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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
27.10.2017 (aktualisiert am 30.10.2017)

Insektenfreundliches Gärtnern: Unsere Tipps für den Herbst

Insektenfreundliches Gärtnern: Unsere Tipps für den Herbst Es ist erschreckend: Rund 75% weniger Fluginsekten als noch vor 27 Jahren schwirren, brummen und summen durch die Flur. Wo früher auf einer Blüte noch 12 Tierchen saßen, sind es heute noch 3. Sie fehlen als Bestäuber, als Nahrungsgrundlage für Vögel und viele andere Prozesse im Ökosystem.

Doch die gute Nachricht lautet: Ob im Garten, Hinterhof oder auf dem Balkon – mit wenig Aufwand kann jeder einzelne einen Beitrag dazu leisten, Nahrungsquellen für die zum Teil bedrohten Arten anzubieten und Lebensräume zu schaffen. Denn jetzt ist Pflanzzeit für Frühblüher, Sträucher, Bäume etc. Doch nicht jede Pflanze erhält das Prädikat "insektenfreundlich".

Hier sind unsere Tipps:

Gefüllte Blüten sind nutzlosBiene

Ganz besonders wichtig bei Blumen und blühenden Gehölzen: Entscheiden Sie sich für ungefüllte Sorten. Denn diese bilden Blüten aus, die den lebenswichtigen Pollen und Nektar enthalten und zudem gut erreichbar sind. Im Handel findet man mittlerweile für viele Sorten Züchtungen mit gefüllten Blüten. Sie sollen in Sachen Ästhetik punkten, sind allerdings für Insekten absolut nutzlos. Außerdem sollte heimischen Gewächsen immer der Vorzug gegeben werden. Denn sie passen deutlich besser zu den Bedürfnissen der heimischen Tierarten.

Nahrung übers ganze Jahr

Nicht nur Insekten, sondern auch Vögel danken Ihnen, wenn Sie bei der Pflanzenwahl den ganzjährigen Nahrungsbedarf der Tiere im Blick haben. Frühblüher wie Krokusse versorgen die hungrigen Insekten schon sehr früh im Jahr, wenn vieles noch nicht blüht. Auch Kornelkirsche und Weide blühen frühzeitig und sind hervorragende Trachtpflanzen. Die Früchte der Kornelkirsche stehen zudem auf dem Speiseplan unserer gefiederten Freunde. Versorgungsengpässe entstehen auch im Herbst: Fetthenne, Astern und Liguster schaffen Abhilfe.

 
Alles stehen und liegen lassen!

Stadtgarten Connewitz

Ordnungsliebende Gärtner/innen neigen dazu, die nun vertrockneten Blütenstände runterzuschneiden und das Laub von den Beeten zu entsorgen. Sie sollten wissen: an den Blütenständen knabbern Vögel und im Laub überwintern zahlreiche Insekten. Die Blätter vom leergeräumten Rasen können, unter den Büschen zusammengeschoben, als Lebensraum dienen und sind gleichzeitig wertvoller Dünger für die Gehölze (ausgenommen davon sind Kastanien-, Walnuss-, Buchen- und Eichenblätter!). Im Frühjahr kann dann die Ordnung wieder hergestellt werden.

Übrigens haben auch viele als Unkraut betitelte Pflanzen wie Disteln, Nesseln und Giersch eine wichtige ökologische Bedeutung für die kleinen Lebewesen. Deshalb: da wo es sich anbietet, einfach stehen lassen!

Distel und Schmetterling
Wir vom Team der Grünen Stadtgestaltung helfen mit Rat und Tat, wenn Sie Fragen haben. Weitere interessante Bücher und Ratgeber zum Thema finden Sie in der Umweltbibliothek.


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ANSPRECHPARTNERIN

Christiane Heinichen
Grüne Stadtgestaltung
Tel. 0341-3065-114

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