>> S 46 / Weinteichsenke
09.03.2009 (aktualisiert am 00.00.0000)
Das Regierungspräsidium steuert in eine Sackgasse (7. November 2006)
Der LVZ vom heutigen Dienstag war zu entnehmen, dass das
Regierungspräsidium Leipzig unbeirrt am Bau der Staatsstraße 46 durch
die Weinteichsenke festhält, um die Bewohner der Siedlung "Goldene
Höhe" in Markkleeberg-Ost vom Verkehrslärm zu befreien. Wir
unterstützen nachdrücklich den Wunsch der Einwohner nach Ruhe. Die
jetzige Verkehrssituation birgt für die Bewohner hohe Unfallrisiken und
der Lärmpegel ist eindeutig gesundheitsschädigend. An dieser Stelle sei
aber zum wiederholten Male darauf verwiesen, dass nicht ein Neubau der
S 46 die Lösung ist – dieser ist und bleibt verkehrspolitisch
überflüssig und naturschutzfachlich stark bedenklich.
Der Neubau der S 46 würde nur 200 bis 300 Meter hinter der Siedlung
verlaufen. Ob somit die lärmgeplagten Anwohner wirklich entlastet
würden, ist daher mehr als zweifelhaft. Dazu kommt, dass die Siedlung
zunehmend als Parkplatz für Seenbesucher genutzt werden dürfte und
daher mit neuer Straße auch zusätzlich Verkehr anzieht. Zudem wird die
S 46 (neu) weiteren Verkehr z.B. in die südliche Bornaische Straße
ziehen, was den angedachten Entlastungseffekt wieder zunichte machen
würde. Uns liegen weiterhin umfangreiche Daten über seltene und
besonders geschützte Arten vor, die bei einer S 46-Querung der
Weinteichsenke betroffen sein werden.
Bei diesem höchst zweifelhaften Nutzen der neuen Straße halten wir die
Zerstörung der Weinteichsenke und damit die Zerstörung des Lebensraums
vieler seltener Arten für unverhältnismäßig und werden dagegen mit
allen uns gegebenen Mitteln vorgehen. Auch viele Anwohner würden nach
unserem Eindruck gern auf die neue Straße verzichten und die
Weinteichsenke als Naherholungsgebiet erhalten, wenn sich die
Durchgangsstraße auch anders beruhigen ließe.
Wir fordern daher wiederholt unverzüglich schärfere
Verkehrsrestriktionen, um die Siedlung vom überbordenden Verkehr zu
entlasten. Die Autobahn 38 hat die Situation bereits entschärft, wie
auch die kommende Verkehrsuntersuchung durch das sächsische
Wirtschaftsministerium belegen wird. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur
eine Verkehrszählung durchzuführen, sondern folgende Sofortmaßnahmen
umzusetzen:
- Verkehrsleitung weg von der S 46 zur fertiggestellten A 38
- Durchfahrverbot für alle LKW; Einfahrt nur für LKW, die Ziele in der Siedlung ansteuern
- Einrichtung einer Tempo-30-Zone mit Straßenschwellen, dazu Radarkontrollen
- Komplettes Parkverbot in der Siedlung, ausgenommen Anwohner und ihre Gäste
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen können schnelle Entlastungseffekte
erreicht und das Geld des Neubaus der S 46 eingespart werden.
Matthias Uhlig
Enrico Vlach
Umweltpolitischer Sprecher
Tel. 0341-3065-370
Mail: machsleiser[at]oekoloewe.de