>> S 46 / Weinteichsenke
6.000 Kfz auf der Wachauer Straße sind nicht genug! (10. Mai 2007)
Die aktuellen Zahlen aus unserer Verkehrszählung liegen nun vor: Nur noch
6.000 Kfz nutzen täglich die Wachauer Straße in Markkleeberg-Ost. Trotz des enormen
Verkehrsrückgangs sieht aber der ADAC weiterhin die Notwendigkeit eines
Neubaus der S 46. Der Ökolöwe weist dagegen darauf hin, dass 6.000 Kfz
keine Seltenheit sind - und damit kein Grund für einen teuren Straßenneubau.
Er fordert, jetzt endlich ein Verkehrskonzept für Markkleeberg-Ost zu
entwickeln - Neubaustrecken sind nicht die Lösung!
Nun liegen die Zahlen auf dem Tisch: Nur noch ca. 6.000 Kfz täglich fahren über die Wachauer Straße - gerade mal die Hälfte der Belastung von 2005. Die Bundesautobahn A 38 hat damit zu einer enormen Entlastung der Anwohner geführt. Auch an der Leinestraße fahren ein Drittel weniger Kfz als 2005.
Verglichen mit anderen Leipziger Straßen ist eine solche
Verkehrsbelegung minimal: Laut der durch
die Stadt Leipzig durch die Ämter für Umweltschutz und Verkehrsplanung durchgeführten Belastbarkeitsstudie wurden 2006 nur auf vier Straßen im Stadtgebiet eine geringere Belegung gemessen!
Die Belegung der Leinestraße stellt für die Anwohner eine große
Belastung dar. Hier stellt sich aber die Frage, in wie weit dieser
Verkehr überhaupt verlagerbar ist. Für einen Großteil des Verkehrs aus dem Leipziger Stadtgebiet in Richtung Gewerbegebiet Wachau
wäre die neue S 46 keine Alternative, da sie den Anfahrtsweg stark
verlängert. Die Markkleeberger, die nach Wachau wollen, nehmen bislang
die Wachauer Straße; auch sie würden die Leinestraße nicht
entlasten.
Es ist außerdem darauf hinzuweisen, dass es die Markkleeberger Stadtverwaltung mit Blick auf diese Planungen verpasst hat, frühzeitig ein brauchbares Verkehrskonzept für den Südraum Leipzig/Markkleeberg-Ost bzw. die Anbindung des Markkleeberger Sees zu entwickeln.
Und auch die Stadt Leipzig kann und sollte schnell etwas für die Gesundheit und die Nerven der Anwohner an der Leinestraße tun. Das deutsche Straßenverkehrsrecht bietet eine Reihe von Instrumenten, die zum Schutz der Gesundheit der Anwohner eingesetzt werden können. Dazu Ökolöwen-Geschäftsführer Philipp Steuer: "Obwohl brauchbare Vorschläge seit Jahren auf dem Tisch liegen, blieb die Verwaltung untätig. Tempo 30, Nachtfahrverbote und Lkw-Fahrverbote könnten für die Anwohner sofort eine weitere große Entlastung bringen! Solche Maßnahmen sind zudem einfach umzusetzen, kostengünstig und bewiesenermaßen erfolgreich." Die Möglichkeit, solche Maßnahmen zu ergreifen, hat jede Kommunalverwaltung - den Mut sie zu ergreifen leider nur selten. Es sind gerade diese Instrumente, die kurzfristig merkliche Entlastungen bewirken können und zwar für alle Anwohner - und sie sollten nun endlich, wie der Ökolöwe seit langem fordert, auch in Markkleeberg-Ost und der Leinestraße eingesetzt werden. Gerade mit Blick auf die Eröffnung des Badestrandes, für den immer noch kein Verkehrs- oder auch "nur" ein ÖPNV-Konzept vorliegt, wird es nun höchste Zeit, die zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, anstatt auf schlecht geplante und nicht finanzierbare Straßenbauten als Lösung zu setzen.
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