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14.09.2011 (aktualisiert am 14.09.2011)
Karten auf den Tisch
Pressemitteilung vom 9.9.2011:
Der Ökolöwe verlangt ausdrücklich die Veröffentlichung aller weiteren Planungsunterlagen zum Hochwasserschutz - Landestalsperrenverwaltung (LTV) gibt Informationen weiterhin nur stückweise heraus
Nachdem im Sommer in Sachen Leipziger Hochwasserschutz und Baumfällungen etwas Ruhe eingekehrt war, gibt es nach der Klage des Ökolöwen gegen den zugrundeliegenden Erlass und mit den aktuellen Baumaßnahmen der LTV an unterschiedlichen Stellen des Leipziger Auwalds wieder Bewegung in der Angelegenheit.
Mit dem Deicherlass und auch im aktuellem Verfahren wurden gesetzlich
verankerte Rechte der anerkannten Naturschutzverbände verletzt. Bis
heute erfolgte keine ordentliche Verbandsbeteiligung und weiterhin
liegen keine Unterlagen der LTV zu geplanten und offensichtlich bereits
begonnenen Maßnahmen vor. Es fehlen die Eingriffs- und
Ausgleichsbilanzierung sowie die Ergebnisse der Biotopkartierung. Nur
aufgrund dieser kann über Ausgleichsmaßnahmen entschieden werden. „Warum
hierbei nicht mit allen Naturschutzverbänden gleichrangig gesprochen
wird, kann ich nicht nachvollziehen“, so Enrico Vlach, umweltpolitischer
Sprecher des Ökolöwen.
Wirksamer Hochwasserschutz ist mit der Flutung von Auwaldbereichen
verbunden. Den Hochwasserschutz möglichst ausschließlich durch Deichbau
ohne Einbeziehung der Auen zu realisieren, hat gleich mehrere Nachteile.
Er führt zu weniger Sicherheit bei höheren Kosten und entzieht dem
Auwald seit etwa 80 Jahren die Lebensgrundlage - das Wasser.
Hochwasserschutz und Naturschutz werden erst durch übermäßigen Deichbau
zu Gegensätzen.
Wenn aktuell berichtet wird, die Ausgleichsmaßnahmen für die verlorenen
Gehölzflächen würden in Angriff genommen, dann klingt das zwar nicht
nach Untätigkeit, läßt aber wiederum die Öffentlichkeit und die fachlich
versierten Vereine außen vor. Denn nach den Ereignissen im Winter haben
die Verwaltungen zugesagt, die Betroffenen und Fachleute einzubeziehen,
wenn es darum geht, fast 15 ha Flächenverlust adäquat auszugleichen.
Doch nach mehr als einem halben Jahr gibt es immer noch keine
öffentliche Diskussion darüber, wie, wo und womit ein wertvoller
Ausgleich für den Auwaldverlust erreicht werden soll.
Der Ökolöwe lehnt es ab, bereits geplante Vernässungs- und
Aufwertungsmaßnahmen umzuwidmen und nun dem Hochwasserschutz zuzuordnen.
Diese sehr wichtigen Naturschutzprojekte werden bereits seit mehreren
Jahren geplant und sollen der Austrocknung des Auwaldes wirksam
entgegenwirken. Wir fordern weiterhin tatsächlichen flächigen Ausgleich
im räumlichen Zusammenhang zum Eingriff - vor allem aber eine
Veröffentlichung der Planungen, die Beteiligung der Naturschutzverbände
und Information der Leipziger Bevölkerung.
Die im Munde geführten Schlitzungen der Deiche im Ratsholz bzw. im
nördlichen Auwald sind in diesem Zusammenhang kein „Produkt“ der
Einsicht aus den 2011er Fällungen, sondern kleinere und ebenso bereits
seit Jahren vorgesehene Maßnahmen. Enrico Vlach: „Der tatsächlich nötige
und mögliche Hochwasserschutz wird im seit Jahren der Stadt
vorliegenden Hochwasserschutzkonzept beschrieben und steht im völligen
Gegensatz zu den hektisch erfolgten und fachlich unhaltbaren Fällungen
vom Januar und Februar. Er vereinbart natürliche und technische Mittel,
so die Nutzung der Nord-West-Aue als Polder oder den kommenden Zwenkauer
See als Retentionsraum.“
Leider ist die Informationspolitik der LTV weiterhin undurchsichtig.
Verschiedene Bürgeranfragen beim Ökolöwen zeigen, dass über die seit
wenigen Tagen stattfindenden Baumaßnahmen an verschiedenen Stellen im
Leipziger Auwald (z.B. an der Kleinen Luppe und dem Elsterhochflutbett)
seitens der Verwaltung bisher nicht ausreichend aufgeklärt wurde.
Der Ökolöwe steht für fachliche Gespräche weiterhin zur Verfügung. Die
Klage und die ausführliche Analyse des Umgangs mit dem Hochwasserschutz
im letzten Winter durch LTV und Stadtverwaltung können hier heruntergeladen werden.
Rückfragen an:
Enrico Vlach, Umweltpolitischer Sprecher
Telefon: 0341-3065-370
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