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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
15.02.2011 (aktualisiert am 15.02.2011)

Klimaschädliche Einwegflaschen aus Plastik erobern den Markt

Klimaschädliche Einwegflaschen aus Plastik erobern den Markt

Die Mehrwegquote bei alkoholfreien Getränken ist stark rückläufig. Immer weniger Menschen kaufen Mineralwasser in Mehrwegflaschen. Vielen Verbrauchern ist nicht klar ersichtlich, wie sich Mehrweg- von Einwegverpackungen unterscheiden lassen – es fehlt eine eindeutige Kennzeichnung.

Gefährdet die Bundesregierung durch ihre Untätigkeit den Fortbestand des Mehrwegsystems?

Diesen Vorwurf erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Unterstützt wird sie darin von der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, dem Verband Privater Brauereien Deutschlands und dem Verband des Deutschen Getränkeeinzelhandels.

Die Bundesregierung müsse insbesondere gegen „Verbrauchertäuschung bei den großen Discounter-Ketten“ vorgehen, so die gemeinsame Forderung. Bereits im Herbst 2009 hatten CDU/ CSU und FDP  im Koalitionsvertrag eine verbraucherfreundliche und eindeutige Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen verabredet. Eine solche klare Kennzeichnung darf nicht weiter verschleppt werden.

Die irreführende Kennzeichnung von Plastikflaschen sei eine „arglistige Verbrauchertäuschung zum Schaden der Umwelt“, erklärte die umweltpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Dorothea Steiner. Die Entwicklung hin zu mehr umweltschädlichen Einwegverpackungen müsse endlich ausgebremst werden. Steiner kritisierte Umweltminister Röttgen, weil der vor dem Lobbyismus für Einwegverpackungen von Herstellern und Discountern einknicke. Den Verbraucherinnen und Verbrauchern werde es unnötig schwer gemacht, zwischen umweltfreundlichen Mehrwegflaschen und umweltbelastenden Einwegflaschen zu unterscheiden.

Wer sowohl für Flaschen als auch für den Getränkekasten Pfand bezahlt, wird zu der nahe liegenden Annahme verleitet, umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu kaufen. Bei den sogenannten Petcycle-Flaschen ist das aber ein Trugschluss, denn auch wenn die zum Teil in Mehrwegkästen stecken, werden sie für jede Befüllung neu hergestellt. Damit belasten Petcycle-Flaschen unnötigerweise die Umwelt und das Klima.

Mehrweg ist und bleibt die ökologisch vorteilhafteste Verpackung. Sowohl bei der nachhaltigen Ressourcennutzung als auch beim Klimaschutz sind Mehrwegverpackungen den Einwegverpackungen und der Dose klar überlegen.

Das Mehrwegsystem muss endlich durch eine klare Kennzeichnung unterstützt werden.


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