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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
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18.02.2010 (aktualisiert am 19.02.2010)

Tipp 6: Esst mehr Hülsenfrüchte!

Vorab: Dieser Klimaschutztipp ist einfach umsetzbar, man muss sich nicht in Gruppen zusammenschließen und auf Entscheidungsträger einwirken, der Vollzug erfolgt vielmehr durch individuelle Entscheidung täglich im Supermarkt und in der Kantine.

Die Landwirtschaft verursacht laut FAO weltweit ca. 18 % der Treibhausgasemissionen. Dabei geht es nicht nur um Kohlendioxid, das etwa bei der Produktion von Düngemitteln anfällt oder bei der Bearbeitung des Bodens aus diesem entweicht, sondern auch um Lachgas, das durch Stickstoffeintrag auf die Böden entsteht und Methan, das aus den Rindermägen entweicht. Und da sind wir schon beim Thema: Tierisches Eiweiß wird energie- und klimagasintensiv hergestellt. Beispielsweise setzt die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch in der konventionellen Landwirtschaft nach einem Arbeitspapier des Ökoinstitut aus dem Jahre 2007 mehr als 13 kg CO2-Äquivalente frei. Um ein Kilogramm
Fleisch herzustellen, benötigt man etwa 10 kg Pflanzen, die man durch landwirtschaftliche Produktion gewinnen muss. Direkt die pflanzlichen Kalorien zu nutzen, verursacht daher nur einen Bruchteil der Treibhausgasemissionen wie der Umweg über das Fleisch.

Leider haben auch Milchprodukte keine so gute Klimabilanz. Ein Kilogramm Butter schlägt mit etwa 22 kg CO2-Äquivalenten zu Buche, bei Käse sind es 8 kg und bei einem Kilo Eiern knapp 2 kg. Man muss ja nicht gleich zur Veganerin werden, aber die Zukunft gehört dem Sonntagsbraten und nicht dem täglichen Schnitzel. Und wenn das sonntägliche Fleisch noch dazu aus ökologischer Erzeugung stammt, fallen etwas weniger schädliche Gase an, denn der Bio-Landbau setzt z.B. keine mineralischen Stickstoffdünger ein. Schweden ist das erste Land in Europa, das eine Klima-Kennzeichnung für Lebensmittel eingeführt hat. Da kann der Verbraucher beim Einkauf gleich erkennen, mit wie viel Treibhausgasemissionen sein Produkt zu Buche schlägt. Das wäre doch auch was für Deutschland, oder?

Ein geringerer Fleischkonsum hat aber auch noch andere Klimaschutzeffekte: Heutzutage werden Europas konventionell gehaltene Tiere zu einem wesentlichen Teil mit Sojamehl aus Argentinien gefüttert. Dafür müssen dort Naturwälder dran glauben. Laut Schätzungen entstehen durch Abholzung 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, vom Verlust an Biodiversität ganz zu schweigen. Verschmutzung von Wasser und Boden und Gentechnikeinsatz auf den Sojafeldern in Argentinien kommen noch hinzu. Wir müssen uns auch der Vorbildwirkung unseres Lebensstils für wohlhabendere Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern bewusst sein: In den Industrieländern beträgt der Fleischkonsum im Durchschnitt ca. 90 kg pro Kopf und Jahr. Das Beispiel der Industriestaaten dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, dass laut einer Studie der österreichischen Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen beispielsweise in Ostasien der Verbrauch von Fleisch innerhalb von 20 Jahren von 12 kg Ende der 70er auf 40 kg Ende der 90er Jahre angestiegen ist!

Wenn man tierisches Eiweiß durch pflanzliches, z.B. aus Hülsenfrüchten oder Nüssen ersetzt, tut man ganz nebenbei sogar noch etwas für die Gesundheit. Durchschnittlich 1,7 kg Fleisch in Industrieländern in der Woche können ja nicht gesund sein. Welche Kosten man im Gesundheitswesen für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs sparen könnte! Nicht zu vergessen die Vorteile des guten Gewissens gegenüber unseren Mitgeschöpfen und sogar gegenüber den nicht so Bevorzugten Erdenbewohnern. Bis zum Jahr 2050 wird die Erdbevölkerung auf 9 Milliarden Menschen ansteigen. Braucht man dann große Flächen für die Deckung "fleischlicher Gelüste" der Reicheren dieser Welt, dürfte es knapp werden mit der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Dies hätte Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise und es ist wahrscheinlich, dass weitere Naturwälder in Felder umgewandelt werden.

Mit dem Aufruf "Esst mehr Hülsenfrüchte" hängt auch die Aufforderung "Kauft weniger Lederschuhe!" zusammen, weil das Leder für die Schuhe oft von Rindern stammt, die im ehemaligen Amazonas-Regenwald grasen. Außerdem möchte man noch anfügen: "Fahrt weniger Auto!", "Fliegt weniger bis gar nicht!", "Googelt weniger, Forestlet mehr!", "Investiert Euer Geld in Nachhaltige Geldanlagen!" oder "Mischt Euch ein!", aber das sind schon wieder Themen für andere Tipps zum Klimaschutz!

Dieser Tipp wurde eingesandt von G. Ludwig.


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15.02.2010 (aktualisiert am 26.05.2010)

Tipp 5: Rad, Bahn und Bus statt Autofrust

Als Verfechter ökologischer Mobilität liegt uns dieser Tipp besonders am Herzen. Jeder, der gelegentlich oder gänzlich aufs Auto verzichten kann - und das sind mit Ausnahme einiger Pendler (u.a.) sicher eine ganze Menge Leute - sollte sein Vehikel öfter mal stehen lassen oder komplett darauf verzichten. Für kurze Strecken kann man auf das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, für längere Strecken in Deutschland und darüber hinaus sollten die Angebot der Bahn oder anderer Zugreiseanbieter eingeholt werden. Dass das möglich sein sollte, besagt folgende Erhebung des Bundesumweltministeriums: Ein Drittel aller Privatfahrten haben eine Entfernung von unter drei Kilometern.

Die Menge an eingespartem Kohlendioxid schwanken - bei realistischen Annahmen - je nach gefahrenen Kilometern, Fahrzeugtyp etc. zwischen 200 und 800 Kilogramm im Jahr. Und Geld sparen lässt sich damit ebenfalls. Gut, das Ticket für die Bahn oder den ÖPNV kostest natürlich auch, aber nachhaltiger ist es allemal. 

Wer trotzdem nicht aufs Auto verzichten kann, sollte immerhin dafür Sorgen tragen, sich ein benzinsparendes und abgasarmes Fahrzeug zuzulegen, dass die neuesten Normen erfüllt. Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten auch Fahrgemeinschaften oder Auto-Teilen (carsharing). Letzteres gibt es hier: www.teilauto.net

Dazu erreichte uns auch folgender Tipp von S. Klemmberg:

Radfahren, Radfahren, Radfahren ...

In Leipzig kann man hervorragend Radfahren. Schnell ist man an jedem Ort in der Stadt und kann seine Dinge erledigen. Gemeinsames Radfahren macht Spass - so viele LeipzigerInnen fahren Rad! Wir alle sparen Treibstoff, schonen die Umwelt und halten UNS fit! Günstiger kann man sich und die Umwelt nicht gesundhalten. Mitradeln! Auto stehen lassen - ach: einfach verkaufen! Zur Not gibt es auch TeilAuto.

ABER: Die Stadt braucht mehr Radwege, mehr Abstellmöglichkeiten!

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02.02.2010

Tipp 4: Regional und Bio einkaufen

Kartoffeln aus Ägypten, Äpfel aus Chile oder Neuseeland, Birnen und Pflaumen aus Argentinien, Tomaten aus Kanada, Butter aus Dänemark. Die Liste liese sich beliebig erweitern. Was all diese Produkte gemeinsam haben, dürfte jedem einleuchten: sinnlose und lange Transportwege, da sie sämtlich auch regional oder zumindest in Deutschland erzeugt werden. Am besten wäre es natürlich, fast alle Lebensmittel und andere Sachen Bio und regional einzukaufen. Beim Bioanbau wird nur etwa die Hälfte der Energie wie bei der Herstellung konventioneller Produkte benötigt. Lange Transportwege von Lebensmitteln, die auch hier erzeugt werden, lassen zudem völlig überflüssige Emissionen entstehen. Ein Beispiel: Eine Spargelmahlzeit mit  100 Gramm importiertem chilenischen Spargel verursacht 1,7 Kilogramm Kohlendioxid. Nimmt man hingegen regionale Gewächse, so entstehen nur 60 Gramm CO2.

Da es nicht alle Lebensmittel zu jeder Jahreszeit gibt, sollte man seinen Konsum den saisonalen Gegebenheiten anpassen. Das bedeutet hin und wieder auch einmal zu verzichten. Die regionale Produktvielfalt ist trotzdem reichhaltig und abwechslungsreich. Überzeugen kann man sich davon im Bioeinkaufsführer Sachsen: www.bioeinkauf-sachsen.de 

 

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28.01.2010

Tipp 3: Ökostrom unbedingt - aber nicht jeder Anbieter

Wer etwas fürs Klima tun will, kommt um diesen Tipp genau so wenig herum, wie um die vorangegangenen. Laut Greenpeace kann ein 4-Personen-Haushalt, der 4.300 kWh Strom im Jahr verbraucht, durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter 2,5 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Ein 1-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 1.700 kWh Strom jährlich würde durch einen Wechsel immerhin noch eine Tonne Kohlendioxid weniger freisetzen. Um wirklich Nachhaltigkeit zu erzielen, sollte man aber nicht zu jedem Ökostromanbieter wechseln, hinter welchen sich oft genug die großen Energieversorger verbergen, die auch auf Atom- und Kohlestrom setzen. Unabhängige Anbieter und weitere Infos findet ihr hier: www.atomausstieg-selber-machen.de 

 

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25.01.2010

Tipp 2: Kein Schwein ist gut fürs Klima.

51, in Worten: einundfünzig. Und zwar Prozent. So hoch ist laut World Watch Institut der Anteil der Massenhierhaltung an der Verusachung von klimaschädlichen Gasen. Weniger oder gar kein Konsum von Fleisch und Fisch ist aber nicht nur gut fürs Klima, sondern entzieht auch der wenig nachhaltigen konventionellen Viehzucht oder dem industriellen Fischfang die Grundlage. Und 88,7 Kilogramm Fleisch und Fisch, die der Durchschnittsdeutsche so im Jahr verzehrt, sind ohnehin nicht gut für die Gesundheit.

Übrigens: Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch verursacht soviel Kohlendioxid wie 250 Kilometer Autofahren. Und Vegetarier verbrauchen jährlich im Schnitt über 800 Kilogramm Kohlendioxid weniger als Fleischesser.

Deswegen müssen nicht alle gleich zu Vegetariern werden. Für den Anfang gilt auch: weniger (Fleisch) ist mehr.

 


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