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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
16.12.2015 (aktualisiert am 31.05.2017)

Auwald- und Naturschutz des Ökolöwen

Auwald- und Naturschutz des Ökolöwen

Der Leipziger Auwald ist der größte zusammenhängende Auwald innerhalb einer europäischen Großstadt. Zahlreiche Flüsse und Bäche durchziehen ihn und verbinden ihn mit dem Neuseenland. Wassertouristische Nutzungskonzepte haben das Ziel, die noch fragilen Seen um Leipzig über den Auwald mit Hamburg zu verbinden.

Dass das naturschutzrechtliche Themen berührt, liegt auf der Hand. Als Leipziger Umweltschutzverein geben wir Naturschutzbelangen eine Stimme und setzen uns für ein ganzheitliches Nutzungskonzept ein, das den unvergleichlichen Wert dieser Naturräume berücksichtigt.

Unser Engagement ist dringend nötig. Die Schwerpunkte unseres Engagements waren und sind u.a. Floßgraben, Neue Harth, Zwenkauer See, Kulkwitzer See, Charta Leipziger Neuseenland 2030.

Floßgraben – Im Februar entkrautete die Stadt den Floßgraben, obwohl wir dringend davon abgeraten hatten. Dabei wurden Wasserpflanzen entfernt, die eine wichtige Rolle im geschützten Lebensraum Floßgraben spielen, jedoch die Schiffbarkeit behindern. Auf unsere verfahrensrechtliche Anfrage hin kritisierte auch die Landesdirektion die Entkrautung. Im nächsten Jahr sollte sie nicht mehr stattfinden.
Auf unsere Ablehnung und Bitte um Verschärfung der Allgemeinverfügung wurde von der Stadt Leipzig nicht reagiert und unser Widerspruch gegen die Befreiung von den Verboten der Allgemeinverfügung für die RANAboot GmbH von Stadtseite negativ beschieden. Die Landesdirektion als Fachaufsichtsbehörde reagierte auf unsere Beschwerde über diese Sondergenehmigung jedoch positiv und kritisierte das Verhalten der Stadt erneut. Die Sondergenehmigung für RANAboot sollte vor diesem Hintergrund in den kommenden Jahren schwieriger von der Stadt durchzusetzen sein.

Zwenkauer See – Als im Mai 2015 bekannt wurde, dass der Landkreis Leipzig eine Mastergenehmigung für bis zu 320 motorisierte Sportboote auf dem Zwenkauer See erteilt hat, war dies für uns der Zeitpunkt für einen Widerspruch. Unser Einschreiten offenbarte die Salamitaktik, mit der die beteiligten Kommunen und Behörden ihre Pläne zur massentouristischen Nutzung des Neuseenlands versuchen durchzusetzen. Im konkreten Fall der Mastergenehmigung zeigte sich der Landkreis kompromissbereit, die Stadt Zwenkau hingegen nicht.

Neue Harth – Für den Zwenkauer See gibt es große Pläne. Große Worte wie "Master…" deuten das an. Das gilt nicht nur für Motorboote, sondern auch für die Bebauung und Nutzung der Ufer. Dabei umfasst der "Masterplan Neue Harth" nur das Nordufer, für die anderen Ufer überlegen sich andere "Gremien" Masterpläne. Die könnten dann so ähnlich aussehen wie der für die Neue Harth: Ferienunterkünfte mit ca. 1.250 Betten, Versorgungseinrichtungen, Gastronomie und Sportstätten, der Ausbau von BELANTIS, ein Campingplatz mit 375 Stellplätzen und das Fahren mit Motorsportbooten. Tourismus in dieser Dimension wird Schutzgebiete und empfindliche Arten negativ berühren und das Regionalplan-Ziel der Erholung stark beeinträchtigen. Außerdem wurden die "Gremien" und Grundlagenkonzepte, auf die sich die Planung berufen, von keinem Bürger legitimiert. Daher haben wir in einer Stellungnahme auch an die Berücksichtigung dieser rechtlichen Punkte erinnert und gefordert, dass es ein integriertes Gesamtkonzept mit Bürgerbeteiligung für den See geben muss.

Kulkwitzer See – Beim Bebauungsplan "Erholungsgebiet Kulkwitzer See" haben wir durch Stellungnahmen und Hinweise die Ausweitung der Artenschutzmaßnahmen erreicht. Auch der Stadtbezirksbeirat hat sich unsere Meinung angehört und will sie in seiner Abstimmung zum überarbeiteten Plan berücksichtigen. Wir bleiben dran, damit auch der Stadtrat um die weitreichenden Planungen am Kulki und deren Wirkung auf die Natur erfährt und sie bei seiner Entscheidung für oder gegen den Plan berücksichtigt.

Charta Leipziger Neuseenland 2030 – Bei der Beratung der Neuseenland-Charta im Stadtrat haben wir naturschutzrelevante Änderungsvorschläge gemacht. Insbesondere erfordern die Visionen für die touristische Nutzung des Neuseenlandes die Berücksichtigung der Schutzgebiete und Arten, die dort vorkommen. An jedem See soll laut Charta alles möglich sein. Wir setzten (und setzen) uns für ein integriertes Gesamtkonzept ein, das die Nutzungsintensitäten und -arten zwischen den Seen und an einzelnen Seen abstuft und das die Interessen aller Akteure abstimmt. Wir freuen uns, dass unsere Kernzielrichtung von der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einen Änderungsantrag aufgenommen wurde. Einzelprojekte der Charta müssen vom Stadtrat nun genehmigt werden, außerdem müssen sie sich an den Erfordernissen des Naturschutzes und der Raumordnung orientieren. Dies ist ein Teilerfolg im Meer der scheibchenweise bekannt werdenden Konzepte, die insbesondere in ihrem Zusammenwirken den Auwald und das Neuseenland massiv bedrohen. 

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