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Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
01.12.2009 (aktualisiert am 09.12.2009)

Kulkwitzer See muss naturnahes Naherholungsgebiet bleiben

Kulkwitzer See muss naturnahes Naherholungsgebiet bleiben

Derzeit erhitzt die öffentliche Auslage des B-Plans Nr. 232 die Gemüter um den "Kulki". Seitens der Stadt Leipzig wurde der Plan mit einigen Änderungen und Nachbesserungen ausgestattet. Bei der “Neufassung“ des B-Planes handelt es sich aber im Großen und Ganzen um den alten Plan mit nur wenigen Ergänzungen unterschiedlicher Güte.

Zwar ist nun vorgesehen, dass es für die Öffentlichkeit erlaubt sein soll, “private Grünflächen“ mit der Zweckbestimmung “Touristische Infrastruktur“ frei zu begehen. Aber das wird sich nicht durchhalten lassen. Wenn die zahlenden Gäste sich über Belästigungen durch sich erholende Gäste beschweren, werden die Investoren alles daran setzen, durch Zäune u.ä. nicht zahlende Anwohner auszusperren, um ihren Umsatz zu sichern. So wurde bereits erholungssuchenden Grünauern der Zugang zur Campinghalbinsel und den Ferienhäusern durch Zäune verwehrt.

Nach wie vor ist die ehemalige (heute devastierte) Rinderzuchtanlage der LPG nicht mit im Geltungsbereich des B-Planes enthalten; gerade von ihr geht als Schandfleck auch ein großes Gefahrenpotential in punkto Vandalismus und weiterer Vermüllung der Landschaft aus. Zudem ist eine Regelung, die verworrene Grundstücksstruktur zu entflechten und neu zu ordnen, nicht enthalten.

Fraglich bleibt weiterhin, inwieweit im Vorfeld eine Kosten-Nutzen-Analyse hinsichtlich der Übernachtungskapazitäten angefertigt wurde, denn je mehr Angebote vorhanden sind, desto größer werden die Konflikte zwischen den Erholungssuchenden selbst.

Inzwischen wurde auch in Markranstädt ein vorzeitiger B-Plan angeschoben, der wie der Leipziger ganz einseitig von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist. Es gibt offenbar auch keine Abstimmung mit Leipzig, sondern einen Wettlauf um Investoren und zahlende Touristen zu Lasten der Anwohner.

Der Ökolöwe fordert daher zusammen mit dem BUND Leipzig und dem NABU-Regionalverband eine abgestimmte Planung von Markranstädt und Leipzig mit dem Ziel, das Gebiet um den See vorrangig als Naherholungsgebiet für die Anwohner zu entwickeln. Ferieneinrichtungen und Anlagen für zahlende Touristen dürfen nur zugelassen werden, wenn sie die Naherholungsmöglichkeiten für die Anwohner weder beeinträchtigen noch diese stören. Dabei muss die Natur am See erhalten werden. Englischer Rasen und Ziersträucher haben mit artenreicher, freier Natur als Erlebnisraum für die Bürger nichts zu tun.

Wir werden wie am Cospudener See alles daran setzen, diese Pläne zu verhindern und fordern alle Anwohner auf, mit uns gemeinsam Vorstellungen für die Entwicklung des Natur- und Naherholungsgebietes am Kulkwitzer See und auch die Ansiedlung von Investoren im Interesse der Anwohner zu entwickeln. Der See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Menschen, die in seiner Nähe wohnen und muss es auch bleiben!

Wichtig ist es dazu auch, gemeinsam mit Bürgern, Geschäftsleuten und Behörden nach neuen Wegen zu suchen, Vandalismus am See zu bekämpfen. Auch darüber wollen wir reden, wenn es um die Zukunft des Kulkwitzer Sees geht.

Weitere Informationen unter www.kulkwitzersee.com !

Foto: Elke Göbel, kulkwitzersee.com


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09.03.2009 (aktualisiert am 29.10.2009)

Dementi der Unister GmbH verstärkt Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit (4. März 2009)

 Am 28.2.2009 publizierte die Unister GmbH auf ihrer Homepage eine Pressemitteilung, mit der sie auf die Vorwürfe von NABU-Regionalverband Leipzig e.V. und Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V. der Täuschung der Öffentlichkeit reagiert. Bereits vorher wurden diesbezüglich gegenüber verschiedenen Medien Aussagen durch die Unister GmbH gemacht.

So schreibt Unister zu dem Planungsentwurf, den wir als Grundlage unserer Kritik benutzten: Das von Unister so betitelte "Planungskonzept" sei "weder öffentliches Werbekonzept, noch Unister-Pressemeldung und auch kein Bebauungsplan, sondern ein ursprünglich nichtöffentliches Verschlussdokument."

Wenn dem wirklich so sein sollte, dann hat Unister aber der Presse und der Öffentlichkeit noch einiges zu erklären. Der uns von Journalisten zugesandte Planungsentwurf wurde von einem Firmencomputer von Unister mit einer Firmen-Mail-Adresse in der zweiten Februarhälfte an namhafte deutsche Presseagenturen versandt. Dies war zu einer Zeit, als die Presse begierig auf der Suche nach Informationen zu den bis dahin weitestgehend noch unbekannten Plänen war. Wir sehen in den uns vorliegenden Mail-Schreiben deshalb ein gezieltes Einstreuen der Informationen in die deutsche Medienlandschaft. Die Unister GmbH schreibt weiter: "Die von den Ökolöwen und vom NABU-Regionalverband Leipzig monierten Abweichungen sind entsprechend gegenstandslos." Ist sich Unister da wirklich sicher? Dann sagen Sie dies bitte auch den Markkleeberger Stadträten! Denn nach Auskünften einer sicheren und glaubwürdigen Quelle liegt diese Präsentation auch den Markkleeberger Stadträten als Datengrundlage für ihre Entscheidungsfindung vor. Das halten wir dann aber gar nicht mehr für gegenstandslos, wenn Stadträte anhand von fehlerhafter Visualisierung Entscheidungen treffen sollen.
(Siehe Text im Anhang)



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09.03.2009

Neu gegründete Bürgerinitiative "Stopp Privatisierung am Cospudener See" sammelt Unterschriften (Februar 2009)

Auf Grund der in der letzten Zeit bekannt gewordenen Pläne zum Bau eines Luxushotels, von Golfvillen und eines Golfplatzes in wertvollste Naturbereiche der Neuen Harth formiert sich in Markkleeberg die Bürgerinitiative "Stopp Privatisierung am Cospudener See", die mit Unterschriftensammlungen, Plakat- und Protestaktionen auf die Gefährdung für Natur und Naherholung aufmerksam machen und die Markkleeberger Politiker an ihre früheren Versprechen erinnern will.

Die Bürgerinitiative wird durch die in der Region Leipzig aktiven Naturschutzverbände Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V., NABU-Regionalverband Leipzig e.V. und den Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. unterstützt. Die Bürgerinitative sieht sich in der Tradition der kraftvollen Volksbewegung zu Wendezeiten, als tausende Leipziger und Markkleeberger unter der Führung der Bürgerinitiative "Stopp Cospuden" den Stopp des damaligen Tagebaus erzwangen.

Damals wurde von den alten im Umbruch befindlichen Verwaltungen und neuen Politikern der Bevölkerung die Wiederherstellung wertvoller Natur in der vom Bergbau geschundenen Landschaft versprochen. Eine Landschaft, die als Naherholungsziel öffentlich für alle Bürger sein sollte. Von Ausgrenzung und Privatisierung war damals keine Rede. Auch der heutige Oberbürgermeister Markkleebergs gehörte zu denjenigen, die den Markkleebergern eine hochwertige Naherholung in vielfältig wiederhergestellter Natur versprachen.

Die Bürgerinitiative und die drei Naturschutzverbände erklären deshalb die Entscheidung für den Erhalt der wertvollen, öffentlich zugänglichen Natur mit dem Harth-Wald und gegen den Bau eines Luxushotels, von Golfvillen und einem Golfplatz in der Neuen Harth zu einem wesentlichen Wahlprüfstein in der Markkleeberger Kommunalwahl. Stadträte, die sich für die Bebauung der wertvollen Landschaft und damit für ein Zielabweichungsverfahren zur Aufhebung des Vorranggebietes Natur- und Landschaft aussprechen, sind für Naturfreunde und Erholungssuchende nicht mehr wählbar!

Am Cospudener See mussten die Natur und die Menschen, die sich an den besonderen Werten der Natur erfreuen immer weiter zurückstecken. Immer mehr haben andere Nutzungsinteressen Flächen in Anspruch genommen, nur die für eine naturnahe Eigenentwicklung mit entsprechender Artenvielfalt wurden immer kleiner. Deshalb - es reicht! Keinen Zentimeter weiter! Stopp!

Wer die Grundsatzfrage stellt: Tourismus oder Natur, der möge bitte die Gegenfrage beantworten, wie er hunderte Menschen, die jedes Wochenende auf dem Rundweg um den Cospudener See pilgern, bezeichnet. Für uns sind dies Erholung suchende Naturtouristen, die sich noch an der schönen, frei zugänglichen Landschaft erfreuen können. Deshalb sind wir für einen an die Natur angepassten Tourismus und gegen einen elitären Luxustourismus unter Ausgrenzung der Allgemeinheit. Auch die Frage, ob man für oder gegen diese Arbeitsplätze ist, ist in dieser Form falsch gestellt. Natürlich sind wir für Arbeitsplätze, aber an dieser Stelle nicht in dieser Form.


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09.03.2009

Kein 2. Golfplatz am Cossi! Keine weitere Privatisierung der Erholungsflächen! (Januar 2009)

Nachdem bereits in den letzten Jahren am Cospudener See die Flächen für die Natur immer weiter beschnitten wurden, sollen nun weitere Flächen umgewidmet und intensiv genutzt werden. Diese fortgeführte Salamitaktik der immer weitergehenden Aushöhlung der Festlegungen der Braunkohleplanung und der fortschreitenden Übernutzung können und werden die Umweltverbände nicht hinnehmen!

Laut LVZ vom 29.1.2009 plant ein Investor den Neubau eines Hotels mit Golfplatz am südlichen Cospudener See. Diese Fläche ist im Braunkohlenplan in der letzten geänderten Fassung zum größten Teil als Vorbehaltsfläche für die Waldmehrung und am Ufer als Erholungsfläche ausgewiesen. Eine solche Widmung ist mit der Nutzung als Hotelstandort und Golfplatz nicht zu vereinbaren! Die Leipziger Umweltverbände protestieren gegen diese weitere Aushöhlung des Naturschutzes am Cospudener See.

"Seit Jahren werden die in den ursprünglichen, von den Umweltverbänden voll mitgetragenen, Braunkohlenplänen für Natur und Landschaft vorgesehenen Flächen stetig weiter verkleinert. Wenn es so weitergeht, bleibt für wirkliche Natur kein Platz mehr. Dabei wollen viele Menschen in ihrer Freizeit Natur genießen – und suchen keine verlärmten und übernutzten Erholungsgebiete", erläutert Philipp Steuer, Geschäftsführer des Ökolöwen, die Beweggründe seines Vereins. "Außerdem werden wiederholt erfolgreiche Aufforstungsflächen wieder überplant und überbaut. Erst kam Belantis auf die südwestlich gelegene, bereits aufgeforstete Kippenfläche, nun soll die nächste erfolgreiche Aufforstungsmaßnahme am Südoststrand wieder zerstört werden. Dabei liegt der nächste Golfplatz keine 1.000 Meter vom avisierten Planungsgebiet entfernt!"

Das Gebiet am Cospudener See eignet sich gut, um artenreiche Natur zu erleben, und ist leicht von Markkleeberg und auch von Leipzig aus mit dem Rad, zu Fuß und per ÖPNV zu erreichen. Wenn dort Natur zerstört wird, werden den Anwohnern attraktive Naherholungsgebiete genommen. Sie werden dann ins Auto gezwungen, um sich in attraktiver Natur zu erholen. Lebensqualität soll dem Gewinnstreben geopfert werden.

Ein konventioneller Golfplatz ist keine Naturfläche. Düngemittel- und Pestizideintrag sowie die "3mm-Pflege" führen dazu, dass ein Golfplatz für ungeübte Augen wie ein Stück Natur aussieht – er ist aber weit davon entfernt! Deswegen ist der vom Gesetz geforderte Ausgleich auch mehr als gerechtfertigt. Zumal der Waldanteil der Region Leipzig deutlich unter dem Landesdurchschnitt und dem Waldmehrungsziel des Freistaats liegt. Statt waldlose Erholungsflächen auf Kosten der Natur für wenige Nutzer zu genehmigen, fordern wir den Erhalt des entstehenden naturnahen Erholungswaldes für alle.


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ANSPRECHPARTNER

Enrico Vlach
Umweltpolitischer Sprecher

Tel. 0341-3065-370
(
Erreichbarkeit: montags, mittwochs, donnerstags)