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GRÜNE LIGA fordert stärkere Berücksichtigung des Leipziger Südens bei der Ausweisung der neuen Vogelschutzgebiete (6. Juni 2006)
Die GRÜNE LIGA Sachsen begrüßte bereits im März die Ausweitung der sächsischen Vogelschutzgebiete, die mit den bereits anerkannten 20 Vogelschutzgebieten nun insgesamt 13,6 Prozent der Landesfläche einnehmen."Leider ist aber dem besonderen europäischen Schutzstatus der Vogelschutzgebiete bei der Ausweisung nur unzureichend entsprochen wurden", so Torsten Kohl, kommissarischer Geschäftsführer der GRÜNEN LIGA Sachsen. Die Gebiete seien einerseits teilweise zu klein, um den Ansprüchen der bedrohten Vogelarten gerecht zu werden. Andererseits seien ganze Regionen bei der Deklarierung der Vogelschutzgebiete nahezu ausgeklammert worden, so Kohl weiter. "Das trifft vor allem auf den Süden Leipzigs zu, der bei den Gebietsvorschlägen viel zu wenig beachtet wurde", konstatierte Kohl.
Speziell das Vorranggebiet für Natur und Landschaft am Süd- und Westufer des Markkleeberger See und die Getzelauer Inseln hätten trotz der kurzen Entwicklungszeit von nur wenigen Jahren laut einer gerade veröffentlichten Studie der Naturförde-rungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V. ein enormes natur- und artenschutzrelevantes Potential entwickelt. Eine Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet sei somit mehr als gerechtfertigt, erklärte der Landessprecher der GRÜNEN LIGA Sachsen und Geschäftsführer des Ökolöwen – Umweltbund Leipzig e.V., Philipp Steuer. "Bisher wurden bereits 38 Vogelarten nachgewiesen, die in der Roten Liste Sachsens geführt werden. 23 Arten sind im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie verankert." Entsprechend groß sei die Bedeutung des Gebietes als Brut- und Raststätte für viele Vögel. "Das erhebliche Artenpotential macht es nun dringend notwendig, beide Inseln ebenso wie das Südufer des Markkleeberger Sees so schnell wie möglich als Vogelschutzgebiet auszuweisen", folgert der Leipziger Landessprecher, "denn ohne entsprechende Besucherlenkung und Sicherung von Teilbereichen gegen Zutritt kann diese Artenvielfalt kaum erhalten werden." Aber auch andere Gebiete wie der Weinteichsenke sollten laut Philipp Steuer den SPA-Schutzstatus erhalten, denn bereits mehrere Gutachten belegen den Vogelreichtum dieser letzten Bachaue im Süden Leipzigs.
Zudem sei zu erwarten, dass der hohe EU-rechtliche Schutzstatus der
Vogelschutzgebiete unterlaufen werden könnte. Die Auswahl der
künftigen Vogelschutzgebiete erfolgte laut Sächsischem Ministerium für
Umwelt und Landwirtschaft zwar nach fachlichen Kriterien,
Landeigentümern und Landnutzern versicherte Sachsens Umwelt- und
Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich jedoch, dass in den
Vogelschutzgebieten prinzipiell genauso wie bisher gewirtschaftet
werden kann. Daneben wird es ausdrückliche Sonderregelungen geben, die
es ermöglichen, innerhalb der Schutzgebiete Straßenbauprojekten Vorrang zu gewähren. "Der mehrfach angemahnte Vollzug des Europäischen
Naturschutzrechts in Sachsen wird folglich wieder einmal unterminiert
werden", resümiert Philipp Steuer.
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