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Wohnen und Mobilität in Leipzig
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig führt derzeit eine Feldstudie durch, um den wechselseitigen Einfluss von Wohnstandortwahl und Mobilitätsverhalten zu untersuchen. Die anonyme Befragung richtet sich an Leute, die umziehen möchten oder vor kurzem umgezogen sind und dauert ca. 13 Minuten. Zur Umfrage geht es hier .
Mehr Bügel braucht die Stadt!
Der Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V. unterstützt den von der SPD Fraktion eingebrachten Antrag für mehr Fahrradstellplätze in Leipzig, vor allem am Leipziger Hauptbahnhof, in der Innenstadt, an wichtigen öffentlichen Einrichtungen und Knotenpunkten des ÖPNV. Nicht erst seit der Debatte um Klimawandel und Feinstaub..
..ist das Fahrrad eines der wichtigsten Verkehrsmittel in
Leipzig.
Wie erfolgreich die Förderung des
Fahrradverkehrs sein kann, zeigt das Beispiel von Freiburg im
Breisgau. Bereits 1999 wurde das mobile: Zentrum für
umweltverträgliche Mobilität eröffnet. Das Projekt ist so
erfolgreich, dass es weit über städtische und nationale Grenzen
hinaus bekannt ist. Das mobile vereint ein Informationszentrum
(RadInfoZentrum (Riz)), ein Fahrradzentrum und verschiedene
Dienstleistungen unter einem Dach. Im Fahrradzentrum stehen neben
einem bewachten Fahrradparkhaus und -verleih eine
Reparaturwerkstatt und ein Fahrradgeschäft zur Verfügung. Neben der
Konzentration von Dienstleistungen rund ums Fahrrad werden
verschiedene Verkehrsmittel und Dienstleister miteinander verknüpft:
Carsharing, Fahrrad, ÖPNV, DB und Taxi.
In Leipzig spricht nichts dagegen, es den Freiburgern gleichzutun. Der Hauptbahnhof als regionaler und überregionaler Mobilitätsknotenpunkt ist als Standort für ein Leipziger Mobilitätszentrum prädestiniert. Umso mehr, da mit der Eröffnung des City Tunnels die Zahl der Nutzer weiter steigen wird. Deshalb regen wir als regionaler Umweltschutzverein an, über den Antrag der SPD Fraktion hinaus dafür Sorge zu tragen, dass am Hauptbahnhof ein Mobilitätszentrum ähnlich dem in Freiburg entsteht. Ziel ist es, einen Knotenpunkt zu schaffen, der die einzelnen Verkehrsmittel optimal miteinander verknüpft. Denn optimale Bedingungen für Nahverkehr und Fahrradfahrer bescheren Leipzig ein Mehr an Lebensqualität. Die bedeutet im Zeitalter der Standortkonkurrenz von Städten vor allem eins: eine größere wirtschaftliche Anziehungskraft.
Für die Einrichtung von ausreichend Abstellplätzen am Hauptbahnhof als kurzfristige Maßnahme gibt es mindestens 5 gute Gründe:
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Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel, es entstehen weder Lärm noch Abgase.
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Fahrräder brauchen für das Abstellen relativ wenig Raum. Auf einer Länge von vier Metern (entspricht einem VW Golf) können drei Leipziger Bügel für sechs Fahrräder angebracht werden. Fahrradstellplätze sind somit im Vergleich zu PKW-Parkmöglichkeiten wesentlich günstiger und weniger platzintensiv. Große und teure Neubauten wie im Falle des neuen Parkhauses am Zoo sind überflüssig.
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Fahrradfahrer bringen Kaufkraft in die Innenstadt. Wer optimale Bedingungen für sie schafft, bindet Kaufkraft.
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Schlecht abgestellte Fahrräder werden von Passanten als „Incivilities“ oder störende Eigenschaften des öffentlichen Raumes wahrgenommen. Sie sind nicht nur Hindernis und Ärgernis zugleich, sondern geben Anwesenden das Gefühl sich an einem vernachlässigten Ort zu befinden. Ausreichende Stellmöglichkeiten für Fahrräder, die wildes Abstellen verhindern, führen im Gegenteil zu einer deutlichen Aufwertung des Bahnhofumfeldes. Erst recht, wenn die Stellplätze in Form eines Fahrradparkhauses architektonisch hochwertig gestaltet werden.
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Intelligente Verkehrssysteme zeichnen sich durch eine intelligente Verknüpfung aus. Der Hauptbahnhof ist der bedeutendste Knotenpunkt des ÖPNV in Leipzig mit überregionaler Ausstrahlung. Mit der Eröffnung des City Tunnel wird seine Bedeutung noch steigen. Um so wichtiger ist es, dass Nutzern der Umstieg vom ÖPNV (z.B. der S-Bahn) auf das Fahrrad erleichtert wird. So können Pendler aus Halle die S-Bahn nutzen und leicht und bequem mit dem Fahrrad weiterfahren. Mobilitätsketten von Ort zu Ort werden erleichtert, der Nahverkehr wird attraktiver, während eine Fahrt mit dem eigenen Auto überflüssig wird.
Übrigens kann man Leipzig-Bügel beim Verkehrs- und Tiefbauamt formlos beantragen. Allerdings muss der Antragsteller pro Bügel 135 € zahlen! Die Kommune trägt alle weiteren Einbau- und Folgekosten.
Der Antrag geht an das: Verkehrs- und Tiefbauamt, Frau Dietrich (Telefon 123-7621) Abteilung Verkehrsökologie und Radverkehr, Prager Str. 118-136, 04092 Leipzig
"Wir sind der Verkehr"
Offener Brief zur Fahrradsituation in Leipzig
In Leipzig gibt es noch viel zu tun, um die Situation für FahrradfahrerInnen zu verbessern. Am 28. Oktober 2009 übergab der StudenInnenrat deshalb einen Offenen Brief an den Stadtrat - gefüllt mit allgemeinen und konkreten Forderungen für ein fahrradfreundliches Leipzig. Denn: "Wir sind der Verkehr".
Welche Forderungen der StudenInnenrat stellt, erfahren Sie mit einem Klick auf seine Internetseite.
Der Oberbürgermeister antwortete im Dezember 2009 auf den Brief. Seine Antwort finden Sie am Ende des Artikels als PDF.
Nun ließ es sich der Stura nicht nehmen, seinerseits auf die Antwort des Oberbürgermeisters zu reagieren. Auch diesen Brief vom Januar 2010 finden Sie unten.
Änderung erwünscht.
Bundespräsident Horst Köhler wirbt für neue Mobilitätskultur
Bei seinem Grußwort im Rahmen der ADAC-Preisverleihung „Gelber Engel“ 2010 warb der Bundespräsident Horst Köhler für eine neue Mobilitätskultur.
Traditionell gab der ADAC die Ergebnisse der Wahl für das Auto des Jahres 2010 bekannt. Dem Anlass angemessen, immerhin handelt es sich beim Automobil um das liebste Kind der Deutschen, versammelten sich in München 400 hochrangige Gäste. Vielleicht hat sich der Veranstalter weniger kritische Worte gewünscht, doch Horst Köhler, bekannt dafür in seinen Reden nicht an Kritik zu sparen, fand auch diesmal deutliche Worte. Zwar lobte er die Arbeit des ADACs, doch, so Köhler, „reichen Reparaturen am Auto nicht aus. Mobilität, so wie wir sie heute praktizieren, ist nicht zukunftsfähig.“ Diese Aussage, gleich zu Beginn der Rede, wird bei dem ein oder anderen zu einigem Erstaunen geführt haben, doch der Bundespräsident wurde noch deutlicher.
Anders als ADAC-Präsident Peter Meyer, der die Autohersteller aufrief, sich noch stärker für die Umsetzung alternativer Antriebe zu engagieren, stellte Horst Köhler die Institution Auto in Frage. Denn „unser Planet würde es gar nicht aushalten, wenn die Menschen überall auf der Welt so viel im Auto durch die Gegend fahren würden, wie wir das hier bei uns tun.“ Dass wir auf Mobilität angewiesen sind, stellt Horst Köhler dabei nicht in Frage, aber er fragt zugleich nach einem nachhaltigen Konzept für die Zukunft?
Die Antworten darauf bleibt er nicht schuldig. In seiner Rede tauchen mehrere Schlagwörter auf, die mit der Alles-wie-bisher-Rhetorik von Vertretern aus Wirtschaft und Politik wenig zu tun haben. So fordert Horst Köhler „nicht nur Absichtserklärungen“, sondern den Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Denn der „gehört ins Zentrum unserer Mobilitätspolitik“. In der Stadt- und Regionalentwicklung sollte seiner Meinung nach darauf geachtet werden, „wie Wege verkürzt werden können, damit Verkehr gar nicht erst entsteht“.
Die Verzahnung verschiedener Verkehrsmittel, ob öffentlich oder privat, spielt ebenso eine Rolle wie die Frage „welches Verkehrsmittel bringt mich bei welcher Strecke am besten ans Ziel“? Als eine alternative Mobilitätsform, in der PKW eine Rolle spielen, sieht Horst Köhler das Carsharing an und verweist auf das Beispiel Car2Go aus Ulm, nicht ohne darauf aufmerksam zu machen, dass viele Nationen und Megastädte auf Konzepte warten, die von Deutschland entwickelt und exportiert werden können.
Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung, ein intelligentes Mobilitätsmanagement und alternative Mobilitätsformen, Horst Köhler hätte es bei den Vorschlägen belassen können. Aber er wäre nicht der Bundespräsident, wenn er nicht auch noch Kritik üben würde. Den Gastgeber ermahnt er, bei der Bewertung von Autos Umweltaspekten eine größere Rolle beizumessen. Schließlich kann der ADAC seine beinahe 16 Millionen Mitgliedern nicht nur beraten, sondern ebenso ihr (Kauf) Verhalten beeinflussen.
Der deutschen Autoindustrie stellt Köhler die Frage nach dem besten Auto: „Kommt nicht der Klimaschutz vor dem spritzigen Fahrgefühl?“, und spricht wenig später den „liebe(n) Spitzenvertreter(n) der Autoindustrie“ eine Warnung aus: Wer im 21. Jahrhundert mitbestimmen will, was Mobilität bedeutet, ist seinen Kunden voraus, „traut sich zu, das klimapolitisch für richtig und wichtig Erkannte in die Tat umzusetzen“ und wartet nicht, bis er von der Politik zu Schritten gezwungen wird.
Auch dem Autofahrervolk liest Horst Köhler die Leviten. Wir wissen nicht „auf wie viel Lebensqualität wir verzichten, nur weil wir an alten Gewohnheiten festhalten.“ Dass sich unser derzeitiges Mobilitätsverhalten nicht von heute auf morgen ändert, dessen ist sich der Bundespräsident bewusst, doch erwartet er „ein bisschen mehr Nachdenklichkeit“ im Umgang mit verschiedenen Verkehrsträgern.
In die Rede des Bundespräsidenten lässt sich viel interpretieren. Der ADAC sah sich aufgefordert, Autos mit geringerem Verbrauch zu unterstützen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) verwies im üblichen Abwehrreflex auf die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs in den letzten 15 Jahren. Viele alternative Mobilitätsdienstleister und Umweltschutzvereine sehen sich möglicherweise in ihrer Arbeit bestätigt. Das Interessante an der Rede jedoch ist die Deutlichkeit mit der der Frage nachgegangen wird, ob das Auto das Verkehrsmittel der Zukunft ist oder nicht. Die Debatte um den Klimawandel hat dazu geführt, dass es zu sehr auf den Ausstoß von CO2 beschränkt wurde. Horst Köhler verweist zu recht darauf, dass wir „unsere Freiheit eingeschränkt (haben), um die Freiheit zu gewinnen, spontan mit dem Auto losfahren zu können, wohin wir möchten.“ Ein gehöriges Sicherheitsrisiko für schwächere Verkehrsteilnehmer und vielfältige Umweltbelastungen sind nur zwei Nachteile des Systems Auto. Die Herausforderungen der Zukunft, sei es der Klimawandel, die Ballung von Menschen in Städten oder endliche Ressourcen, gebieten es, Mobilität vielfältiger und intelligenter zu gestalten, Ressourcen zu schonen sowie Mobilsein und Sicherheit miteinander zu verknüpfen. Die Verkehrsmittel der Zukunft zeichnen sich durch die Erfüllung dieser Grundlagen aus.
Wie wichtig das von Horst Köhler geforderte grundlegende Umdenken von Nöten ist, zeigt die Wahl des Autos des Jahres 2010. Das „Lieblingsauto der Deutschen“, die Mercedes E Klasse, mag ihre Reize haben, die Wende zu einer nachhaltigen Mobilität stellt sie nicht dar.
Das Auto ist als Virus gut
Dreiteiliges Gespräch mit dem Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Hermann Knoflacher
2009 führte Alexander John von der Klima-Allianz Leipzig ein Gespräch mit dem Wiener Verkehrsexperten Prof. Dr. Hermann Knoflacher darüber, wie das Auto das Wesen, die Handlungsweisen und sogar die Repdroduktionsfähigkeit der Menschen beeinflusst. Die ersten beiden Teile sind im Folgenden als PDF abrufbar, der dritte Teil wird in Kürze hinzugefügt.
Hier finden Sie die Interviews:
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ANSPRECHPARTNER
Enrico Vlach
Umweltpolitischer Sprecher
Tel. 0341-3065-370
(Erreichbarkeit: montags, mittwochs, donnerstags)
Manuel Emmelmann
Ökologische Mobilität
Tel. 0341-3065-185

