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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
09.12.2009 (aktualisiert am 07.11.2011)

Heizpilze = Giftpilze für unser Klima

Heizpilze = Giftpilze für unser Klima

Im Winter freuen sich nicht nur Raucher über wärmende Heizpilze. Vor knapp zwei Jahren trat das Rauchverbot in Kneipen, Restaurants, Diskotheken und Cafés in Kraft. Seitdem schossen die Heizpilze in den Kneipenmeilen aus dem Boden. Dort nutzen auch nicht rauchende Cafébesucher die Möglichkeit, im Winter draußen zu sitzen, ohne zu frieren. Doch so schnell wie die Heizpilze vor Jahren auftauchten, verschwinden sie durch die Hand des Gesetzgebers wieder aus dem Straßenbild. Nur in vereinzelten Bundesländern halten sie sich hartnäckig, so auch in Sachsen.

Heizpilze verwandeln einen unwiederbringlichen Rohstoff in Wärme, die sich binnen Sekunden in die Umgebung verflüchtigt. Heizpilze werden mit Propangas betrieben, das bei der Verbrennung Kohlendioxid erzeugt – die Kopenhagener Klimakonferenz lässt grüßen. Den Ausstoß des Treibhausgases will Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. „Grundsätzlich wäre es Europa- und verfassungsrechtlich durchaus möglich, den Einsatz von Heizpilzen zu verbieten“, sagt Jens Schuberth vom Umweltbundesamt (UBA).

Jede andere Heizung mit so schlechtem Wirkungsgrad wäre längst verboten worden.

Das Pforzheimer Umweltschutzamt musste feststellen, dass «Außenheizungen energetisch gesehen ausgesprochen ineffizient sind». In der Bundeshauptstadt hat die Aktion „Prost Klima“ den Gastronomen bereits vorgerechnet, dass die Beheizung vor den Lokalen wirtschaftlich unsinnig ist.

Noch dürfen in Sachsen die Wirte ihre Freisitze mit den Heizpilzen wärmen. Weder die Landeshauptstadt Dresden noch Leipzig oder Chemnitz sehen derzeit eine Notwendigkeit gegen die mobilen Heizstrahler vorzugehen. Und das, obwohl sie als hochgradig klimaschädlich eingestuft werden und deswegen vielerorts bereits verboten wurden. Ein Heizpilz setzt bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 36 Stunden in der Woche jährlich bis zu zwei Tonnen CO2 frei. Das entspricht dem CO2 Ausstoß eines Neuwagens, der 10 000 Kilometer im Jahr fährt.

Der Ökolöwe schlägt den Gastronomen vor, die Heizpilze einzumotten und die Gäste in Decken einzumummeln. Dies würde in kalten Wintertagen sowieso zu einer gemütlicheren Stimmung beitragen, als sich stundenlang an seiner Tasse festzuhalten und dem monotonen Zischen des Heizpilzes zu lauschen.

 


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