Im Rahmen eines feierlichen Festakts im Bundesverwaltungsgericht
erhielten Caritasverband Leipzig und Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.
gestern Abend den begehrten Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der
Kategorie "ZeitZeicheN-Ideen 2008", Themenbereich Klimaschutz.
Gewürdigt wurde das Projekt "Haushaltsenergieberatung in sozial
schwachen Haushalten". Ziel des Projektes ist die Ausbildung von
Langzeitarbeitslosen zu "Energiesparberatern". Diese sollen
einkommensschwachen Leipziger Bürgern durch Beratung in deren
Haushalten Wege und Mittel aufzeigen, wie sie durch bewussten Umgang
mit Energie und Heizung Geld sparen und gleichzeitig das Klima schützen
können. Mehr noch: Im Rahmen der Beratung sollen sie auch mit
entsprechenden Geräten – wie z.B. abschaltbaren Steckerleisten –
ausgestattet werden.
Festredner Dr. Jörg Albrecht vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und
Landwirtschaft würdigte in seiner Laudatio das Projekt als "ein
Projekt, das in vorbildlicher Weise alle Aspekte des
Nachhaltigkeitsgedankens in sich vereint".
Das Projekt ist eingebunden in das vielfältige Beratungs- und
Unterstützungsangebot der Caritas für Menschen in Notsituationen und
genauer das Caritas Sozialzentrum in Leipzig-Grünau, das eine Vielfalt
von Leistungen anbieten wird. Neben der Energieeinsparberatung sind im
Caritasladen in Grünau auch andere Dienstleistungen wie Hilfe bei der
Wohnungssuche, Möbelausstattung und gebrauchte Gegenstände des
täglichen Bedarfs zu haben. "Die Menschen, die zu uns kommen, finden im
Sozialzentrum Unterstützung durch die Angebote eines Sozialkaufhauses
(z.B. Gebrauchtmöbelladen) – und dank der Zusammenarbeit mit dem
Ökolöwen auch bei Fragen des sparsamen Umgangs mit Energie und Strom.
All das dient dem Umweltschutz, weil es zum einen der
Energieverschwendung, zum anderen der Wegwerfmentalität unserer
Gesellschaft entgegenwirkt", so Christiane Henneke, Geschäftsführerin
des Caritasverbandes.
"Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Caritasverband einen ganz neuen
Partner gefunden haben, mit dem wir Zugang zu Zielgruppen bekommen, die
sonst für Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes nicht unbedingt offen
sind, aber z.T. erhebliche Kosten für Strom und Heizung zu tragen
haben. Hier wird deutlich, dass Klimaschutz eben auch Einsparpolitik
ist – und damit gerade für Menschen mit geringen Einkommen oder knapp
bemessenen staatlichen Unterstützungsleistungen ein Gebot der Stunde
ist", so Philipp Steuer, Geschäftsführer des Ökolöwen.
Das Projekt soll noch Ende des Jahres anlaufen; die entsprechenden
Anträge sind gestellt und fast bewilligt. Es wird bereits jetzt durch
zahlreiche Förderer unterstützt. Neben der Arge Leipzig sind dies v.a.
die Sächsische Energieagentur (SAENA) sowie die Veolia-Umweltstiftung.
Trotzdem fehlt es noch an Mitteln für eine dauerhaft abgesicherte
Leiterstelle im Sozialzentrum und für verschiedene Sachkosten. Hierfür
suchen die Vereine noch dringend Sponsoren.
Der Preis wird seit 2007 von einer Jury verliehen, der unter anderem Prof.
Gerhard de Haan, Deutschlands Koryphäe in der
Umweltkommunikationsforschung, und Bernd-Dietmar Kammerschen, Präsident
der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, angehören.
Vertreter anderer Städte äußerten bereits ihr Interesse an einer
Übertragung der Projektidee.
Für Rückfragen:
Marcus Zschornack, Caritasverband Leipzig e.V. - Tel. 0341-9636130
Carla Gross, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. - Tel. 0341-2322917