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Geschichte des Vereins
1989
Am 23. November schließen sich Leipziger Umweltgruppen der Kirche und des
Kulturbundes zu einem Verein zusammen. Der Ökolöwe arbeitet an den Runden
Tischen beim Rat des Bezirkes und der Stadt mit. Im Januar 1990 bezieht der
Ökolöwe seine eigenen Räume im Haus der Demokratie. "Einheitliches Handeln
für Leipziger Umwelt. Bildung einer unabhängigen Umweltorganisation angeregt.
Die Schaffung einer unabhängigen und wesentlich wirksameren Umweltorganisation
war Hauptanliegen einer für den gestrigen Abend [...] einberufenen
Versammlung." (Leipziger Volkszeitung (LVZ), 24.11.1989)
1990
Im ersten Jahr erreicht der Ökolöwe gemeinsam mit der Bürgerinitiative
"Stop Cospuden ´90" das Ende vom Braunkohlenabbau im Tagebau
Cospuden. So werden große Teile des südlichen Auwaldes gerettet.
"Schlimmen Umweltfrevel endlich Einhalt gebieten. Mehr als 10.000 bei
Marsch an die Lauer." (Sächsisches Tageblatt, 04.04.1990) "Der Rat
des Bezirkes hat mit einem am 6. April gefassten Beschluss die Genehmigung zur
Weiterführung des Tagebaus Cospuden ausgesetzt und verfügt, mit sofortiger
Wirkung den Vorschnitt einzustellen." (LVZ, 10.04.1990)
1991
Gemeinsam mit dem ADFC erarbeitet der Ökolöwe eine Konzeption zur
Verkehrsberuhigung. "Tempo 30 - das Rezept? Der Allgemeine Deutsche
Fahrrad Club Leipzig und der Ökolöwe präsentierten jetzt ein weitreichendes
Konzept zur Verkehrsberuhigung in unserer Stadt, das Tempo 30 für alle
Wohngebiete vorschreiben soll." (LVZ, 3.4.1991).
1992
Seit Anfang des Jahres ist der Ökolöwe Mitglied der GRÜNEN LIGA und damit
anerkannter Naturschutzverein und Träger öffentlicher Belange.
"Auszeichnung für Ökolöwen. Der Leipziger Umweltbund 'Ökolöwe' wurde für
sein Bemühen um ein attraktives Nahverkehrsnetz auf der Internationalen
Fahrradmesse in Köln mit dem Hauptpreis und 4.000 Mark ausgezeichnet."
(Leipziger Morgenpost, 09.10.1992)
1993
Dass eine Abkehr von veralteten Energieträgern noch immer auf sich warten
lässt, zeigt der Streit um Lippendorf. "Der Umweltbund - Ökolöwe Leipzig
lehnt den geplanten Neubau des Kraftwerkes Lippendorf ab. [...] Weder in der
Region noch in Sachsen, sagt der Umweltbund, sei Bedarf für die in Lippendorf
vorgesehene Stromproduktion vorhanden. [...] Heuersdorf, Pödelwitz, Obertitz
und die Schnauderaue würden dem Kohleabbau zum Opfer fallen." (LVZ,
17.05.1993)
1994
Am 9. April eröffnen Ökolöwe und engagierte Anwohner mit einer gemeinsamen
Pflanzaktion den Stadtgarten Connewitz. Die als Schulgarten angelegte Fläche
wurde zu einem öffentlichen Schau- und Beratungsgarten umgestaltet. Er
entwickelt sich schnell zu einem Anziehungspunkt und erhält 1996 den
Umweltpreis der Kulturstiftung Leipzig und einen Sonderpreis des Sächsischen
Landwirtschaftsministeriums.
1995
Beim Ökolöwen können Bürger beim Tauschring ihre Fähigkeiten und Talente zum
gegenseitigen Nutzen tauschen. Die Arbeit wird nicht in Geld, sondern in der
Währung "Batzen" vergütet. Gegen geplante Parkplätze im Hauptbahnhof
leisten 23.000 ihre Unterschriften. "Tausende demonstrierten gegen
Parkdeckpläne [und] forderten die Deutsche Bahn AG mit ihrer Unterschrift auf
[...] im Hauptbahnhof keine sichtbaren Stellflächen für parkende Autos
einzurichten." (LVZ, 09.10.1995)
1996
Die Themen Verkehrsplanung und Atomenergie beherrschen in diesem Jahr die
Schlagzeilen. "Ökolöwen: Karl-Liebknecht-Straße soll Flaniermeile werden.
Umgestaltungskonzept sieht weniger Fahrspuren, mehr Stellplätze und einen
Radweg vor." (LVZ, 07.02.1996) "Zehn Jahre nach der
Tschernobyl-Katastrophe: Vereine und Schüler gestalteten Aktionstag. [...] Mit
brennenden Kerzen hielten Mitglieder vom Leipziger Ökolöwen auf dem Markt eine
Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl ab." (LVZ,
27./28.04.1996)
1997
"Ökofete und Leipziger Umwelttage. Die Ökofete im Clara-Zetkin-Park hat
bereits Tradition. [...] Erstmals in diesem Jahr werden die Stadt Leipzig und
der Ökolöwe gemeinsam und zeitgleich auch zu den Leipziger Umwelttagen
einladen." (Leipziger Amtsblatt, 21. Woche 1997) Mitte September wird von
der Stadt auf der "Karli" ein einjähriges Verkehrsexperiment mit
einspurigem Verkehr, Parkstreifen und Radwegen gestartet. Die Grundlage bildet
dabei ein Konzept vom Ökolöwen.
1998
Unsere Umweltbibliothek feiert den zehnten Geburtstag. Im Herbst wird das
Raumordnungsverfahren zur Staatsstraße 46 begleitet. "Umweltschützer
machen mit Straßenwalze mobil. Protest-Plakat gegen Pläne für neue S 46
aufgestellt. Riesige Straßenwalze rollt durch die Markkleeberger Weinteichsenke
- eine Vision, die der Umweltbund Ökolöwe und die Bürgerinitiative Markkleeberg-Ost
jetzt mit einem Plakat vor Ort buchstäblich an die Wand malten." (LVZ,
03.11.1998)
1999
"Rathaus und Ökolöwe starten Aktion 'Grün in die Gründerzeit'. [...] In
Zusammenarbeit mit dem Ökolöwen und dem Pilotprojekt für behutsame
Stadterneuerung werden Mietern, Eigentümern, Institutionen und Unternehmen in
der Innenstadt zahlreiche Möglichkeiten angeboten, ihr Quartier grüner zu
machen." (LVZ, 29.09.1999) "Zehn Jahre brüllen sie schon, die
Leipziger Ökolöwen. Größter Erfolg des Umweltbundes war wenige Monate nach
seiner Gründung die Stillegung des Tagebaus Cospuden. [...] Heute wirkt der
Verein als anerkannter Partner in vielen Gremien mit." (LVZ, 18.11.1999)
2000
"Ökolöwe kritisiert: Stadt schenkt Porsche Millionen. [...] Stein des
Anstoßes sind die Maßnahmen, mit denen der Stuttgarter Automobil-Konzern seine
Eingriffe in Natur und Landschaft kompensieren will. Nach Darstellung der
Ökolöwen will die Stadt dem Autobauer rund 60 Prozent der Ersatz-Pflanzungen
erlassen." (LVZ, 23.05.2000)
2001
Neben der Aktion zum Schutz gebäudebewohnender Tierarten startet der Ökolöwe
die Kampagne "Essen mit Stil". Zudem macht der Bundesumweltminister
in Leipzig Station. - "Über umweltgerechte Verkehrspolitik werden am
Wochenende in Leipzig Vertreter von Bürgerinitiativen und Verkehrsplaner aus
dem gesamten Bundesgebiet diskutieren. Zum Beginn der Veranstaltung wird auch
Bundesumweltminister Jürgen Trittin aufs Fahrrad steigen und das traditionelle
Frühlingsanradeln rund um den Leipziger Promenadenring anführen." (LVZ,
27.04.2001)
2002
Beherrschendes Thema ist die von der Talsperrenmeisterei geplante Fällung
sämtlicher Bäume auf allen Deichen im Leipziger Stadtgebiet. Dies soll als
Hochwasserschutzmaßnahme dienen, geschieht aber völlig übereilt und ohne
Vorliegen weitergehender Planungen. "Die Maßnahme verstößt gegen das
Naturschutzrecht, so der Ökolöwe. Auf einer Fläche von 30 Hektar würden 3.500
Bäume dem Kahlschlag zum Opfer fallen." (LVZ, 21.12.2002)
2003
Nach verschiedenen Protestaktionen und Demonstrationen durch die Innenstadt
bringt eine Klage den gewünschten Erfolg - die Fällaktionen müssen aufhören.
"Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat gestern die geplanten
Baumfällungen auf den Leipziger Deichen im Eilverfahren gestoppt. Die Richter
gaben einer Beschwerde des Ökolöwen statt." (LVZ, 24.01.2003)
2004
Werbung zu gesundem Schulfrühstück wird durch unser Projekt "Essen mit
Stil" durchgeführt, der Ausbau der südlichen Landebahn des Leipziger
Flughafens wird mit einer Stellungnahme und Öffentlichkeitsarbeit begleitet.
"Ökolöwe warnt vor 'Öko-Dumping'. [...] Im Unterschied zu den Städten
Leipzig und Schkeuditz lehnt er das Vorhaben [des Landebahnbaus] rundheraus
ab." (LVZ, Februar 2004)
2005
Der Ausbau der Jahnallee und die Durchführung des Konzepts "Grüne
Tore" beherrschen das Jahr 2005. Allein für die Idee "Grüne
Tore" erhält der Ökolöwe den Leipziger Agendapreis 2004 und auch
Bürgermeister Holger Tschense macht sich dafür stark: "Es gibt viele
Möglichkeiten, Fußball und Sport umweltgerechter zu betreiben. Deshalb wollen
wir es fördern, wenn Flächen entsiegelt, Solarstrom genutzt oder Abfälle
vermieden werden." (LVZ, 13.06.2005) Der Streit um den Ausbau der
Jahnallee kann Ende des Jahres außergerichtlich beigelegt werden. Dabei
verpflichtet sich die Stadt zur "Pflanzung von 115 Bäumen als Ausgleich
zur Bodenversieglung. [...] Weitere 35 Bäume sollen im Rahmen der Aktion
"Green Goal" verpflanzt werden." (LVZ, 23.12.2005) Im Gegenzug
zieht der Ökolöwe seine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück.
2006
Das Aus für die Staatsstraße 46 und die ersten Ergebnisse des Projektes
"Grüne Tore" sind die Erfolge des Jahres. "Unser jahrelanger
Kampf um den Erhalt der Weinteichsenke hat Früchte getragen", meint
Philipp Steuer, Geschäftsführer des Ökolöwen. (LVZ, 08.02.2006) "Ökolöwe
schießt Grüne Tore" betitelt die LVZ am 31.05.2006 einen Artikel. Darin
werden das Engagement des Ökolöwen herausgestellt und die Perspektiven des
Pilotprojektes genannt: "Unter dem Titel 'Sonnenklar! - Klimaschutz im
Sport' sollen bis 2008 mindestens 60 weitere Vereine einen kostenlosen
Öko-Check und Empfehlungen für umweltfreundliche Maßnahmen erhalten",
kündigt Stephan Bär vom Landessportbund an.
2007
Endlich wird auf Initiative des Ökolöwen die Klima-Allianz Leipzig gegründet.
Das Presseecho und die Reaktionen der Leipziger Vereine sind sehr positiv. Die
LVZ vom 23.11.2007: " 'Nach uns die Sintflut stimmt nicht mehr. Es könnte
sein, dass sie viel eher kommt', sagte Pfarrer Christian Führer, der sich im
Namen seiner Nikolaigemeinde gestern spontan der Klima-Allianz Leipzig
anschloss."
2008
Wir wehren uns - bis hin zur Klage - gegen Fluglärm und schließen zwei unserer Projekte erfolgreich ab: Unser Kompost-Projekt findet Zuspruch bei 108 Vereinen, zahlreiche Transporte von Bioabfall können durch Eigenkompostierung vermieden werden. Durch die Maßnahmen von "sonnenklar – Klimaschutz im Sport" können 60.000 Euro und 200t CO2 im Jahr eingespart werden. Mit unseren vielfältigen Erfahrungs- und Bildungsangeboten erreichen wir rund 3000 Kinder inmitten der Natur.
2009
Das Jahr unseres 20jährigen Jubiläums: Der Ökolöwe feiert 20 Jahre Idealismus und erfolgreiche Arbeit. Mit dem Projekt "Streuobstwiese Leutzsch" werden wir Preisträger im MUNA-Wettbewerb von ZDF und DBU: Statt einem geplanten Parkplatz pflanzen wir zusammen mit LeipzigerInnen eine neue Streuobstwiese mitten in der Stadt mit über 30 Obstbäume alter regionaler Sorten sowie fast 80 Sträuchern. Mit den Bildungsprojekten "Die Müllpiloten" und "Kinder entdecken die Landwirtschaft und ihre Produkte" werden wir Doppel-Preisträger im Projekt "1000x1000" des dm - Drogerie Markt und der deutschen UNESCO-Kommission. Gemeinsam mit BürgerInneninitiativen und anderen Umweltschutzvereinen können wir ein geplantes Luxus-Hotel am Cospudener See verhindern und ein wertvolles Naturareal mit großer, seltener Artenvielfalt vor der Zerstörung bewahren.
2010
In Sachen Urban Gardening beleben wir im Februar die Kampagne "Leipzig soll blühen" neu und verschicken 1260 Samentütchen mit heimischen Wildblumen- und Wildgräsersamen. Blühende Verkehrsinseln, Straßenränder, Gärten und Balkone sollen bedrohten Insekten wieder Nahrung bieten und auf die blüharme Landschaft sowie auf die Nahrungsnot heimischer Insekten aufmerksam machen. In Schulen und Kindergärten legen die StadtgärtnerInnen mit den Kleinen Blühflächen an. Im Mai gibt der Ökolöwe seine Stellungnahme zur Erklärung der Schiffbarkeit auf dem Kurs 1 des Touristischen Gewässerverbundes an die Landesdirektion Leipzig, in der eine generelle Schiffbarkeitserklärung der Route für Motorboote abgelehnt wird. Wir fordern: "Keine Motorboote auf dem Floßgraben". Mit "Mach's leiser - Mitwirken bei der Lärmaktionsplanung in Leipzig" starten wir als Beitrag zur städtischen Lärmaktionsplanung ein Projekt, bei dem Anwohner aus dem Leipziger Norden in Workshops Maßnahmen für einen stadtgerechten Verkehr in ihren Vierteln erarbeiten. Gefördert wird "Mach's leiser" durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt. Ende des Jahres wird klar, dass die geplante städtische Förderung in puncto Umweltschutz und -bildung für 2011 miserabel aussieht. Das Naturkundemuseum und unser Bildungsprojekt Stadtgarten stehen kurz vor der Schließung, die Vereinsförderung soll massiv um bis zu 70 % gekürzt werden. Mit einem offenen Brief und der Kampagne "Lila Kühe" starten wir Protestaktionen und sammeln Unterschriften gegen die Kürzungen. Die allgemeinen Kürzungen für Vereine im Umweltschutzbereich konnten wir (vorerst) erfolgreich abwenden! Wir gewinnen 2010 den Agenda-Preis für unser Projekt "kunZstoffe". Außerdem werden wir als aktivstes Team der Stadt Leipzig beim bundesweiten "Stadtradel"-Wettbewerb mit einer Auszeichnung in Gold geehrt.
BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS! JETZT!
ANSPRECHPARTNER
20 Jahre Friedliche Revolution

