Vorab: Dieser Klimaschutztipp ist einfach umsetzbar, man muss sich nicht in Gruppen zusammenschließen und auf Entscheidungsträger einwirken, der Vollzug erfolgt vielmehr durch individuelle Entscheidung täglich im Supermarkt und in der Kantine.
Die Landwirtschaft verursacht laut FAO weltweit ca. 18 % der Treibhausgasemissionen. Dabei geht es nicht nur um Kohlendioxid, das etwa bei der Produktion von Düngemitteln anfällt oder bei der Bearbeitung des Bodens aus diesem entweicht, sondern auch um Lachgas, das durch Stickstoffeintrag auf die Böden entsteht und Methan, das aus den Rindermägen entweicht. Und da sind wir schon beim Thema: Tierisches Eiweiß wird energie- und klimagasintensiv hergestellt. Beispielsweise setzt die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch in der konventionellen Landwirtschaft nach einem Arbeitspapier des Ökoinstitut aus dem Jahre 2007 mehr als 13 kg CO2-Äquivalente frei. Um ein Kilogramm
Fleisch herzustellen, benötigt man etwa 10 kg Pflanzen, die man durch landwirtschaftliche Produktion gewinnen muss. Direkt die pflanzlichen Kalorien zu nutzen, verursacht daher nur einen Bruchteil der Treibhausgasemissionen wie der Umweg über das Fleisch.
Leider haben auch Milchprodukte keine so gute Klimabilanz. Ein Kilogramm Butter schlägt mit etwa 22 kg CO2-Äquivalenten zu Buche, bei Käse sind es 8 kg und bei einem Kilo Eiern knapp 2 kg. Man muss ja nicht gleich zur Veganerin werden, aber die Zukunft gehört dem Sonntagsbraten und nicht dem täglichen Schnitzel. Und wenn das sonntägliche Fleisch noch dazu aus ökologischer Erzeugung stammt, fallen etwas weniger schädliche Gase an, denn der Bio-Landbau setzt z.B. keine mineralischen Stickstoffdünger ein. Schweden ist das erste Land in Europa, das eine Klima-Kennzeichnung für Lebensmittel eingeführt hat. Da kann der Verbraucher beim Einkauf gleich erkennen, mit wie viel Treibhausgasemissionen sein Produkt zu Buche schlägt. Das wäre doch auch was für Deutschland, oder?
Ein geringerer Fleischkonsum hat aber auch noch andere Klimaschutzeffekte: Heutzutage werden Europas konventionell gehaltene Tiere zu einem wesentlichen Teil mit Sojamehl aus Argentinien gefüttert. Dafür müssen dort Naturwälder dran glauben. Laut Schätzungen entstehen durch Abholzung 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, vom Verlust an Biodiversität ganz zu schweigen. Verschmutzung von Wasser und Boden und Gentechnikeinsatz auf den Sojafeldern in Argentinien kommen noch hinzu. Wir müssen uns auch der Vorbildwirkung unseres Lebensstils für wohlhabendere Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern bewusst sein: In den Industrieländern beträgt der Fleischkonsum im Durchschnitt ca. 90 kg pro Kopf und Jahr. Das Beispiel der Industriestaaten dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, dass laut einer Studie der österreichischen Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen beispielsweise in Ostasien der Verbrauch von Fleisch innerhalb von 20 Jahren von 12 kg Ende der 70er auf 40 kg Ende der 90er Jahre angestiegen ist!
Wenn man tierisches Eiweiß durch pflanzliches, z.B. aus Hülsenfrüchten oder Nüssen ersetzt, tut man ganz nebenbei sogar noch etwas für die Gesundheit. Durchschnittlich 1,7 kg Fleisch in Industrieländern in der Woche können ja nicht gesund sein. Welche Kosten man im Gesundheitswesen für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs sparen könnte! Nicht zu vergessen die Vorteile des guten Gewissens gegenüber unseren Mitgeschöpfen und sogar gegenüber den nicht so Bevorzugten Erdenbewohnern. Bis zum Jahr 2050 wird die Erdbevölkerung auf 9 Milliarden Menschen ansteigen. Braucht man dann große Flächen für die Deckung "fleischlicher Gelüste" der Reicheren dieser Welt, dürfte es knapp werden mit der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Dies hätte Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise und es ist wahrscheinlich, dass weitere Naturwälder in Felder umgewandelt werden.
Mit dem Aufruf "Esst mehr Hülsenfrüchte" hängt auch die Aufforderung "Kauft weniger Lederschuhe!" zusammen, weil das Leder für die Schuhe oft von Rindern stammt, die im ehemaligen Amazonas-Regenwald grasen. Außerdem möchte man noch anfügen: "Fahrt weniger Auto!", "Fliegt weniger bis gar nicht!", "Googelt weniger, Forestlet mehr!", "Investiert Euer Geld in Nachhaltige Geldanlagen!" oder "Mischt Euch ein!", aber das sind schon wieder Themen für andere Tipps zum Klimaschutz!
Dieser Tipp wurde eingesandt von G. Ludwig.
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