Bebauung im Schutzgebiet in Kleinzschocher verhindern

Bebauung im Schutzgebiet in Kleinzschocher verhindern

Die Stadt plant den Bau eines neuen Quartiers in einem Schutzgebiet im Westen des Volksparks Kleinzschocher. Lies hier, warum wir die Bebauung verhindern wollen und was als nächstes passiert. 

Bebauung im Schutzgebiet in Kleinzschocher verhindern

Vom ehemaligen Rittergut Kleinzschocher ist heute nicht mehr viel übrig. Das Gut wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und fast alle Gebäude letztlich zurückgebaut. Die entstandene Freifläche holt sich die Natur Stück für Stück zurück. Heute gibt es hier umgeben von hohen Bäumen eine Flur aus Stauden und teils dichter strauchiger Vegetation. Das ehemalige Gut ist so ein Rückzugsraum für Insekten und Singvögel geworden, wie die Nachtigall und die Gartengrasmücke.

Was ist geplant?

Ohne Rücksicht auf die entstandenen Lebensräume will die Stadt Leipzig hier ein neues Wohnquartier errichten. Für 8 bis 9 Gebäude und begleitende Infrastruktur sollen 8.000 bis 10.000 m² Boden neu versiegelt werden. Die vorhandene strauchige Vegetation soll vollständig gerodet werden.

Dabei macht die Stadt nicht einmal Halt vor Schutzgebieten: Sie will in das Landschaftsschutzgebiet (LSG) “Leipziger Auwald” und das europäische Vogelschutzgebiet “Leipziger Auwald” hineinbauen. Die Teilflächen müssten aus den Schutzgebieten ausgegliedert werden. Außerdem würden die Gebäude zukünftig direkt an die Schutzgebiete angrenzen und sich negativ auf störungssensible Vogelarten auswirken.

Karte Gut Kleinzschocher Bebauungsplan mit Landschaftsschutzgebiet
Karte des Bebauungsplans vom Gut Kleinzschocher (rot) mit der Grenze des Landschaftsschutzgebiets (grün)

Schutzgebiet, Park und Brache ergänzen sich

Die positive Entwicklung der Fläche für Natur- und Artenschutz wird begünstigt durch die Lage direkt am Volkspark Kleinzschocher und die Verknüpfung mit dem LSG “Leipziger Auwald” sowie dem Vogelschutzgebiet “Leipziger Auwald”. Die Tier- und Pflanzenwelt im Volkspark Kleinzschocher ist noch besonders reich, denn er liegt direkt an der Weißen Elster und hier stehen noch uralte Bäume im verbliebenen Elster-Luppe-Auwald. Die Überschneidung mit den Schutzgebieten ermöglicht es Tieren, die Brache leicht zu erreichen und als Lebensraum und Nahrungsquelle aufzusuchen.

Gleichzeitig ist die “wilde” Vegetation auf dem ehemaligen Gut eine hochwertige Ergänzung zum übrigen Volkspark Kleinzschocher. Im westlichen Bereich des Parks sind die Rückzugsräume für Tiere sonst rar. Wenn die Lebensräume auf dem ehemaligen Gut Kleinzschocher durch Bebauung verschwinden, würden einige Arten in direkter Umgebung keinen Ersatz finden und aus dem Gebiet verdrängt werden.

Die natürliche Entwicklung folgt dem Landschaftsplan

Die natürliche Entwicklung der Fläche, wie sie hier seit einigen Jahren stattfindet, ist auch ganz im Sinne des Landschaftsplans der Stadt Leipzig. Der Landschaftsplan ist eine übergeordnete Planung. Bebauungspläne müssen sich nach ihm richten. Der Plan weist die Ziele für die Fläche aus: “Erhaltung/Entwicklung dorfspezifischer Biotopmosaike” sowie “Entwicklung (Anreicherung) von Lebensräumen in bebauten Gebieten”. Beide Ziele werden hier durch eine ganz natürliche Entwicklung der Landschaft erreicht. Durch die geplante Bebauung würden hingegen Lebensräume verloren gehen. Die Ziele des Landschaftsplans wären untergraben.

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Leipzigs Schutzgebiete schützen

Überall in Leipzig wird gebaut, unser Stadtgrün ist bedroht. Auch in den Schutzgebieten bewilligt die Verwaltung permanent Ausnahmegenehmigungen für Neubau- und Infrastrukturprojekte. So werden Schutzgebiete durch Bebauung verkleinert und durch Straßen zersplittert. Stück für Stück wird die geschützte Natur angegriffen und immer weiter eingeschränkt. Flächen, die den Tieren und Pflanzen vorbehalten sind, gibt es immer weniger.

Wir fordern von der Stadt Leipzig ein absolutes Bauverbot in Leipzigs Schutzgebieten! Anstatt die Schutzgebiete kontinuierlich zu verkleinern, müssen sie konsequent geschützt und weiterentwickelt werden. Das Gut Kleinzschocher darf nicht bebaut werden und muss als Grünfläche und Teil des Volksparkes Kleinzschocher geschützt werden. Das machen wir auch in unserer offiziellen Stellungnahme zum Bebauungsplan klar.

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