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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
18.05.2017 (aktualisiert am 18.05.2017)

Die Bornaische Straße wird umgebaut. Und wieder müssen Bäume weichen!

Die Bornaische Straße wird umgebaut. Und wieder müssen Bäume weichen! Ab Ende 2018 wird die Bornaische Straße zwischen Wiedebachplatz und Ecksteinstraße grundhaft saniert. Der Ökolöwe kritisiert dabei, dass die Stadtverwaltung in der Bornaischen Straße Bäume fällen will, um Parkplätze auf den Gehweg zu bauen.

Die Planung von Stadt und LVB nimmt bei der kommenden Sanierung im Grundsatz die durchaus gelungene Straßenraumgestaltung aus dem kürzlich sanierten Abschnitt zwischen Hildebrandtstraße und S-Bahnhof Connewitz auf. Im neuen Bauabschnitt sollen jetzt allerdings Bäume gefällt werden, um Parkplätze zu bauen.

Ein Beispiel: Der Baum vor der im Viertel sehr beliebten Eisdiele „Brakers“ verschwindet und der Fußweg wird auf eine Restbreite von nur noch 2,34 Meter halbiert. Dort ist aber heute so viel los, dass man den Gehweg eigentlich noch weiter verbreitern müsste.

Für Geschäftsstraßen wie die Bornaische gilt eine Regelbreite für Fußwege von sechs Metern. Grundlage hierfür ist die Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt). Die Planung unterschreitet zudem die im Stadtentwicklungsplan (STEP) Verkehr und Öffentlicher Raum festgelegte Mindestbreite für Gehwege in Geschäftsstraßen deutlich.

Lücken im Radnetz schließen

Positiv anzumerken ist, dass der Straßenabschnitt Fahrradstreifen bekommt. Die bisherige Situation mit dem sehr schmalen Fahrbereich zwischen den parkenden PKW und den Straßenbahnschienen ist ein großes Sicherheitsrisiko für RadfahrerInnen. An vergleichbaren Stellen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen. Aus Sicht des Ökolöwen sollte der Radfahrstreifen im weiteren Verlauf zwischen dem kleinen Wiedebachplatz und dem Connewitzer Kreuz fortgesetzt werden, was bisher nicht vorgesehen ist. So besteht die Chance, eine durchgängige Radwegeverbindung von Leipzigs Innenstadt bis nach Markkleeberg zu schaffen.

Straßenbahnhaltestelle wandert nach Norden

Eine weitere Neuerung ist, dass die Haltestelle „Pfeffingerstraße“ verlegt wird. Weil diese aufgrund des barrierefreien Umbaus einen 46 Meter langen Hochbord erhalten soll, passt sie nicht an den bisherigen Standort. Sie soll rund 70 Meter nach Norden zwischen die Stockartstraße und die Einmündung der Bernhard-Göring-Straße verlegt werden. Damit vergrößert sich der Haltestellenabstand nach Süden hin zur Hildebrandtstraße. Das ist keine optimale Erschließung für einen so dicht bewohnten Streckenabschnitt. Die Straßenbahn fährt an vielen potentiellen Fahrgästen vorbei. Die fußläufige Entfernung zur nächsten Haltestelle ist für viele Connewitzer zu lang.

Die Bornaische ist mehr als eine Straße

Der Ökolöwe verlangt, dass bei der Planung noch nachgebessert wird. Insbesondere das Fällen von Bäumen für Parkplätze ist nicht akzeptabel. Leipzigs hohe Lebensqualität, ist vor allen Dingen dem vielen Grün zu verdanken. Dieses Pfund sollte man nicht leichtfertig verspielen. Der Ökolöwe empfiehlt dringend, in der Feinplanung ein Landschaftsarchitekturbüro hinzuzuziehen, so wie das z. B. in der Könneritzstraße geschehen ist. Eine lebendige Geschäftsstraße wie die Bornaische Straße darf nicht nur nach verkehrsplanerischen Aspekten durchoptimiert werden, sondern muss auch berücksichtigen, dass diese Straße der Lebensmittelpunkt für die Bewohner und Bewohnerinnen des Viertels ist.

Die Umbaupläne im Detail finden Sie unter:

https://www.l.de/gruppe/wir-fuer-leipzig/investitionen/bauvorhaben-bornaische-strasse

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