritz bis zur Aktiv-Achse-Süd hergestellt werden.

Der Umgestaltungsplan für den Ostabschnitt des Parkbogen Ost

Nordspange - Stadtteilpark Volkmarsdorf und Anschluß Bahnbogen Gohlis
Der Parkbogen Ost kann den Hauptbahnhof über zwei Korridore erreichen
Der Parkbogen Ost erreicht den Hauptbahnhof über zwei Korridore.

Für die Führung des Parkbogens nach Westen zum Hauptbahnhof existieren zwei Varianten. Ein möglicher Verlauf wäre südlich der Bahnstrecke Leipzig-Dresden durch Volkmarsdorf und Neustadt zur Ostseite des Hauptbahnhofs. Den Bewohner:innen dieser Quartiere wird somit den Zugang zum Parkbogen erleichtert. Gleichzeitig kann hier ein neuer Stadtteilpark für Volkmarsdorf entwickelt werden. Die zweite Variante soll nördlich der Bahnstrecke am Alten Postbahnhof vorbei und entlang der Parthe zur Westseite des Hauptbahnhofs führen. Dort soll der Anschluss an die grüne Fuß-Radverbindung 'Bahnbogen Gohlis' und den Radschnellweg Halle-Leipzig hergestellt werden. Wir Ökolöwen setzen uns dafür ein, dass es bei der Nordspange kein 'Entweder-oder' gibt. Es müssen beide Varianten umgesetzt werden!

Eine lebenswerte und nachhaltige Perspektive für den Leipziger Osten

Mit diversen Nutzungen vernetzt der Parkbogen Ost die angrenzenden Quartiere (Foto: Stadt Leipzig)
Mit diversen Nutzungen vernetzt der Parkbogen Ost die angrenzenden Quartiere (Foto: Stadt Leipzig)

Der Parkbogen Ost ist ein wichtig zentrales Projekt für die nachhaltige Entwicklung des Leipziger Ostens. Durch die Vernetzung ganzer Quartiere schafft das grüne Aktivband neue und schnelle Verbindungen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Bestehende und auch neue Grünräume werden durch den Parkbogen Ost miteinander verbunden. Es entsteht ein quartiersübergreifendes Kommunikations- und Bewegungsband.

Der Parkbogen Ost ist ein Beispiel dafür wie sich Städte “von unten”, also durch intensive Beteiligung von Anwohner:innen, lebenswerter weiterentwickelt werden können. Mit Hilfe von lokalem Expert:innenwissen wurden in der Planung des Parkbogen Ost sowohl ökologische als auch lokale und soziale Aspekte beachtet.

Der Parkbogen Ost ist Bestandteil des Leipziger grünen Wegenetz

Auswahl vorhandener und geplanter grüner Wegeverbindungen in Leipzig (Grafik Ökolöwe)
Auswahl vorhandener und geplanter grüner Wegeverbindungen in Leipzig (Grafik Ökolöwe)

Mit den bereits existierenden grünen Radverbindungen, wie zum Beispiel am Karl-Heine-Kanal oder den von uns Ökolöwen eingebrachten Bahnbogen Gohlis sowie der Aktiv-Achse Süd, ergibt sich mit dem Parkbogen Ost ein grünes Wegenetz. Es erstreckt sich durch ganz Leipzig, verbindet wichtige Punkte innerhalb der Stadt und verläuft abseits von großen Hauptstraßen durchs Grüne. Die Ortsteile im Leipziger Osten bekommen mit dem Parkbogen Ost nun auch eine fuß- und radfahrfreundliche Anbindung, die andere Stadtgebiete bereits haben.

Wir Ökolöwen wollen ein fahrradfreundliches Leipzig! Damit Leipzig seine Ziele beim Klimaschutz erreichen kann, braucht es Projekte wie den Parkbogen Ost. Die Investitionsmittel müssen in solche grünen Infrastrukturen umgelenkt werden. Sie sind wichtiger als Straßenneubau.

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