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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
28.04.2009 (aktualisiert am 23.11.2009)

Leipzig soll blühen

Leipzig soll blühen

Am 26. April 2009 startete der Ökolöwe die Aktion "Leipzig soll blühen". Es wurden zum Frühlingsfest im Stadtgarten Connewitz ca. 150 Faltblätter mit Samentüten ausgegeben. Mit dieser Kampagne soll auf die stark ausgeräumte Kulturlandschaft hingewiesen werden.

Unsere Insekten sind auf ein vielfältiges Blütenangebot angewiesen. Aber wo finden Insekten heute noch ihre Nahrung? In unseren Gärten, auf öffentlichen Plätzen, Wiesen und Äckern gibt es immer weniger Blühpflanzen.

Der Ökolöwe stellt sich der folgenden Aufgaben:

  • die Leipziger Bevölkerung über den heutigen Zustand der Kulturlandschaft zu informieren
  • Lebensräume für nektar- und pollensuchende Insekten zu schaffen
  • Projekte zu initiieren und Fördergelder dafür zu beantragen
  • Gespräche mit alle betroffenen Interessenverbänden zu führen
  • die Öffentlichkeit zu sensibilisieren
  • eine vielfältige blühende Landschaft zu gestalten, in denen sich Menschen und Tiere gleichermaßen wohlfühlen

 

Informationen zum Flyer

Die Flyer mit der Samentüte können Sie kostenlos beim Ökolöwen erhalten bzw. bestellen. Wenn Sie den Flyer per Post erhalten wollen, teilen Sie uns bitte telefonisch mit, wohin wir Ihr Päckchen senden sollen. Weiterführende Informationen zur Saatgutmischung finden Sie hier:

Schmetterlings- und Wildbienensaum

Verwendung
Etwas wärmeliebender Saum, z.B. entlang von Gebäuden und Wegen oder in wenig genutzten Parkflächen; optimal wäre eine Raum­tiefe von mindestens einem Meter.

Charakteristik
Überwiegend ausdauernde Arten, die als überaus wertvolle Bienen- und Schmetterlingsweiden bekannt sind. Bereits im ersten Jahr ist - bei termingerechter Ansaat - mit der Blüte einzelner Arten, z.B. Ackerrittersporn zu rechnen. Die Höhe des Saums wird nach vollständiger Entwicklung (nach ca. 3 Jahren) etwa 60-80 cm betragen; darüber hinaus ragen einzelne besonders attraktive Arten.

Pflege
Nach erfolgter Bestandsentwicklung mit entsprechender Pflege genügt eine einmalige Mahd im Spätherbst, oder noch besser im Frühjahr. Einige Pflanzenarten sind attraktive Wintersteher, die in ihren hohlen Stängeln Winterquartiere für allerlei Insekten bereit stellen und deren Samenstände gerne von Futter suchenden Vögeln aufgesucht werden.



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Unsere Stadt Leipzig soll blühen!

Zeigt uns auf zwei Fotos, wo eure Blühsteifen die Landschaft verschönern! Schreibt uns ein paar Sätze dazu, warum ihr an dieser Stelle ausgesät und was ihr beobachtet habt.

Wer kann alles mitmachen?

Ihr könnt allein mitmachen oder als Gruppe (Klassen, Kindergärten, Freundeskreise, Vereine..)

Wo kann ich meine Bilder einsenden?

Schickt uns eure Bilder bitte per E-Mail, damit die Bilder schnell erfasst und in unsere Homepage eingearbeitet werden können.



05.05.2009 (aktualisiert am 31.10.2009)

Informationen zur heutigen Situation in der Kulturlandschaft

 Die Kulturlandschaft beträgt 49,3 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands. Die moderne Landwirtschaft wird seit den 1950er Jahren als Hauptverursacher für den Rückgang der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt angesehen. Als Hauptgründe für den Artenschwund werden vor allem die modernen Bewirtschaftungsmethoden genannt. So sind es z.B. die Vergrößerung der Bewirtschaftungseinheiten, die zunehmenden Eingriffe in die Bodenqualität und den Wasserhaushalt, die Veränderung von Nährstoffbilanzen und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln auf den intensiv bewirtschafteten Flächen.

Auf den großen Ackerflächen gibt es nur wenige Habitate für wenige Arten. Die meisten Tier- und Pflanzenarten können sich den Lebensbedingungen, die auf den großflächigen Feldern vorherrschen, nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten anpassen. Durch die großräumige Nivellierung von Standortbedingungen findet ein Biodiversitätsverlust statt.

Es ist jedoch nicht zu vergessen, dass die Kulturlandschaft in Mitteleuropa durch ihren Reichtum an verschiedenen Strukturen wie Hecken, Gebüsche, Waldmäntel, Ackerbegleitfloren, Ruderalflächen, Weiden, Wiesen, Magerrasen und Heiden ursprünglich für einen Anstieg der Artenvielfalt verantwortlich war.

Bei vielen Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsregelung werden in der Kulturlandschaft vielfach Hecken, Streuobstwiesen oder Feldgehölze angelegt. Dies bedeutet jedoch in einer klassischen, offenen Kulturlandschaft nicht immer eine ökologische Aufwertung, sondern kann zu einem Verlust der Lebensräume für die Fauna des Offenlandes führen, besonders wenn eine starke Fragmentierung des Offenlandes durch intensive Gehölzanpflanzungen erfolgt. Zu den stark zurückgegangenen Begleitstrukturen in der Agrarlandschaft zählen z.B. Hecken und Feldgehölze, besonders aber die offenen und leicht zu beseitigenden Feldraine, Brachen und andere Flächen, die nicht zum wirtschaftlichen Ertrag beitragen und deren Erhaltung aus Sicht der Landnutzer daher von untergeordneter Bedeutung sind.

Um einen Erhalt der Artenvielfalt auf Dauer zu sichern, muss ein Mindestmaß an Begleitstrukturen vorhanden sein, die nicht der regelmäßigen Bewirtschaftung unterliegen.

Blühstreifen haben eine wichtige Funktion in der ausgeräumten Kulturlandschaft. Sie dienen als Lebensraum sowie Nahrungsgrundlage für viele Tierarten wie Spinnen, Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Feldvögel, Rebhühner und Hasen sowie viele andere Arten. So profitiert beispielsweise das Tagfauenauge (Inachis io), Schmetterling des Jahres 2009, vom Blühangebot in den Blühstreifen. Die Blühstreifen dienen des Weiteren als Untergliederung von Grünland- und Ackerflächen.

Weltweit sind etwa 30% der menschlichen Nahrungspflanzen auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Jedoch haben sich die Lebensbedingungen der blütenbestäubenden Insekten in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. So sind karge Kulturlandschaften mit ihrem geringen Blühangebot stark am Verlust der blütenbestäubenden Arten beteiligt. In Deutschland und in der Schweiz hat sich die Anzahl der Bienenvölker in den letzen 15 Jahren nahezu halbiert.

Durch ein blütenreiches Angebot im Blühstreifen können die Blütenbestäuber auf ein vielfältiges Angebot ausweichen, welches in den monokultivierten Agrarlandschaften selten geboten wird. Blühstreifen sind wichtige Elemente der Naturschutzleistungen, sie kreieren ein vielfältiges und farbenfrohes Landschaftsbild und bereichern somit die Landschaft für Erholung und Freizeitnutzung.

 

Quellen:

Albrecht, C./Esser, T./Weglau, J./Klein, H. (2002): Vielfalt der Tierwelt in der Agrarlandschaft. Schriftenreihe des Instituts für Landwirtschaft und Umwelt, Heft 4/2002. Selbstverlag, Bonn

Baumgartner, U. (2008): Wege zu einer blühenden Landschaft. Netzwerk Blühende Landschaft. Tagungsimpressum, Windorf

Kaule, G. (1991): Arten- und Biotopschutz. 2. Aufl. Ulmer, Stuttgart

Muchow, T./Becker, A./Schindler, M./Wetterich, F. (2007): Abschlussbericht zum Projekt "Naturschutz in Bördelandschaften durch Strukturelemente am Beispiel der Kölner Bucht". Bonn 

Schneider, R. (2001): Naturschutz in der offenen agrar-genutzten Kulturlandschaft am Beispiel des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. In: Korn, H. und Feit, U. (Bearb.): Treffpunkt Biologische Vielfalt, BfN

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2007): Bienensterben - Die Suche nach der Ursache (http://www.biosicherheit.de/de/aktuell/565.doku.html). Stand: 10.4.2009


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06.05.2009 (aktualisiert am 31.10.2009)

Landwirte haben Verantwortung für nektar- und pollensuchenden Insekten

Landwirte haben verschiedene Möglichkeiten, die nektar- und pollensuchenden Insekten zu fördern. So können gezielt Trachtpflanzen ausgebracht werden. Dies sind Pflanzen, welche Nektar und/oder Pollen spenden. Mit Hecken, ungenutzten Böschungen und anderen Strukturen werden diese wertvollen Trachtinseln geschaffen und angeboten. Desweiteren stellen diese Trachtinseln wichtige Rückzugsmöglichweiten für viele Insekten dar; so dienen die Trachtinseln auch als Futterquelle und Überwinterungsort. Vielen Insekten kann das Leben gerettet werden, wenn man die richtige Technik und das richtige Wissen einsetzt.

 

Ein vielfältiger Acker ist mehr wert
Ein großer Punkt in der heutigen Kulturlandschaft ist die Artenarmut. Durch die großschlägige Bewirtschaftung gibt es nur noch wenige Ackerwildkräuter und wenige Strukturelemente. Die "Massentracht" wie z.B. beim Raps, Mais und Weizen, die zwei bis drei Wochen im Jahr ein Blühangebot liefert, reicht nicht aus, um das Überleben der Insekten zu sichern. Deshalb ist eine wichtige Devise auf den heutigen Kulturflächen, eine hohen Artenvielfalt zu schaffen. Dies bietet den Insekten eine hohen Blütenzahl und eine lang andauernde Blühperiode.

Was kann der Landwirt tun?
Zwischenfrüchte sollten so früh wie möglich ausgebaut werden. Denn die Zwischenfrüchte wachsen an einem Tag im August genau so viel wie in einer Woche im September oder im ganzen Oktober. Sobald die Ernte im Juli/August erfolgte und keine Wildkräuter mehr bearbeitet werden müssen, sollte die Zwischenfrucht gesät werden. Dies ermöglicht nicht nur eine frühe Blütentracht für verschiedene Insekten, sondern auch viel Biomasse zum Bodenaufbau.

Eine weitere Möglichkeit des Landwirtes ist es, brachliegende Flächen zu nutzen. So können die Ackerrandstreifen, Vorgewende, Rodegasse und Bewässerungsstreifen mit insektenfördernden Blühmischungen angesät werden, ohne dass sich nennenswerte Nachteile für den Landwirt ergeben.

Ein zusätzliches Nahrungsangebot für unsere Blütenbesucher kann man am einfachsten dort schaffen, wo landwirtschaftliche Flächen zwar bearbeitet werden, der wirtschaftliche Ertrag aber vergleichsweise gering ist. Dies gilt grundsätzlich für alle Randstrukturen. Würde auf diesen Flächen ein Blühangebot bereitgestellt werden, würde mit wenig Mehraufwand ein Lebensraum für die blütenbesuchenden Insekten geschaffen werden.

Durch die im Jahre 2005 veränderte Agrarförderung ist die Anlage von Blühstreifen fördertechnisch ohne Probleme möglich. Jedoch sollten auf Flächen, welche gezielt zum Schutz von Ackerwildkräutern dienen, keine Blühsteifen angelegt werden, denn dann haben die Ackerwildkräuter kaum eine Entwicklungschance. Es erfolgt eine optische Aufwertung der Landschaft, welches eine Erhöhung der Lebensqualität und Erholungswertes zur Folge hat. Dies wird sowohl von der Bevölkerung als auch von Touristen bewußt und positiv aufgenommen. Das Image der Landwirtschaft verbessert sich dadurch deutlich.

Aussaatzeitpunkt?
Meist kommen einjährige Blühmischungen zum Einsatz, die zum Teil frostempfindlich sind. Aus diesem Grund sollte die Aussaat ab Ende April/Anfang Mai erfolgen. Für die Insekten wäre eine gestaffelte Aussaat besonders günstig, denn die Blühdauer würde sich bis in den besonders nahrungsarmen Herbst ausdehnen, wenn auf den Flächen die Blühmischungen solange stehen bleiben können.

Aussaattechnik
Die Aussaat kann sowohl mit der Sämaschine als auch mit dem Düngerstreuer erfolgen oder aber auch per Hand ist es möglich. Der Boden sollten vor der Aussaat gelockert sein und das Saatgut sollte leicht eingearbeitet werden. Wird nach der Aussaat auf eine Bearbeitung verzichtet, können Dunkelkeimer wie z.B. Phacelia nicht aufkeimen.

Typen der Saatflächen

Saatbett
Vor der Saatbettbereitung sollte eine gründliche, mechanische Beikrautregulierung erfolgen. Die Saatbettbereitung selbst ist wenig aufwändig, einige der vorhanden Saatgutmischungen kommen aber auch mit einem minimal bearbeiteten Saatbett aus. Eine Düngung auf den ausgewählten Flächen sollte grundsätzlich nicht erfolgen.

Vorgewende
Die Vorgewende sollte in einer Staffelung bestellt werden. Eine Staffelung kann erreicht werden, indem man einige der Schläge erst nach der Beikrautregulierung einsät.

Blühsteifen an Rändern, Rodegassen, Bewässerungsstreifen
Hierbei handelt es sich um gezielt eingerichtete Flächen. Die Aussaat sollte zwischen April und Juli erfolgen, um ein langes gestaffeltes Blütenangebot zu erzielen.


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ANSPRECHPARTNER

Stefan Schmiedichen
Tobias Rieprecht

Natur- und Artenschutz

Tel. 0341-3065-171