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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
17.01.2014 (aktualisiert am 11.02.2014)

Zukunftspläne für den Zwenkauer See

Zukunftspläne für den Zwenkauer See

Ökolöwe fordert Zuganbindung für den Nordstrand und Belantis


Die Leipziger Umweltschützer zeigen sich zufrieden mit den Ergebnissen des Ideenwettbewerbs zur zukünftigen Gestaltung des Nordstrandes am Zwenkauer See.

Geplant sind öffentliche statt private Strände und maximal zweigeschossige Gebäude, die in Form kleiner Feriendörfer arrangiert sind. Der Raum dazwischen soll vom Autoverkehr weitgehend ungestört bleiben. Es ist entgegen früherer Pläne keine flächenhafte Bebauung mehr vorgesehen. 

„Wir begrüßen die touristische Entwicklung an dem konkreten Standort. Gleichzeitig muss der Nutzungsdruck am West- und Ostufer des Zwenkauer Sees gänzlich zurückgenommen werden, um Natur und Landschaft in diesen Bereichen Vorrang zur ungestörten Entwicklung zu geben. Dies muss land- aber auch wasserseitig gewährleistet werden. Das hat am Cospudener See nicht wirklich geklappt. Das kann man jetzt besser machen“, sagt Juliane Elzner-Buhl, umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwen. Der Zwenkauer See ist eine wichtige Hochwasserschutzanlage und alle Nutzungen dürfen das Rückhaltevolumen im Hochwasserfall keinesfalls reduzieren oder einschränken.

Wesentliche Kritik ruft nur die in den Plänen dargestellte Verkehrsanbindung hervor. Für den Autoverkehr sind die Bedingungen nahezu ideal. Es gibt eine eigene Autobahnabfahrt sowie einen Großraumparkplatz vor dem Freizeitpark Belantis. Von dort aus sind es nur 700 Meter bis zum Strand. Zum Vergleich: Am Nordstrand des Cospudener Sees müssen Autofahrer doppelt so weit laufen. In den Plänen fehlt jedoch noch eine Fußgängerbrücke über die A38, über die man direkt vom Haupteingang des Freizeitparkes zum Zwenkauer See gelangen kann. „Es wäre irrwitzig noch einen zweiten Großraumparkplatz auf der anderen Seite der Autobahn zu bauen, nur weil man die Fußgängerbrücke vergessen hat“, so Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen.

Besonders problematisch sieht der Umweltverein die fehlende ÖPNV-Erschließung. Mit dem Bus 118 kann man derzeit nur von Knautkleeberg aus fahren und nur während der Belantis-Saison. Ein Besuch im Freizeitpark mit Hilfe öffentlicher Verkehrsmittel ist daher heute für die meisten der jährlich rund 520.000 Besucher undenkbar. Autofreie Haushalte, das sind immerhin rund 40% in Leipzig, werden das zukünftige Naherholungsgebiet am Zwenkauer See so kaum nutzen können.

„Das kann nur eine direkte Zuganbindung für Belantis und den Nordstrand ändern. Die käme darüber hinaus den vielen Feriengästen zu Gute, die am Zwenkauer See nächtigen werden und einen Abstecher in Leipzigs Innenstadt machen wollen“, sagt Supplies.

Aus Sicht des Ökolöwen könnte die Erfurter Bahn die erwünschte Erschließung bringen. Sie verkehrt von Leipzig über Zeitz nach Gera und schrammt derzeit noch am Freizeitpark Belantis vorbei. Der Verein empfiehlt die Prüfung einer neuen Haltestelle „Leipzig Hartmannsdorf/Belantis“ (siehe Karte) sowie den Neubau einer Fußgängerbrücke über die Elster. Von dort aus könnte ein mit dem Fahrplan abgestimmtes Shuttle auf einem weitgehend schon bestehenden Rundkurs sämtliche touristischen Leuchttürme ansteuern. Über einen regulären Fährbetrieb ließe sich nahtlos zum Kap Zwenkau und zum Zöbigker Hafen übersetzen.

Abbildung unseres Vorschlags: (anklicken für größere Darstellung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: Michael Wegner  / pixelio.de


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