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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
09.12.2009 (aktualisiert am 09.12.2009)

Geschichte des Vereins

1989
Am 23. November schließen sich Leipziger Umweltgruppen der Kirche und des Kulturbundes zu einem Verein zusammen. Der Ökolöwe arbeitet an den Runden Tischen beim Rat des Bezirkes und der Stadt mit. Im Januar 1990 bezieht der Ökolöwe seine eigenen Räume im Haus der Demokratie. "Einheitliches Handeln für Leipziger Umwelt. Bildung einer unabhängigen Umweltorganisation angeregt. Die Schaffung einer unabhängigen und wesentlich wirksameren Umweltorganisation war Hauptanliegen einer für den gestrigen Abend [...] einberufenen Versammlung." (Leipziger Volkszeitung (LVZ), 24.11.1989)

16.03.2009 (aktualisiert am 19.07.2011)

1990

 Im ersten Jahr erreicht der Ökolöwe gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Stop Cospuden ´90" das Ende vom Braunkohlenabbau im Tagebau Cospuden. So werden große Teile des südlichen Auwaldes gerettet. "Schlimmen Umweltfrevel endlich Einhalt gebieten. Mehr als 10.000 bei Marsch an die Lauer." (Sächsisches Tageblatt, 04.04.1990) "Der Rat des Bezirkes hat mit einem am 6. April gefassten Beschluss die Genehmigung zur Weiterführung des Tagebaus Cospuden ausgesetzt und verfügt, mit sofortiger Wirkung den Vorschnitt einzustellen." (LVZ, 10.04.1990)

1991
Gemeinsam mit dem ADFC erarbeitet der Ökolöwe eine Konzeption zur Verkehrsberuhigung. "Tempo 30 - das Rezept? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club Leipzig und der Ökolöwe präsentierten jetzt ein weitreichendes Konzept zur Verkehrsberuhigung in unserer Stadt, das Tempo 30 für alle Wohngebiete vorschreiben soll." (LVZ, 3.4.1991).

1992
Seit Anfang des Jahres ist der Ökolöwe Mitglied der GRÜNEN LIGA und damit anerkannter Naturschutzverein und Träger öffentlicher Belange. "Auszeichnung für Ökolöwen. Der Leipziger Umweltbund 'Ökolöwe' wurde für sein Bemühen um ein attraktives Nahverkehrsnetz auf der Internationalen Fahrradmesse in Köln mit dem Hauptpreis und 4.000 Mark ausgezeichnet." (Leipziger Morgenpost, 09.10.1992)

1993
Dass eine Abkehr von veralteten Energieträgern noch immer auf sich warten lässt, zeigt der Streit um Lippendorf. "Der Umweltbund - Ökolöwe Leipzig lehnt den geplanten Neubau des Kraftwerkes Lippendorf ab. [...] Weder in der Region noch in Sachsen, sagt der Umweltbund, sei Bedarf für die in Lippendorf vorgesehene Stromproduktion vorhanden. [...] Heuersdorf, Pödelwitz, Obertitz und die Schnauderaue würden dem Kohleabbau zum Opfer fallen." (LVZ, 17.05.1993)

 1994
Am 9. April eröffnen Ökolöwe und engagierte Anwohner mit einer gemeinsamen Pflanzaktion den Stadtgarten Connewitz. Die als Schulgarten angelegte Fläche wurde zu einem öffentlichen Schau- und Beratungsgarten umgestaltet. Er entwickelt sich schnell zu einem Anziehungspunkt und erhält 1996 den Umweltpreis der Kulturstiftung Leipzig und einen Sonderpreis des Sächsischen Landwirtschaftsministeriums.

1995
Beim Ökolöwen können Bürger beim Tauschring ihre Fähigkeiten und Talente zum gegenseitigen Nutzen tauschen. Die Arbeit wird nicht in Geld, sondern in der Währung "Batzen" vergütet. Gegen geplante Parkplätze im Hauptbahnhof leisten 23.000 ihre Unterschriften. "Tausende demonstrierten gegen Parkdeckpläne [und] forderten die Deutsche Bahn AG mit ihrer Unterschrift auf [...] im Hauptbahnhof keine sichtbaren Stellflächen für parkende Autos einzurichten." (LVZ, 09.10.1995)

1996
Die Themen Verkehrsplanung und Atomenergie beherrschen in diesem Jahr die Schlagzeilen. "Ökolöwen: Karl-Liebknecht-Straße soll Flaniermeile werden. Umgestaltungskonzept sieht weniger Fahrspuren, mehr Stellplätze und einen Radweg vor." (LVZ, 07.02.1996) "Zehn Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe: Vereine und Schüler gestalteten Aktionstag. [...] Mit brennenden Kerzen hielten Mitglieder vom Leipziger Ökolöwen auf dem Markt eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl ab." (LVZ, 27./28.04.1996)

1997
"Ökofete und Leipziger Umwelttage. Die Ökofete im Clara-Zetkin-Park hat bereits Tradition. [...] Erstmals in diesem Jahr werden die Stadt Leipzig und der Ökolöwe gemeinsam und zeitgleich auch zu den Leipziger Umwelttagen einladen." (Leipziger Amtsblatt, 21. Woche 1997) Mitte September wird von der Stadt auf der "Karli" ein einjähriges Verkehrsexperiment mit einspurigem Verkehr, Parkstreifen und Radwegen gestartet. Die Grundlage bildet dabei ein Konzept vom Ökolöwen.

 1998
Unsere Umweltbibliothek feiert den zehnten Geburtstag. Im Herbst wird das Raumordnungsverfahren zur Staatsstraße 46 begleitet. "Umweltschützer machen mit Straßenwalze mobil. Protest-Plakat gegen Pläne für neue S 46 aufgestellt. Riesige Straßenwalze rollt durch die Markkleeberger Weinteichsenke - eine Vision, die der Umweltbund Ökolöwe und die Bürgerinitiative Markkleeberg-Ost jetzt mit einem Plakat vor Ort buchstäblich an die Wand malten." (LVZ, 03.11.1998)

1999
"Rathaus und Ökolöwe starten Aktion 'Grün in die Gründerzeit'. [...] In Zusammenarbeit mit dem Ökolöwen und dem Pilotprojekt für behutsame Stadterneuerung werden Mietern, Eigentümern, Institutionen und Unternehmen in der Innenstadt zahlreiche Möglichkeiten angeboten, ihr Quartier grüner zu machen." (LVZ, 29.09.1999) "Zehn Jahre brüllen sie schon, die Leipziger Ökolöwen. Größter Erfolg des Umweltbundes war wenige Monate nach seiner Gründung die Stillegung des Tagebaus Cospuden. [...] Heute wirkt der Verein als anerkannter Partner in vielen Gremien mit." (LVZ, 18.11.1999)

2000
"Ökolöwe kritisiert: Stadt schenkt Porsche Millionen. [...] Stein des Anstoßes sind die Maßnahmen, mit denen der Stuttgarter Automobil-Konzern seine Eingriffe in Natur und Landschaft kompensieren will. Nach Darstellung der Ökolöwen will die Stadt dem Autobauer rund 60 Prozent der Ersatz-Pflanzungen erlassen." (LVZ, 23.05.2000)

2001
Neben der Aktion zum Schutz gebäudebewohnender Tierarten startet der Ökolöwe die Kampagne "Essen mit Stil". Zudem macht der Bundesumweltminister in Leipzig Station. - "Über umweltgerechte Verkehrspolitik werden am Wochenende in Leipzig Vertreter von Bürgerinitiativen und Verkehrsplaner aus dem gesamten Bundesgebiet diskutieren. Zum Beginn der Veranstaltung wird auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin aufs Fahrrad steigen und das traditionelle Frühlingsanradeln rund um den Leipziger Promenadenring anführen." (LVZ, 27.04.2001)

 2002
Beherrschendes Thema ist die von der Talsperrenmeisterei geplante Fällung sämtlicher Bäume auf allen Deichen im Leipziger Stadtgebiet. Dies soll als Hochwasserschutzmaßnahme dienen, geschieht aber völlig übereilt und ohne Vorliegen weitergehender Planungen. "Die Maßnahme verstößt gegen das Naturschutzrecht, so der Ökolöwe. Auf einer Fläche von 30 Hektar würden 3.500 Bäume dem Kahlschlag zum Opfer fallen." (LVZ, 21.12.2002)

2003
Nach verschiedenen Protestaktionen und Demonstrationen durch die Innenstadt bringt eine Klage den gewünschten Erfolg - die Fällaktionen müssen aufhören. "Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat gestern die geplanten Baumfällungen auf den Leipziger Deichen im Eilverfahren gestoppt. Die Richter gaben einer Beschwerde des Ökolöwen statt." (LVZ, 24.01.2003)

2004
Werbung zu gesundem Schulfrühstück wird durch unser Projekt "Essen mit Stil" durchgeführt, der Ausbau der südlichen Landebahn des Leipziger Flughafens wird mit einer Stellungnahme und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. "Ökolöwe warnt vor 'Öko-Dumping'. [...] Im Unterschied zu den Städten Leipzig und Schkeuditz lehnt er das Vorhaben [des Landebahnbaus] rundheraus ab." (LVZ, Februar 2004)

2005
Der Ausbau der Jahnallee und die Durchführung des Konzepts "Grüne Tore" beherrschen das Jahr 2005. Allein für die Idee "Grüne Tore" erhält der Ökolöwe den Leipziger Agendapreis 2004 und auch Bürgermeister Holger Tschense macht sich dafür stark: "Es gibt viele Möglichkeiten, Fußball und Sport umweltgerechter zu betreiben. Deshalb wollen wir es fördern, wenn Flächen entsiegelt, Solarstrom genutzt oder Abfälle vermieden werden." (LVZ, 13.06.2005) Der Streit um den Ausbau der Jahnallee kann Ende des Jahres außergerichtlich beigelegt werden. Dabei verpflichtet sich die Stadt zur "Pflanzung von 115 Bäumen als Ausgleich zur Bodenversieglung. [...] Weitere 35 Bäume sollen im Rahmen der Aktion "Green Goal" verpflanzt werden." (LVZ, 23.12.2005) Im Gegenzug zieht der Ökolöwe seine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück.

 2006
Das Aus für die Staatsstraße 46 und die ersten Ergebnisse des Projektes "Grüne Tore" sind die Erfolge des Jahres. "Unser jahrelanger Kampf um den Erhalt der Weinteichsenke hat Früchte getragen", meint Philipp Steuer, Geschäftsführer des Ökolöwen. (LVZ, 08.02.2006) "Ökolöwe schießt Grüne Tore" betitelt die LVZ am 31.05.2006 einen Artikel. Darin werden das Engagement des Ökolöwen herausgestellt und die Perspektiven des Pilotprojektes genannt: "Unter dem Titel 'Sonnenklar! - Klimaschutz im Sport' sollen bis 2008 mindestens 60 weitere Vereine einen kostenlosen Öko-Check und Empfehlungen für umweltfreundliche Maßnahmen erhalten", kündigt Stephan Bär vom Landessportbund an.

2007
Endlich wird auf Initiative des Ökolöwen die Klima-Allianz Leipzig gegründet. Das Presseecho und die Reaktionen der Leipziger Vereine sind sehr positiv. Die LVZ vom 23.11.2007: " 'Nach uns die Sintflut stimmt nicht mehr. Es könnte sein, dass sie viel eher kommt', sagte Pfarrer Christian Führer, der sich im Namen seiner Nikolaigemeinde gestern spontan der Klima-Allianz Leipzig anschloss."

2008

Wir wehren uns - bis hin zur Klage - gegen Fluglärm und schließen zwei unserer Projekte erfolgreich ab: Unser Kompost-Projekt findet Zuspruch bei 108 Vereinen, zahlreiche Transporte von Bioabfall können durch Eigenkompostierung vermieden werden. Durch die Maßnahmen von "sonnenklar – Klimaschutz im Sport" können 60.000 Euro und 200t CO2 im Jahr eingespart werden. Mit unseren vielfältigen Erfahrungs- und Bildungsangeboten erreichen wir rund 3000 Kinder inmitten der Natur.

2009

Das Jahr unseres 20jährigen Jubiläums: Der Ökolöwe feiert 20 Jahre Idealismus und erfolgreiche Arbeit. Mit dem Projekt "Streuobstwiese Leutzsch" werden wir Preisträger im MUNA-Wettbewerb von ZDF und DBU: Statt einem geplanten Parkplatz pflanzen wir zusammen mit LeipzigerInnen eine neue Streuobstwiese mitten in der Stadt mit über 30 Obstbäume alter regionaler Sorten sowie fast 80 Sträuchern. Mit den Bildungsprojekten "Die Müllpiloten" und "Kinder entdecken die Landwirtschaft und ihre Produkte" werden wir Doppel-Preisträger im Projekt "1000x1000" des dm - Drogerie Markt und der deutschen UNESCO-Kommission. Gemeinsam mit BürgerInneninitiativen und anderen Umweltschutzvereinen können wir ein geplantes Luxus-Hotel am Cospudener See verhindern und ein wertvolles Naturareal mit großer, seltener Artenvielfalt vor der Zerstörung bewahren.

2010

In Sachen Urban Gardening beleben wir im Februar die Kampagne "Leipzig soll blühen" neu und verschicken 1260 Samentütchen mit heimischen Wildblumen- und Wildgräsersamen. Blühende Verkehrsinseln, Straßenränder, Gärten und Balkone sollen bedrohten Insekten wieder Nahrung bieten und auf die blüharme Landschaft sowie auf die Nahrungsnot heimischer Insekten aufmerksam machen. In Schulen und Kindergärten legen die StadtgärtnerInnen mit den Kleinen Blühflächen an. Im Mai gibt der Ökolöwe seine Stellungnahme zur Erklärung der Schiffbarkeit auf dem Kurs 1 des Touristischen Gewässerverbundes an die Landesdirektion Leipzig, in der eine generelle Schiffbarkeitserklärung der Route für Motorboote abgelehnt wird. Wir fordern: "Keine Motorboote auf dem Floßgraben". Mit "Mach's leiser - Mitwirken bei der Lärmaktionsplanung in Leipzig" starten wir als Beitrag zur städtischen Lärmaktionsplanung ein Projekt, bei dem Anwohner aus dem Leipziger Norden in Workshops Maßnahmen für einen stadtgerechten Verkehr in ihren Vierteln erarbeiten. Gefördert wird "Mach's leiser" durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt. Ende des Jahres wird klar, dass die geplante städtische Förderung in puncto Umweltschutz und -bildung für 2011 miserabel aussieht. Das Naturkundemuseum und unser Bildungsprojekt Stadtgarten stehen kurz vor der Schließung, die Vereinsförderung soll massiv um bis zu 70 % gekürzt werden. Mit einem offenen Brief und der Kampagne "Lila Kühe" starten wir Protestaktionen und sammeln Unterschriften gegen die Kürzungen. Die allgemeinen Kürzungen für Vereine im Umweltschutzbereich konnten wir (vorerst) erfolgreich abwenden! Wir gewinnen 2010 den Agenda-Preis für unser Projekt "kunZstoffe". Außerdem werden wir als aktivstes Team der Stadt Leipzig beim bundesweiten "Stadtradel"-Wettbewerb mit einer Auszeichnung in Gold geehrt.

 

 

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